Sanierung der Industriestraße in Wackersdorf kommt in Reichweite

Vor einem Jahr fiel der Grundsatzbeschluss. Nun präsentierte das beauftragte Planungsbüro im Gemeinderat Wackersdorf die Marschroute. Die Industriestraße soll vom Kalvarienberg nahe der Unterführung der B 85 bis zum Kreisel bei der Kartbahn um einen Meter auf 7,50 Meter Breite saniert werden.
Nachdem der Gemeinderat am 27.Juli 2022 das endgültige Aus für die ursprünglich geplante Osttangente beschlossen hatte, war bereits klar, dass die bestehende Industriestraße im Bestand saniert werden muss. Bereits zwei Monate später wurde vom Gemeinderat das Büro Renner + Hartmann Consult GmbH aus Amberg mit den Planungen beauftragt. Nach mehreren Sitzungen und Abstimmungsgesprächen präsentierte nun Christian Faderl vom Planungsbüro das Ergebnis.
Stromleitung wird unter die Erde verlegt
Die bestehende 20 kV-Leitung, die bereits aus Zeiten des ehemaligen Braunkohlenabbaus entlang der Industriestraße läuft, wird zurückgebaut und ein Kabel in die Erde eingebracht. Die Hochspannungstrasse könnte somit für eine neue Anpflanzung genutzt werden und als ein zusätzlicher Lärmschutz verfügbar sein. Zwischen der Knappen- und der Glück-Auf-Straße wird eine Querungshilfe in der Größe von 2,50 mal 10,50 Meter eingebaut, um ein gefahrloses Überqueren in Richtung Nordfeld/Wackersdorfer Weiher zu gewährleisten.
Breiten Raum nahm die Diskussion um den Asphaltbelag ein. Nachdem die Industriestraße entlang einer Wohnbebauung führt, wurde in der Vergangenheit auch eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, die eine Verbesserung der Lärmsituation forderte. In diesem Zusammenhang unterstrich Bürgermeister Thomas Falter, dass der Anwohnerschutz im Vordergrund stehe und die Mehrkosten für eine „leisere“ Asphaltschicht von der Gemeinde in Kauf genommen würden.
Lärmschutz soll gewährleistet werden
Christian Faderl erläuterte die verschiedenen Asphaltarten mit ihren Vor- und Nachteilen. Letztendlich entschied sich das Gremium für für „Splitt Mastix Asphalt“, auch wenn die Mehrkosten von rund 65000 Euro nicht gefördert werden. Ebenfalls nicht förderfähig sind die Lärmschutzwände. Mögliche Verbesserungen des Lärmschutzes werden derzeit noch von einem Fachbüro überprüft. Eventuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen entlang der Industriestraße werden ebenfalls derzeit abgeklärt und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt.
Gemeinde Wackersdorf investiert 3,69 Millionen
Die Sanierung der Industriestraße wird nach derzeitigem Stand 3,69 Millionen Euro kosten, im ersten Bauabschnitt 2,34Millionen, im zweiten Bauabschnitt 1,35 Millionen Euro. Eine Förderung von 1,5Millionen Euro ist in Aussicht gestellt. Der Baubeginn des Bauabschnitts I (ab Kalvarienberg bis Kreisel SAD 9) ist für April 2024 terminiert, die Realisierung des Bauabschnitts II (ab Kreisel SAD 9/Industriestraße bis Kreisel Kartbahn) ist für das Jahr 2025 vorgesehen.
Nach längerer Diskussion wurde der Tagesordnungspunkt über die Errichtung einer Wasserwachtstation am Ufer des Murnersees vertagt. Grund hierfür waren insbesondere die Höhe der Kosten für eine Containerlösung, das ein Jahr alte Angebot für die sechs Container sowie die offene Frage nach der Förderung.
Seit Jahren betreibt die Wasserwacht des BRK ehrenamtlich die Überwachung des Murnersees in den Ferienzeiten. Für das notwendige Personal und Equipment und eine geordnete Seeüberwachung reichen die jetzigen zwei Container aber nicht aus, wie der Vorsitzende der Kreiswasserwacht, Wolfgang Dantl, informierte.
Wachstation am Murnersee reicht nicht mehr aus
Dantl bezeichnete die derzeitige Situation nur als „halbe Lösung“ und versicherte den Wackersdorfer Räten auch, dass man sich zutraue, die geplante Station am Murnersee dauerhaft zu besetzen. Die Kosten für eine Anlage mit sechs Containern liegen bei 170000Euro und 256000 Euro. Die Gesamtkosten einschließlich Infrastruktur würden bei ca. 258000 Euro liegen. Errichtet werden soll die Wachstation auf dem derzeitigem Beach-Volley-Ball-Feld. Das Privatgrundstück wurde bereits im Sommer an die Gemeinde übertragen.
Bürgermeister Thomas Falter sagte angesichts der unterschiedlichen Wortbeiträge, dass am Ende die Wasser-Rettung im Vordergrund stehen müsse. Der Beschluss, das Thema zu vertagen, fiel dann aber einstimmig.