Vier neu gestaltete Plätze in Waldmünchen: Bauminister Bernreiter verteilte Lorbeeren

Von Petra Schoplocher · 19. Oktober 2023 um 15:30

Es ist etwas Großes, vielleicht sogar Epochales gewesen, das sich da gestern Spätvormittag rund um das Bürgerspital zugetragen hat. Weil die Fläche davor, wie drei weitere, symbolisch von einem Staatsminister übergeben wurden. Weil Waldmünchen damit offiziell um drei hergerichtete Plätze schöner ist. Und/Oder, und vielleicht entscheidend, weil die Idee dahinter sich längst erfüllt hat.

Das Förderprogramm EU-react, es klingt zunächst sperrig. Und doch hat es der Stadt mehr als zwei Millionen Euro in die Kassen gespült, die sie für die Neugestaltung dreier Plätze und die Anlage eines Bewegungsparcours eingesetzt hat. „Andere hätten gar nicht erst angefangen, ihr habt angepackt“, lobte Christian Bernreiter, bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Waldmünchen. Denn die Hürden , in den Genuss der Gelder zu kommen, seinen „eine sportliche Herausforderung gewesen“. Vor allem wegen des Zeitdrucks: Letztlich mussten die Maßnahmen innerhalb von 16 Monaten begonnen, abgeschlossen und abgerechnet werden.

„Ein vorbildliches Beispiel“

Bernreiter lobte Waldmünchens Engagement nicht nur als „vorbildliches Beispiel“, sondern bescheinigte auch tolle Ergebnisse. „Da geht einem das Herz auf“, meinte der CSU-Politiker. Was ihn ebenso sehr freute: Bürgermeister Markus Ackermann hatte zuvor berichtet, dass die Plätze bereits gut frequentiert und angenommen würden. „Die Waldmünchner sind stolz.“ So solle es sein, denn was helfe es, wenn „die aus München Geld geben für etwas, das die Bürger gar nicht wollen.“

Gut verzahnt

Damit nicht genug des Lobes: Bernreiter zeigte sich von der Verzahnung mit anderen innerstädtischen Projekten und dem strategischen Denken beeindruckt. Denn schließlich sei das Ziel, Ortskerne zu erhalten und attraktiver zu gestalten. Beides werde hier sehr gut umgesetzt.

„Ohne Hilfe nicht machbar“

Bürgermeister Markus Ackermann wurde nicht müde zu betonen, welche Bedeutung die finanzielle Förderung für die Stadt hatte. „Ohne sie wäre eine finanzschwache Kommune wie wir dazu nicht in der Lage gewesen.“ Er zeigte sich dankbar, dass die staatlichen Ebenen die durch Corona noch stärker geschwächten Innenstädte mit Programmen unterstützt hätten. „Das war für uns ein Glücksfall, den wir zu nutzen wussten.“

Mehrfach verwies er auf die Wirkung der EU-react-Unterstützung. „Das Stadtbild hat sich verändert“, sagte er vor vielen Gästen von Geistlichkeit über Behördenvertretern bis zum Seniorenbeirat, auf dessen Initiative der Bewegungspark zwischen BRK-Heim und AquaFit entstanden ist.

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Zum optischen Mehrwert käme ein sozial-gesellschaftlicher (weil sich Menschen treffen würden), ein ökologischer (im Bereich des Friedhofs wurden Teile des Nierbächls freigelegt) sowie ein ökonomischer. Und: Unter dem Strich mehr Lebensqualität,sowie eine veränderte positive Wahrnehmung der Stadt.

Der erste Scherenschnitt

Mit Hinweis auf den ersten am Spitalplatz aufgestellten Scherenschnitt mit Titel „helfende Hände“ (im Bürgerspital wurden einst Alte und Kranke gepflegt) stellte er in Aussicht, dass sich diese Kunstobjekte mit Bezug zur Geschichte, aber auch Beleuchtung, Grün und Möblierung an anderen Stellen wiederfinden werde. Im Sinne weiterer Attraktivierung und der Schaffung eines noch markanteren Profils sowie grüner Oasen.

Als wäre der Zeitraum mit seinen 16 Monaten Umsetzung nicht ohnehin schon eng gewesen, sorgten die Pandemie, Preissteigerungen und Lieferengpässe dafür, „dass uns manchmal Panik im Gesicht stand“, wie Markus Ackermann zugab.

Diese Momente, sie waren am Donnerstag Mittag vergessen. „Feiern Sie mit uns, Gründe dafür gibt es genug“, lud ein bestens gelaunter Bürgermeister nach dem Festakt ein.

FAKTEN UND ZAHLEN ZU DEN PROJEKTEN

Förderprogramm: Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hatte die Innenstadt-Initiative mit einem Gesamtvolumen von 36 Millionen Euro aufgelegt und dafür Geld aus dem Programm React-EU generiert.

Zeitschiene: Ende September 2021 hat die Stadt die Bewerbungsunterlagen eingereicht, im Dezember erhielt sie die Mitteilung („ein schönes Weihnachtsgeschenk“), dass sie berücksichtigt wurde. Im Februar 2022 erfolgte die Bewilligung.

Phasen: In einem ersten Schritt sollte ein Umsetzungsbeauftragter (Frank Schürmann) installiert werden, der zweite umfasste Baumaßnahme, Mobilitätsstudie und Masterplan.

Vorgabe: Für die Umsetzung waren nur 16 Monate vorgesehen, ein mehr als sportliches Unterfangen.

Optik: Neu gestaltet wurden der Spitalplatz, das Quartier Friedhofsstraße mit Freilegung der Stadtbaches sowie die Ecke Schul-/Frankstraße. An der Dr.-Matthias-Lechner-Straße wurde ein Bewegungsparcours installiert.

Kosten: Aus der Kostenberechnung zum Zeitpunkt der Antragstellung (1,37 Millionen Euro) wurden letztlich 2,2 Millionen Euro Baukosten. Die Stadt muss zehn Prozent davon bezahlen.

Idee: Das Förderprogramm ermöglichte es der Stadt, ein von ihr lang verfolgtes Ziel, die Attraktivität des öffentlichen Raumes zu steigern, umzusetzen. Seit 1976 sei es ihr Bestreben, durch strategischa Maßnahmen den Innenort zu leben, betonte Bürgermeister Markus Ackermann. Für das EU-reatct-Programm wurden bewusst die historischen Wegeachsen ausgewählt.

Festgehalten: Nachdem Staatsminister Christian Bernreiter die vier neu gestalteten Plätze offiziell übergeben hatte, trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
Mit lokalen Köstlichkeiten verließ der Minister Waldmünchen. Auch Landtagsabgeordneter Gerhard Hopp (links) gratulierte der Stadt und Bürgermeister Markus Ackermann.