Das dreifache JUBIläum einer besonderen Waldmünchner Einrichtung

Von Petra Schoplocher · 15. Oktober 2023 um 15:05

Ein Jubiläum begehen, klar, das ist das eine. Aber wie genau? Die Jugendbildungsstätte jedenfalls hatte eine gute Idee. Warum alleine feiern, wenn es miteinander doch viel schöner ist? Und erst recht, wenn sich hinter der Geburtstagszahl gleich drei Gründe dafür verstecken.

35 Jahre Jugendbildungsstätte (Jubi) Waldmünchen – sie waren der Auslöser für den Tag des Offenen Schlosses. Der glänzte nicht nur mit dem, was von Essen, Trinken und Unterhaltung eine gute Fete braucht, sondern vor allem mit dem, was die Jubi ausmacht: Kreativität, pfiffige Lern-Methoden, Teamgeist stärken, Orientierung geben, Werte vermitteln.

Welch‘ hohen Stellenwert gerade dies im politischen Bereich habe, unterstrich Richard Gaßner, Kulturreferent des Bezirkstags mit Hinweis auf die Ergebnisse der U 18-Wahl. „Die Jugendbildungsstätte wird helfen, da einiges aufzufangen.“ Denn bei allem Verständnis für die Jugend, die sich ausprobieren wolle und auch „mal spinnerd“ sein dürfe: „Den roten Faden der demokratischen Grundeinstellung sollte man nicht verlassen.“

Chef Löffler im Hintergrund

Für den scheidenden Bezirksrat war dieser einer seiner letzten offiziellen Auftritte und „ein besonderer“, schließlich habe er die hervorragende Arbeit der Jubi gerne begleitet. Und: „Normal spricht der Chef“, lächelte Gaßner in Richtung von Franz Löffler, der ihm den Vortritt überlassen hatte.

Ein besonderes Haus

Ob in offiziellen Worten, in Gesprächen am Rand oder bei den Schnupperangeboten: Die Bedeutung der Einrichtung war überall spür- und greifbar.

Wer wissen wollte, was „die da eigentlich machen“ (Jubi-Leiter Johannes Himmelhuber), war in den Seminarräumen richtig. Beispiel Umweltbildung. Theorie: die Klimaziele der Vereinten Nationen, Praxis: aus Milchpacks werden Geldbörsen. Und: Das Positive sehen. Nicht, wie schlecht ist mein Verhalten, sondern, wo kann ich etwas ändern.

Der ökologische Fußabdruck

Deutlich wird auch hier die Sensibilität im Umgang mit Thema und Klientel, Stichwort: Je älter die Teilnehmer, desto mehr geht es um Inhalt, Zahlen und globale Fragen, die Jüngeren werden spielerisch herangeführt. Die Ermittlung des persönlichen ökologischen Fußabdrucks, auch er an diesem Tag möglich. Ob man das Ergebnis indes kennen mag?

Feine Zwischentöne

Wie überall die feinen Zwischentöne. „Sofort und begeistert“ haben die drei ehemaligen FÖJ-lerinnen (Freiwilliges Ökologisches Jahr) Hannah, Kathi und Eva zugesagt, als die Anfrage zur Mitarbeit an diesem Tag kam.

Ein paar Räume weiter geht es um politische Bildung, auch hier die Mischung aus Aufnehmen und Mitmachen und um Medienarbeit. Zentrale Fragen: Was bedeutet Freiheit? Wie erkenne ich Fake-News?

Suche nach Stärken

Um Fähigkeiten, Stärken und Schwächen geht es bei der Berufsorientierung, Austesten inklusive. Verbandswechsel, Feinmotorik, Zeichnen von symmetrischen Figuren. Es scheint genau diese Mischung zu sein, die den Besuch an diesem Tag, wohl aber die Jubi als Ganzes so spannend macht.

Staunen im Technikraum

Staunen erlaubt war im „Technikseminar“ mit samt 3 D-Drucker und Lasergravur. Anleiter Markus sprüht vor Begeisterung, wenn er von seiner letzten Gruppe spricht, die nicht nur am PC, sondern auch „denkend“ auf Zack war – der Drucker braucht schlicht seine Zeit und manches Projekt zwei Komponenten.

Neue Möglichkeiten

Kuchenspenden. Eine Randnotiz. Aber gebacken haben sie allesamt Mitarbeiter und Familienmitglieder im Wissen, dass der Verkaufserlös dem noch jungen Förderverein und damit der Umweltbildung zugute kommt. „Dank diesem verfügen wir über ganz andere Möglichkeiten“, betonte Johannes Himmelhuber.

Den Visionären gedacht

Drei Aspekte wollte der Hauschef erneut herausstreichen, wenngleich diese beim offiziellen Festakt vor einigen Wochen schon angeklungen waren: Die Wertschätzung, die die Jubi genieße; den Mut, den die „Macher“ und Visionäre seinerzeit bewiesen hätten sowie die wunderbare Einbindung der Einrichtung in den Ort.

Lesen Sie hier: Feierlicher Festakt

Himmelhuber war der Stolz anzusehen auf das, was die rund 50 festen plus 20 freien Mitarbeiter rund um den Tag auf die Beine gestellt und die DNA der Jugendbildungsstätte dabei stets beherzigt haben, weiteres Stichwort Burger, Hauptzutat heimisches Wildfleisch.

„Eigentlich feiern wir 85 Jahre“, erklärte er. 40 Jahre Jugendhaus, 35 Jubi und zehn Jahre Umweltstation. Und wie sie das taten. Und mit welchem Nachklang.

Schau‘ mal. mein Luftballon! Auf die Kleinen wartete ein Riesen-Angebot – hier von der Offenen Ganztagesschule – von Dosenwerfen bis Schminken, Zauber- und Jongliertricks. Familientag eben
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Das Lebendkicker-Turnier war eine Riesengaudi. Hier das Team Kesselfleisch (im Angriff) gegen die Feuerwehr Waldmünchen. Am Ende gewann das Team Jubi I.
Auch die Umweltbildung zeigte, was sie in ihren Seminaren bietet. Nämlich Information ohne erhobenen Zeigefinger.
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