Sanierung der Neutraublinger Mittelschul-Turnhalle kostet Millionen

Der Putz blättert, das Holz splittert und die Sanitäranlagen sind alles andere als einladend: Die Turnhalle der Neutraublinger Mittelschule hat schon 50 Jahre auf dem Buckel und muss modernisiert werden. Auch ein Neubau ist angedacht.
Die Stadt hat das Vorhaben jahrelang aufgeschoben. Jetzt soll das Projekt „möglichst schnell“ umgesetzt werden, sagt Bürgermeister Harald Stadler. Am Donnerstag präsentierte der Regensburger Architekt Karl Hanke dem Neutraublinger Stadtrat mehrere Varianten für eine Generalsanierung. Bis zu 14 Millionen Euro könnten dafür im teuersten Fall laut Schätzung fällig werden.
Seit 2017 ist Herbert Münch Leiter der Mittelschule Neutraubling. „Schon damals war die Sanierung der Turnhalle angekündigt“, erzählt er. 580 Schüler, verteilt auf 26 Klassen, besuchen die Mittelschule derzeit. Sport steht regelmäßig auf dem Stundenplan. Doch dafür bietet die Dreifachturnhalle keine guten Bedingungen mehr. „Es ist alles marode“, sagt Konrektorin Monika Schewior, die auch Sport unterrichtet. Das Aufbauen der inzwischen schwergängigen Großgeräte wie Reck und Stufenbarren falle den Schülerinnen schwer, ebenso das Herunterkurbeln der Basketballkörbe, erzählt ihre Kollegin Lynn Seidl. Die alten Kletterstangen aus Eisen wurden aus Sicherheitsgründen entfernt. Auch der Hallenboden macht Probleme: Das Holzparkett ist uneben und splittert, die Unterkonstruktion hat teils nachgegeben, sagt Hausmeister Heiko Schellschmidt. In der Turnhalle müsse ständig was gemacht werden. Heizung, Lüftung und Schallschutz sind veraltet, besonders schlimm sieht es in den Waschräumen und Toiletten aus.
Vereine nutzen die Halle
Die Dreifachturnhalle ist nicht nur zu Schulzeiten gut ausgelastet, abends wird sie regelmäßig von Vereinen genutzt: Handballer, Judokas, Volleyballer und im Winter auch die Fußballer trainieren hier. An den Wochenenden finden Turniere statt.
Zwischen 1973 und 1975 wurde die zweigeschossige Halle erbaut und seither nie groß saniert. In den 1990er Jahren wurde lediglich eine Lüftungsanlage eingebaut und der Brandschutz erneuert, später dann eine PV-Anlage errichtet. Eine „punktuelle Schadensbehebung“ reiche nicht mehr mehr, so die Einschätzung des Architekten. Vielmehr sei eine „nachhaltige Generalsanierung“ nötig.
Dafür stellte Hanke verschiedene Varianten vor: So könnte entweder ein rund 130 Quadratmeter großer Erweiterungsbau im Norden der bestehenden Dreifachturnhalle erstehen oder stattdessen eine neue Einfachturnhalle im Süden gebaut werden. Im Erweiterungsbau wäre demnach Platz für die Vereine und auch einen Kraftraum. Möglich wäre auch eine Tribüne in der Halle. Die Galerie könnte entweder mit einem Ballnetz oder mit Glas abgetrennt werden. Der Erweiterungsbau würde allerdings den Pausenhof der Schule verkleinern.
Neue Einfachturnhalle als Ergänzung
Ein größerer Wurf wäre dagegen ein ergänzender Neubau mit Einfachturnhalle und einer Fläche von knapp tausend Quadratmetern. Die neue Halle könnte, so der Architekt, auch vom benachbarten Gymnasium genutzt werden, mit dem die Mittelschule ohnehin durch einen Gang baulich verbunden ist. Zugleich wäre bei dieser Variante noch mehr Platz für die Vereine möglich und auch mehr Barrierefreiheit.
Zudem könnte die neue Halle mit einem topmodernen LED-Sportboden ausgestattet werden, der aber mit geschätzten Kosten von rund 730 000 Euro netto zu Buche schlagen würde. Insgesamt liegt die Neubauvariante inklusive energetischer Sanierung, PV-Anlage, LED-Sportboden plus der Kosten für die Grundsanierung des gut 3000 Quadratmeter großen Bestandsbaus (mit Sanitäranlagen, Umkleiden und Geräteaufbewahrung) bei einer Investitionssumme von rund 14 Millionen Euro, so die Kalkulation des Architekten. Im günstigsten Fall würden für einen Erweiterungsbau mit energetischer Sanierung gut neun Millionen Euro fällig. Ob und in welche Höhe der Stadt Fördermittel für das Projekt zur Verfügung stehen, ist noch unklar.
Spielräume werden enger
Nun müssen die Fraktionen die Vorschläge diskutieren. Im November steht die Haushaltsplanung für das kommende Jahr an. Die finanziellen Spielräume werden enger. Dennoch gab Stadler zu Bedenken: „Wir bauen die Turnhalle für die nächsten 50 Jahre.“ Ein Neubau habe den Vorteil, dass es mehr Kapazitäten gebe und auch während der Baustellenzeit eine Halle zur Verfügung stünde.
Beschlüsse des Stadtrats
Wohnungen: Im Baugebiet „Am Kleinfeld II“ will die VMAX Familienstiftung statt elf Reihenhäusern drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 27 Wohnungen bauen. Die Bebauung wird dadurch lockerer.
PV-Anlagen: Die Dächer der Kinderkrippe Moby Dick und der Feuerwehr Neutraubling werden an die Regensburger Energiegenossenschaft BERR vermietet. Sie soll dort PV-Anlagen errichten und betreiben.
Erweiterung: Krones plant die Erweiterung einer Halle an der Hartinger Straße. Ein etwa 25 Meter hohes Gebäude für ein Hochregallager soll entstehen. Der Stadtrat war einverstanden.