Rohre, Straßen und Grünanlagen : Neutraubling hat einen neuen Tiefbauamtsleiter

Fast 77 000 Meter Wasserleitungen, gut 53 Kilometer Ortsstraßen und dazu 240 000 Quadratmeter Grünfläche gehören zu seinem Aufgabengebiet: Armin Winter ist seit Juli neuer Tiefbauamtsleiter in Neutraubling. Der 53-Jährige hat Johann Gietl abgelöst, der sich im August nach 31 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat. Winter hat sich nach reiflicher Überlegung zum Job in Neutraubling entschlossen. Vor allem „die Vielfalt der Aufgaben“ reizt ihn, erzählt er.
Winter ist in Straubing geboren und in Eltheim aufgewachsen. In seinem Heimatort lebt er heute mit seiner Frau und den zwei Töchtern, 12 und 17 Jahre alt. Beide Kinder gehen in Neutraubling zur Schule. Winter ist gelernter Bauzeichner und hat an der (damals noch) FH Regensburg Bauingenieur studiert. Zunächst arbeitete er bei einer Baufirma in Straubing bevor er 2007 in die Verwaltung wechselte – in die Tiefbauabteilung des Regensburger Landratsamts, dann als stellvertretender Leiter Tiefbau ins Landratsamt Straubing-Bogen.
Weniger Termindruck
Winter schätzt das Arbeiten in der Verwaltung: „Der Termindruck ist nicht so groß wie in der freien Wirtschaft. Lieber wird noch mal genauer hingeschaut. Das gefällt mir.“ Der Wechsel nach Neutraubling kommt für ihn zur rechten Zeit: „Ich bin in einem Alter, wo ich mir diese Aufgabe zutraue, aber eine Herausforderung ist das schon.“ Er sei noch dabei, die Stadt genauer kennenzulernen. Welche Überraschungen unter den Straßen mit ihren teils 70 Jahre alten Rohren auf ihn warten, wird sich noch herausstellen. „Neutraubling stehen viele Erneuerungen bevor“, ist Winter überzeugt.
Für das kommende Jahr sind mehrere große Projekte in Planung. „Ich freue mich, wenn es losgeht und vor allem, wenn etwas fertig wird.“ Ganz oben auf der Liste steht die Sanierung der Oder-Neiße-Straße. Schon lange befindet sich das Projekt auf der Agenda der Stadt. Im kommenden Jahr soll es laut Winter wirklich losgehen. Die Kanal- und Wasserrohre werden demnach erneuert, vor allem die Teile aus Asbestzement sind nicht sanierbar. Etwa 300 Meter Straße im westlichen Bereich sind betroffen. Laut Stadt liegen die Kosten für die Sanierung bei 1,9 Millionen Euro. Auch eine Wärmeleitung soll im Zuge der Baumaßnahmen verlegt werden. „Ende 2024 müsste alles fertig sein“, so Winter.
Ein weiteres Großprojekt ist die komplette Erschließung des neuen Gewerbegebiets Nord an der Ostumgehung. Kanal, Wasser, Strom, Straßen und eine Wärmeleitung sind geplant. „Die Herausforderung besteht darin, das Gewerbegebiet an das städtische Netz anzuschließen.“ Das sei wegen der Entfernung aufwendig. „Ich rechne aber nicht mit Komplikationen.“ Das Gewerbegebiet ist nach Auskunft der Stadt rund sechs Hektar groß. Die Gesamtkosten liegen bei knapp 3,5 Millionen Euro. Auch das Pumpwerk steht auf Winters To-Do-Liste. Die Anlagen sollen erneuert und das Regenrückhaltebecken umgebaut werden. „Dann kann mehr Wasser in kürzerer Zeit abfließen.“ 900 Liter pro Sekunde Durchfluss sind das Ziel. So soll das städtische Netz bei Regenmassen entlastet werden. Überflutungen wie im Juni 2020 sind vielen Neutraublingern noch in schlimmer Erinnerung. „Darauf wollen wir noch besser vorbereitet sein“, sagt Winter. Geplanter Baubeginn im Pumpwerk ist im kommenden Jahr, bis 2025 werden die Arbeiten wohl dauern.
Ein weiteres Sanierungsprojekt ist die Altvaterstraße. „Da sind wir noch am Anfang.“ Hundert Meter Wasserleitung und rund 240 Meter Straße werden erneuert. „Das ist ein ähnlicher Brocken wie die Oder-Neiße-Straße.“ Geplante Fertigstellung ist 2025, die Kosten liegen demnach bei knapp 600 000 Euro.
Aktuell geht der Breitbandausbau in der Stadt weiter. Immer wieder werden dafür Straßen aufgerissen. Eine Vollsperrung wird es deshalb laut Winter im Oktober an der Kepler-straße im Bereich der Kreuzung zur Bayerwaldstraße geben. „Das kann ein bis zwei Wochen dauern.“
Zugewachsene Wege
Neben Straßen, Radwegen, Kanälen und Wasserrohren ist Winter auch für Grünanlagen und Spielplätze zuständig – ebenso wie für das städtische Bahngleis zwischen Neu- und Obertraubling. Offen ist Winter auch für Bürgeranliegen. „Jede Woche meldet sich jemand.“ Dabei gehe es meist um Beschilderungen oder überhängende Pflanzen. Sei ein Weg zu sehr zugewachsen, würden Eigentümer von der Stadt angeschrieben. „Wir kontrollieren auch, ob sich dann was tut.“ Winter geht es um verträgliche Lösungen. „Allen kann man es nie recht machen.“ Einen Ausgleich zum Job findet Winter beim Tennisspielen oder als Zuschauer beim Eishockey. Fürs Angeln, ein weiteres Hobby, war zuletzt wenig Zeit.
Der Bauhof
Der Bauhof Neutraubling mit seinen 24 Mitarbeitern kümmert sich um Wasser, Strom, Straßen und Grünanlagen. Auch gut 30 Kinderspielplätze gehören zum Aufgabenbereich. Tiefbauamtsleiter Armin Winter hat darüber hinaus noch drei Mitarbeiter im Rathaus.