Niederbayerische Influencerin half bei Überfall auf Geldtransporter in Cham

Ab 20. Oktober wird sich das Landgericht Regensburg mit einem fingierten Überfall auf einen Geldtransporter in Cham befassen. Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter, seine Lebensgefährtin und deren Tochter haben die Tat eingeräumt. Schieben sich aber gegenseitig den Plan in die Schuhe.
Eine niederbayerische Influencerin, deren Mutter und der ehemalige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes müssen sich ab kommender Woche für einen vorgetäuschten Überfall auf einen Geldtransporter in Cham vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Das Trio soll im April dieses Jahres mit einer fingierten Geschichte die beiden Kollegen des angeklagten Karl B. hinters Licht geführt haben. Dabei gelang es ihnen über eine Million Euro zu erbeuten. Ein niedriger sechsstelliger Geldbetrag ist bis heute verschwunden.
Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft den drei Beschuldigten vor, den gemeinschaftlichen Diebstahl mit Waffen gemeinschaftlich geplant zu haben. Die Drei haben die Tat zwar eingeräumt, schieben sich aber gegenseitig die Schuld zu.
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Der 56-jährige B., der vor seiner Inhaftierung im Landkreis Regensburg wohnte, war laut Anklage am Tattag Fahrer des Geldtransporters. Als seine Kollegen Geldkoffer in das Kaufland in Cham brachten, soll er der Tochter seiner Lebensgefährtin, der 28-jährigen Influencerin Stefanie F., Zutritt zum Wagen verschafft haben. B. soll ihr dann erklärt haben, welche Knöpfe sie drücken müsse, damit er den Tresor-Raum betreten könne, ohne Alarm auszulösen. Dann packte der mit einem mit fünf Patronen beladenen Revolver ausgestattete Sicherheitsdienstmitarbeiter laut Anklage 1,035 Millionen Euro in eine Sporttasche und übergab diese an die junge Frau. In einigen hundert Metern Entfernung soll Stefanie F. von ihrer Mutter mit dem Geld in Empfang genommen worden sein, während B. seinen Kollegen die Geschichte von dem Überfall auftischte. Gegenüber der alarmierten Polizei verstrickte er sich rasch in Widersprüche. Der Fahrer beschrieb der Polizei zwei Täter mit dunklen Sweatshirts und übergezogenen Kapuzen, die geflohen seien. Trotz des voll belegten Parkplatzes hatte die keiner gesehen. Auch auf Videomaterial tauchten besagte Männer nicht auf.
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Einen Großteil des Geldes hatte die mitangeklagte Petra F. noch am Tattag an einen Zeugen übergeben, der nicht wusste, was sich in dem Koffer befand. Ein weiterer Teil des Geldes wurde in der Wohnung von Mutter und Tochter im Landkreis Straubing-Bogen sichergestellt.
Der Prozess beginnt am 20. Oktober und ist auf drei Verhandlungstage angesetzt. Die Tatbeteiligten sind in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Weiden, Nürnberg und Regensburg untergebracht. Dass B. bei der Tat bewaffnet war, wirkt sich strafverschärfend aus. Dem Trio drohen Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.