Musikschule Schwandorf: Neue Räume im Bahnhof schaffen auch neue Möglichkeiten

Von Petra Beer-Dausch · 12. Oktober 2023 um 15:04

195 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden aktuell an der Musikschule Schwandorf unterrichtet – Tendenz steigend. Die Einrichtung hat neue Räume im Bahnhof Schwandorf hinzu bekommen. Weitere Angebote wie „Orchester Spätzünder“ oder eine Volksmusik-Spielgruppe sind in Planung.

Die bisherigen Räume im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf boten nicht mehr genügend Platz. Und so freut sich der Leiter der Musikschule Peter Neff, dass die Stadtverwaltung jetzt als Übergangslösung fünf „helle, hohe und freundliche Unterrichtsräume“ im Schwandorfer Bahnhofsgebäude mieten konnte. Diese bieten auch Möglichkeiten für neue Projekte wie eine Tischharfen-Gruppe, „Orchester Spätzünder“ für Senioren oder eine Spielgruppe für Volksmusik. Mit den Räumen „haben wir andere Möglichkeiten, können weiter wachsen“, so Neff.

Knapp vor Schulbeginn zog die Musikschule auf der Ostseite des Bahnhofs ein. So soll der Platzbedarf in nächster Zeit abgedeckt werden. Die Einrichtung wachse laut Neff „ihrem künftigen endgültigen Standort am Marktplatz und auf dem Gelände des Schmidtbräu-Areals weiter entgegen“.

Bei einem Besichtigungstermin erläuterten Cornelia Horsch und Helmut Jehl vom Vorstand der Musikschule, Marianne Zizler aus der Verwaltung und Leiter Peter Neff den Verantwortlichen der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Andreas Feller, Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld und der Sachgebietsleiterin Hochbau Barbara Hellerbrand, die Nutzung und Funktion der neuen Räume. Und es wurde mit verschiedenen Instrumenten ausprobiert, wie sie sich zum Musizieren eignen. Es erklang im Ensemble eine abenteuerliche Improvisation, wobei sich der OB laut Neff als Naturtalent auf der 1/8Geige herausstellte.

Früherziehung als Basis

„Alle sind positiv überrascht“ vom neuen Domizil im Bahnhof, berichtet der Leiter der Musikschule. Die Räume seien auch zuvor bereits zu Schulungszwecken genutzt worden und mussten nur noch eingeräumt werden. Ein Vorteil ist laut Neff auch, dass sich hier die Musiklehrer untereinander öfter begegnen. Zwei Gruppen- und drei Unterrichtsräume sowie ein kleines Büro für die Verwaltung sind im Bahnhof untergebracht, dazu nach wie vor drei Räume – unter anderem der Schlagzeugkeller – im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf.

Außerdem sind Lehrer der Musikschule Schwandorf an Kindergärten und Schulen im Einsatz. Ein Bereich, der laut Neff noch weiter ausgebaut werden soll. Aktuell läuft in drei städtischen Kindergärten mit rund 100 Mittel- und Vorschulkindern in 16Gruppen während der Kernzeit musikalische Früherziehung – dank der Unterstützung der Stadt für die Eltern kostenlos. Daneben gibt es auch Kurse in der Musikschule.

Tanz, Rhythmus, Gesang, Sprache – all das umfasse die Früherziehung. Laut Neff fördert sie die kognitive Entwicklung, soziale Kompetenzen und auch Integration. Sie sei die Basis für alle späteren musikalischen Aktivitäten. Ab November gibt es auch Kooperationen mit Grundschulen in Singkreisen und Flötengruppen.

„Wir möchten das ausbauen“, so Neff. Im Hinblick auf die Ganztagsschule seien Musikangebote am Nachmittag mehr und mehr gefragt. 18Lehrerkräfte unterrichten aktuell an der Musikschule Schwandorf – alle in Teilzeit. „Wir decken so gut wie jedes Instrument ab“, erklärt der Leiter. Bei den Schülern ist vom Kleinkind bis zum Senior alles dabei, wobei der Großteil Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind.

Waldhorn und Ukulele neu im Repertoire

Seit diesem Schuljahr sind weitere Fächer im Angebot: Ukulele und Waldhorn sowie Blockflöten-Spielkreise für Kinder der 1. und 2.Klasse. Dafür, für die „Musikzwerge“ (Eltern-Kind-Gruppe) und für einzelne Instrumentalfächer sind noch Plätze frei. Peter Neff betont, dass für den Instrumentalunterricht jederzeit eine kostenlose und unverbindliche Schnupperstunde vereinbart werden kann.

Die zwei neuen Ensembleräume im Bahnhof ermöglichen neben diversen bestehenden Gruppen und Ensembles neue Angebote, zum Beispiel eine Tischharfen-Gruppe. „Orchester Spätzünder“ richtet sich an Senioren, die vielleicht im Berufsleben zu wenig Zeit zum Musizieren hatten oder nicht mehr regelmäßig in Kapellen mitspielen wollen. Sie können laut Neff hier „in lockerer Runde“ gemeinsam musizieren. Die Arrangements würden an die jeweiligen Fähigkeiten der Musiker angepasst. „Es wird für niemanden zu schwer, aber auch für niemanden zu leicht.“ Die Musikschule verfüge über Lehrkräfte, die schon Erfahrung in diesem Bereich haben.

Stimmbildung im Kinderchor

Die geplante „Spielgruppe für Volksmusik“ soll ein Instrumentalensemble sein, in dem auch immer wieder gesungen wird. „Volksmusiker suchen oft Partner, weil das Spielen alleine keinen Spaß macht.“ Traditionelle Stücke werden gemeinsam gespielt. Einen neuen Versuch startet die Musikschule für einen Kinderchor (sechs bis zwölf Jahre). Noch ist es eine kleine Gruppe, die sich wöchentlich am Freitag von 15bis 16 Uhr trifft. „Wir können noch viele Kinder aufnehmen“, so Neff. Interessenten sind jederzeit zum Schnuppern willkommen. Der Fokus im Kinderchor der Musikschule liege auf Stimmbildung, damit setze man sich von vielen anderen ab. Der erste Auftritt ist beim Weihnachtskonzert am 17. Dezember geplant.

Die Tischharfen-Gruppe, „Orchester Spätzünder“ und die Volksmusik-Spielgruppe sollen dann ab Anfang 2024 anlaufen. Wer sich dafür interessiert, kann sich aber bereits jetzt per E-Mail an info@musikschuleschwandorf.de melden. Weitere Infos zum Angebot sind unter www.musikschuleschwandorf.de zu finden.

Zahlen und Termine

Instrumental- und Vokalschüler: 195 zum Oktober 2023, mit steigender Tendenz

Kooperationen: mit drei Kindergärten, rund 100 Kinder in 16 Gruppen während Kernzeit; ab November mit Grundschulen in zwei Singkreisen und drei Flötengruppen, insgesamt rund 50 Kinder

Veranstaltungen: Die bisherige Planung sieht im Schuljahr 2023/24 drei größere Konzerte vor. Die Termine dafür sind: Weihnachtskonzert am Sonntag 17. Dezember; Konzert der Ausgezeichneten am Sonntag, 23. Juni2024; Sommerfest der Musikschule Schwandorf am Sonntag, 21.Juli 2024

Gitarrenlehrer Rolli Bohnes und Schüler Noah haben beim Einstudieren eines Stücks viel Spaß. Foto: Alexandra Bütün