Kelheims FW-Kandidat Dennis Diermeier schrammt knapp am Sitz im Landtag vorbei

Von Martina Hutzler · 10. Oktober 2023 um 12:17

Der Kelheimer Freie-Wähler-Politiker Dennis Diermeier hat den Einzug in den neuen Landtag knapp verpasst. Nachrücken könnte aber eine Option für ihn werden.

Seit dem späten Dienstagvormittag ist die Auswertung der niederbayerischen Gesamtstimmen-Verteilung abgeschlossen. Pro Kandidat/in wird zusammengezählt, wie viele Erststimmen er oder sie im eigenen Wahlkreis erhalten hat und wie viele Zweitstimmen in den übrigen Stimmkreisen eines (Wahl-)Bezirks. Die Gesamtstimmen der Partei entscheiden pro Bezirk, wie viele Landtagsmandate ihr zustehen: den Freien Wählern in Niederbayern insgesamt sieben. Aus Sicht der Kelheimer FW genau eines zu wenig – Dennis Diermeier landete mit seinen 15.601 Gesamtstimmen auf Platz acht.

Abgezeichnet hatte sich das für ihn schon am Montag; obwohl er im Stimmkreis Kelheim 15.148 Erststimmen errang. Als „Newcomer“ im Landtagswahlkampf sei ihm aber klar gewesen, dass es schwierig würde, im restlichen Niederbayern viele Stimmen via Liste zu holen, so Diermeier am Montag. Dies und die im niederbayerischen Vergleich niedrige Einwohnerzahl (und somit auch Wahlberechtigten-Zahl) im Kreis Kelheim waren zu hohe Hürden für den 32-Jährigen. Er sieht aber mit seinem parteiinternen Platz acht durchaus noch Optionen.

„Ich bin damit der erste Nachrücker der FW in Niederbayern – und in fünf Jahren kann immer was passieren“ – beispielsweise bei Hubert Aiwanger: Der Parteichef, der im Stimmkreis Landshut das Direktmandat errang, hat bekanntlich Bundestags-Ambitionen. Sollte Aiwanger bei der Wahl 2025 der Sprung nach Berlin gelingen, würde sein Landtags-Mandat frei – für Diermeier.

Der Kelheimer will sich aber nach eigenen Worten nicht auf das Maximilianeum versteifen, sondern „von Wahl zu Wahl“ denken, insbesondere auch auf kommunaler Ebene. Eine zweite Landtags-Kandidatur in fünf Jahren will er zum jetzigen Zeitpunkt ebenso wenig ausschließen wie eine Bewerbung um den Landratsposten oder eine neuerliche Kandidatur als Kelheimer Bürgermeister. Immerhin habe er in der Kreisstadt mehr Erststimmen geholt als CSU-Direktkandidatin Petra Högl: „Da brauche ich mich nicht zu verstecken“.

Wie bei den FW reicht es auch bei den übrigen Parteien und ihren Kelheimer Kandidatinnen und Kandidaten nicht zu einem niederbayerischen Listenmandat. So hat die drittplatzierte AfD Anspruch auf vier Mandate; Kelheims Direktkandidat Christian Breu bleibt mit Gesamtstimmen-Platz neun somit außen vor. Die Grünen im Bezirk stellen künftig zwei Abgeordnete – zu wenig für den Kelheimer Bewerber Daniel Elsner, obwohl er sich, von Stimmzettel-Platz zehn aus, deutlich nach vorne gearbeitet hat: Er landet Grünen-intern auf Platz vier im Wahlkreis. Denselben Platz im Gesamtstimmen-Ranking nimmt Luisa Haag ein, Kelheims Direktkandidatin der SPD. Die Abensbergerin stand am Stimmzettel auf Platz fünf. Eva Keil aus Biburg, die für die Kelheimer FDP angetreten war, kam, wie schon beim Stimmzettel, auch bei den FDP-Gesamtstimmen letztlich auf Platz zwei in Niederbayern. Die Liberalen scheiterten allerdings bei der Wahl insgesamt an der Fünf-Prozent-Hürde.