Kinder- und Jugendfarm Regensburg: Trägerverein gibt sich noch zwei Jahre

Die Bilanz der Kinder- und Jugendfarm kann sich sehen lassen: Alleine im vergangenen Jahr zählte Monika Göttler, Vorsitzende des Trägervereins Jufatreff, bei 246 Programmpunkten 7448 Besucher. Jetzt geht es darum, die Einrichtung in Zukunft zu erhalten.
Dabei gehört die Kinder- und Jugendfarm nach über 20 Jahren so fest zum Regensburger Stadtnorden wie der Sender auf dem Keilberg, das Windrad bei Sallern oder die Aussicht im Aberdeen-Park.
Generationen von Kindern lernten hier, das Kaninchen-Gehege ruhig zu betreten, um die Tiere nicht zu verschrecken – ob nun im offenen Betrieb, bei Schulkooperationen oder Ferienaktionen. Wer einmal hier war, weiß auch, dass der Schweinestall zum Schutz Tiere mit den Steckdosennasen nur über eine Schleuse betreten werden darf. Die Kinder füttern die Tiere, misten ihre Gehege aus und lernen dabei fürs Leben.
Verein sucht Nachwuchs
Dafür arbeiten hier gerade zwei Sozialpädagogen, eine Büro- und Verwaltungskraft, außerdem kümmern sich Helfer um das Gelände mit den Gehegen für die 35 Tiere. Dazu gehören vier Schafe, vier Ziegen, drei Schweine sowie einige Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner und Enten.
Damit dieses Angebot bestehen kann, ist Göttler auf zwei Dinge angewiesen: Helfer und Geld. Weil viele Mitglieder des Trägervereins aus den Anfangsjahren des Projekts stammen, tut sie sich mit der Perspektive schwer. „Wenn alles so bleibt, wie es jetzt ist, steht zur Debatte, dass wir aufhören müssen“, sagt Göttler. Denn auf dieser Basis sei der Verein nicht mehr für längere Zeit weiterzuführen. Zwei Jahre wollen sie und ihre Mitstreiter noch probieren, den Träger der Kinder- und Jugendfarm zu retten. Dann aber werde sich die Frage stellen, ob das Projekt in die Hände eines anderen Trägers übergeben werden muss oder ob sich bis dahin genügend neue Mitglieder gefunden haben, die selbst bestimmen können, wie es damit weitergeht. Dabei muss man Farmen wie diese mit der Lupe suchen. Göttler sagt, dass die nächsten in Erlangen oder München liegen. Deswegen sei es so wichtig, junge Vereinsmitglieder aufzutun. „Das könnten zum Beispiel Eltern von Kindern sein, die das Angebot gerade nutzen“, sagt sie.
Hoffen auf Spenden
Aber Göttler hat noch ein weiteres Problem: Das Angebot finanziere sich durch Spenden, Fördergelder, Gelder aus Stiftungen, außerdem bemühe Göttler sich um Beiträge aus Gerichtszuweisungen. Das sei viel Arbeit, schließlich müsse sie sich um jeden dieser Anträge einzeln kümmern. Jedes Jahr müsse sie auf diese Weise sicherstellen, dass das Geld auch auf dem Konto eingeht, damit der Betrieb der Kinder- und Jugendfarm für weitere zwölf Monate gesichert ist. Diese Unsicherheit sei belastend. „Es gibt keine Förderung, mit der zu 100 Prozent zu rechnen ist“, beschreibt Göttler ihre Situation. Stattdessen brauche sie Planungssicherheit – etwa in Form von institutionalisierter Förderung. Immerhin hänge von der Summe, die sie auftreibt, zum Beispiel ab, wie viele Sozialpädagogen eingestellt werden können.

