Mit Ergebnis zufrieden: Wolfgang Pöschl (AfD) holt im Landkreis Cham 21,5 Prozent

„Gar nicht mal so schlecht!“, so kommentiert AfD-Direktkandidat Wolfgang Pöschl sein Ergebnis bei der Landtagswahl im Landkreis Cham.
Lange Zeit lieferte er sich am Wahlabend ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den zweiten Platz mit Julian Preidl von den Freien Wählern. Am Ende hatte Pöschl aber knapp das Nachsehen. „Ich war überrascht, dass ich so nah dran bin an Preidl. Ich habe die Freien Wähler stärker eingeschätzt“, sagt der AfD-Mann.
Vor einer Woche habe er für sich ein Wahlergebnis von 22 Prozent vorhergesagt – mit seiner Prognose lag er nur ganz knapp daneben, wie sich am Sonntagabend zeigte.
Stimmenzuwachs gegenüber 2018
Die AfD hat im Landkreis Cham im Vergleich zur Wahl im Jahr 2018 also deutlich zulegen können. Das habe natürlich auch am Zuwachs der Partei in Bayern zu tun, sagt Pöschl. Zudem sei er in der Region bereits wegen der Bundestagswahl bekannt gewesen. Aber auch die Themen Massenmigration („Die AfD hat sich klar dagegen positioniert“), Ukraine-Krieg („Die AfD sei von Anfang an gegen Waffenlieferungen gewesen“) und Energiewende („Die Energiepolitik der bayerischen Regierung ist falsch“) hätten Wählerstimmen gebracht, ist Pöschl überzeugt.
Wie bei den vorherigen Wahlen hat die AfD auch heuer vor allem im Südosten des Landkreises ihre Hochburgen, sei es in Neukirchen b. Hl. Blut (28,8 Prozent), Arrach (27,1 Prozent) und Eschlkam (26,5 Prozent). „Das war so zu erwarten“, sagt der diplomierte Physiker und Mathematiker.
Innerpolitischer Streit hält an
Der innerpolitische Ärger mit dem AfD-Bezirksverband habe sich nicht auf das Ergebnis ausgewirkt, sagt der Lohberger. Das gegen ihn eingeleitete Parteiausschlussverfahren „hängt in der Luft“. Der 59-Jährige, der im Café Seps in Cham feierte, spricht sich dafür aus, den Streit beizulegen.
Ob es für ihn über die Liste für den Einzug in den Landtag reicht, ist noch unklar. „Die Chance ist gut“, meint Pöschl am Wahlabend, als er die Ergebnisse der AfD-Kandidaten in den anderen Wahlkreisen vergleicht. „Und wenn ich es nicht in den Landtag schaffe, dann sollte es zumindest wieder für den Bezirkstag klappen“, so Pöschl.