Freie Wähler feiern: Julian Preidl erwartete das Ergebnis im Club in Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 8. Oktober 2023 um 21:25

Zehn Monate Wahlkampf liegen am Sonntagabend hinter Julian Preidl, von den Freien Wählern. Getreu dem Motto, „Man weiß nie, was kommt“, hatte der Landtags-Kandidat zur Feier in der Discothek UG1 in seiner Heimatstadt gut 130 Unterstützer eingeladen. Egal, wie das Ergebnis ausfallen sollte.

Natürlich wurde schon vor der ersten Hochrechnung heiß über das mögliche Ergebnis diskutiert. Würde Preidl den Sprung in den Landtag schaffen? Gefreut hat sich Julian Preidl als Moderator der Wahlparty der „etwas anderen Art“ jedenfalls schon bei der Eröffnung. Er selbst hatte sich bis kurz vor 18 Uhr noch etwas zurückgezogen und das erste Musikstück seinem Parteifreund und Bürgermeister Markus Hofmann überlassen.

„Ganz egal, wie dieser Abend stimmtechnisch ausgeht – wir haben einen Wahlkampf geboten, der die Freien Wähler nach vorne gebracht hat“, sagt er noch vor der Hochrechnung vor seinen Unterstützern. Noch nie habe es so viele Banner gegeben, noch nie eine so massive Social-Media-Kampage. An diesem Abend solle es aber „nicht um mich gehen, sondern um uns alle“, sagt er, während im Hintergrund die ersten Zahlen der Landtagswahl in Hessen über die Handys laufen. Die aus Bayern lassen noch auf sich warten.

Wie gut Preidls Chancen sein würden, das kann zu Beginn dieses Abends niemand sagen. „Um kurz nach 19 Uhr kann ich ziemlich sicher sagen, ob er es geschafft hat oder nicht“, zeigt sich Noch-MdL Robert Riedl, der bisherige Arbeitgeber von Julian Preidl, sicher. Kuchen mit Wunderkerzen werden hereingetragen, mitgebrachte Häppchen verzehrt, während das Warten auf die ersten Hochrechnungen weitergeht. Dass vor Montagmittag wohl kein sicheres Ergebnis für ihn selbst feststellen werde, erklärt Preidl seinen Gästen zwischendurch. Dann noch der definitive Abschied von Robert Riedl, der ja sicher nicht mehr im neuen Landtag vertreten sein wird, und viele weitere Spiele. „Das Format habe ich gewählt, um mich selbst von den Ergebnissen abzulenken“, sagt Preidl.

Um 19.30 Uhr weiß Robert Riedl zwar nicht zu sagen, ob es Preidl in den Landtag schaffen wird, aber: „Er hat unter allen Kandidaten der Freien Wähler bisher die meisten Stimmen in der ganzen Oberpfalz“, verkündet er zwischen viel Musik und diversen Party-Spielen, die Preidl weiter (scheinbar) ganz entspannt moderiert. Rund die Hälfte der Wahllokale im Landkreis Cham sind bis dahin ausgezählt. Seine Parteikollegen Markus Hofmann und Wolfgang Pilz debattieren jede neue Zahl, die bekannt wird – natürlich immer mit einem halben Auge darauf, wie Christian Schindler aus Cham für die FW auf der Liste abschneidet.

Erst färben sich vier Ortschaften orange, drei Stunden später werden es noch zwei sein – Rettenbach und der einzige Ort, der zuvor blau eingefärbt gewesen war: Hohenwarth. Hier holt Preidl mehr Stimmen als Gerhard Hopp von der CSU. Gegen 20.30 Uhr sind fast alle Stimmbezirke im Landkreis Cham ausgezählt, und der Kandidat ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „3000 Stimmen mehr als ich damals“, stellt Robert Riedl fest und ist stolz. „Das kommt auch nicht von ungefähr“, sagt Preidl im Gespräch mit unserer Zeitung. „Da steckt viel Arbeit von vielen dahinter in den vergangenen Monaten.“ In den meisten Stimmbezirken habe das Ergebnis der Freien Wähler gesteigert werden können im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl. Das komme nicht „von ungefähr“, und darum sei es ihm an diesem Abend auch ein Anliegen gewesen, mit allen Unterstützern zu feiern. Egal, ob er in den Landtag einziehe oder nicht – Politiker und Wähler müssten sich generell wieder mehr annähern, aufeinander zugehen und zuhören.