Schule in der Ukraine durch Spenden saniert

Von Wolfgang Abeltshauser · 9. Oktober 2023 um 11:00

Die Hilfslieferungen für die Ukraine, die Josef Kronauer aus dem Neustädter Ortsteil Bad Gögging seit vielen Jahren auf die Beine stellt, laufen beharrlich weiter. Der andauernde Krieg werde laut Initiator sicherlich nichts daran ändern. Großzügige Geldspenden machen sogar spezielle Aktionen möglich.

Immer wieder schickt Kronauer Fotos von erfolgreichen Hilfsaktionen an Unterstützer. Jüngst war es wieder so weit. Diesmal sind auf den Bildern Kinder und Jugendliche beim Mittagessen zu sehen. Sie sitzen in der frisch renovierten Mensa ihrer Schule. Die steht in einem der westukrainischen Orte, auf die sich die Hilfe aus Neustadt konzentriert.

Auch der Boden der dazugehörigen Sporthalle wurde mit Hilfe der Unterstützung aus Deutschland erneuert. Durch zwei jeweils vierstellige Spenden konnte man laut Kronauer 5000 Euro für die Maßnahmen beisteuern. Lesyja Binkowski blickt mit besonderer Freude auf diese Bilder. „Das ist die Schule, in die ich früher gegangen bin“, berichtet sie im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Hilfe für diese Einrichtung stand vor 20 Jahren am Beginn der Ukrainehilfe aus Bad Gögging. Und schon damals war Binkowski, die einst als Apair nach Deutschland kam, mit dabei.

Für den 83-jährigen Kronauer aus Bad Gögging bekommt die Hilfsarbeit für die Ukrainer in diesen Tagen eine ganz besondere Note. Bereits vor 20 Jahren erhielten kleine Kinder in der Ukraine Pakete aus Bad Gögging. Mittlerweile sind die erwachsen – etliche von ihnen stehen in diesen Wochen im Kampfeinsatz im Osten und Süden des Landes. Kronauer ist es besonders wichtig, dass sie regelmäßig Verpflegungspakete an die Front erhalten.

Verbandsmaterial ist wichtig

Nicht nur deshalb sei die Hilfe nötiger denn je. Jeden Monat macht sich ein Sprinter voll mit Paketen auf den Weg Richtung Ukraine. Da sei immer auch Verbandsmaterial und Medizin mit dabei. Das sei für zwei Lazarette bestimmt, zu denen man mittlerweile Kontakte habe. Binkowski telefoniert eigentlich täglich mit ihren Freunden und ihrer Familie in der Ukraine. „Ich habe Angst um sie“, gesteht sie. Immerhin leben alle im Wesen des Landes, der nicht gar so im Fokus der russischen Angriffe liegt.

Ihre Mutter und ihre Geschwister leben dort. Vor allem für die Mama komme eine Ausreise ins ferne Deutschland einfach nicht infrage. Binkowski berichtet, dass auch viele in der Heimat bleiben, weil sie Landwirte sind und etwa ihre Tiere nicht allein lassen wollen.

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Adressaten der Hilfe sind mittlerweile nicht zuletzt viele Binnenflüchtlinge aus den Kampfgebieten, die im Westen untergekommen sind. Kronauer imponiert, dass viele Ukrainer nach wie vor sehr motiviert seien, sich dem Aggressor entgegenzustellen.

Die Unterstützung aus Deutschland hilft da eben, den schwierigen Alltag so gut es geht zu bewältigen. Schon vor dem Krieg unterstützen Kronauer und Binkowski ältere Menschen und Familien sowie Kinderheime. Aber auch normale Familien kämen mittlerweile rein wirtschaftliche unter Druck. „Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn des Krieges um 300 Prozent gestiegen“, beklagt Binkowski. Außerdem müssten die Menschen wieder für den Winter vorsorgen. Was bedeute, es müsse Brennholz gekauft werden. Außerdem sähen sich viele gezwungen, Stromgeneratoren zu kaufen, um unabhängig bei der Energieversorgung zu sein.

Mittlerweile ist ein Weg gefunden, auf dem Hilfsgüter relativ unkompliziert transportiert werden können. Der Sprinter, der einmal in der Woche mit Hilfsgütern startet, steuert genau genommen Pilsen in der Tschechei an. Von dort gibt es eine regelmäßige Busverbindung in die Westukraine. „Der Busfahrer nimmt die Pakete und Kuverts mit Spendengeldern kostenlos mit“, freuen sich die beiden.

Kontakte zahlen sich aus

Hier helfe es eben, so Binkowski, wenn man seine mittlerweile geknüpften Kontakte pflegt. Wobei es auch ein Stück Zufall gewesen sein, Infos über die Buslinie zu bekommen.

Von kurzzeitigen Rückschlägen lässt man sich dabei nicht unterkriegen. So hatte der Bus vor wenigen Tagen, als die Septemberlieferung auf den Weg gebracht werden sollte, eine Panne. Er konnte nicht fahren. Das konnte die Hilfsaktion aber nur kurzfristig aufhalten.

Sperrige Güter, wie etwa ein Krankenbett, das auch schon mal transportiert wurde, sind mit dem Bus nicht in die Ukraine zu bringen. Dafür gib es einen anderen Weg. Eine Firma liefert nach wie vor regelmäßig Möbel aus der Ukraine nach Deutschland. Beim Rückweg in die Heimat würde der Fahrer im Falle des Falles solche Gegenstände mitnehmen.

Das Mittagessen schmeckt in der neuen Mensa. Foto: Kronauer