Mehr Platz für Gewerbe in Irnsing

Von Wolfgang Abeltshauser · 6. Oktober 2023 um 11:00

Es hat lange gedauert, aber jetzt scheinen die Vorarbeiten für das wichtige Gewerbegebiet in Irnsing auf der Zielgeraden zu sein. Die endgültige Entscheidung hat jetzt der Stadtrat zu fällen.

Wie berichtet, soll in Irnsing auf sechs Hektar an der Schlossstraße im Bereich des Friedhofs ein neues Gewerbegebiet aufgestellt werden. Wie Bürgermeister Thomas Memmel in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses berichtete, sollen dort Betriebe, die bisher in den nördlichen Ortsteilen mitten in den Dörfern beheimatet sind, eine neue Heimat finden. An den bisherigen Standorten könnten sie sich nicht weiterentwickeln.

Im Aufstellungsverfahren seien viele Empfehlungen und Hinweise von Behörden, Organisationen und den Bürgern gekommen, die eingearbeitet werden mussten. Deshalb habe es mehr als die üblichen zwei Auslegungsrunden der Planunterlagen gegeben, nach denen Stellungnahmen möglich sind.

Jetzt galt es im Bauausschuss, die Stellungnahmen nach der dritten Runde zu bearbeiten. Das tat der Bauausschuss, seine Mitglieder sprachen sich dafür aus, das Projekt weiterzuverfolgen.

Behörden zeigen sich zufrieden

Grundsätzliche Kritik seitens Behörden und Organisationen kam nicht mehr auf. Anna-Lena Dichtl vom Bauamt erklärte dabei, dass jetzt eine weitere Grünfläche eingeplant ist. Dort soll ein Löschwasserbecken Platz finden, das notwendig für den Brandschutz sei.

Laut Dichtl zeigten sich die verschiedenen Abteilungen des Landratsamtes mit den durchgeführten Änderungen einverstanden. Sowohl Naturschutz als auch Städtebau stellten fest, dass es mit dem jetzt ebenso eingeplanten Mischgebiet einen ordnungsgemäßen Übergang zwischen Wohnen und Gewerbe gebe. Jetzt seien die Parzellen mehr an die vorhandene Bebauung angebunden und nicht mehr schlauchartig entlang der Schlossstraße angelegt. Laut Regierung von Niederbayern sei das Plangebiet an eine geeignete Siedlungseinheit angebunden.

Kritische Töne von Bürgern

Kritische Töne gebe es aber nach wie vor von Bürgern. Dabei haben einige eine Stelle in Irnsing im Blick, die gar nicht zum Umgriff des neuen Gewerbegebiets gehört. Die enge Fahrbahn im Bereich der Kurve bei der Kirche sei ein Gefahrenherd. Mancher denkt wohl daran, dass das Gewerbegebiet für mehr Verkehr dort sorgen wird.

Laut Dichtl und Memmel habe man die Stelle sehr wohl im Blick. Allerdings sei davon auszugehen, dass durch an den Ortsrand verlegte Betriebe die Verkehrsbelastung an besagter Stelle eher abnehme. Weitere Lösungsansätze würden überlegt – etwa eine andere Stellung von Verkehrsspiegeln oder ein Blicklicht.

Weitere Bürger hatten vorgeschlagen, doch eher in den Innenbereichen nach mögliche Flächen zu suchen. Dichtl sagte dazu, dass Eigentümer von leeren Flächen angeschrieben wurden, um herauszufinden, ob sie abgabebereit wären. „Die Reaktionen darauf waren sehr zurückhaltend. Geeignete Gewerbeflächen in den nördlichen Ortsteilen waren dabei nicht enthalten“, steht es in den Unterlagen zur Sitzung, die der Mittelbayerischen vorliegen. Memmel kündigte an, bald im Stadtrat über die Satzung des Bebauungsplans abstimmen zu lassen.

Im Ortsteil Mauern soll die angedachte Änderung des Bebauungsplans Weinfeld I weiter verfolgt werden. Dafür sprach sich das Gremium bei zwei Gegenstimmen aus. Künftig sollen in dem Bereich auch zweistöckige Häuser möglich sein. Grundsätzliche gehe es um sechs Baulücken.

Bebauungsplan gefordert

Vor einigen Jahren wollte laut Memmel ein Bauherr so bauen, was ihm vom Landratsamt verwehrt wurde. Für diese Bauweise müsse der Bebauungsplan geändert werden – so die Aussage der Behörde.

Diese Änderung stieß der Neustädter Stadtrat bereits 2019 an. Weil andere Maßnahmen als wichtiger angesehen wurden, lag das Projekt einige Zeit auf Eis, wie der Bürgermeister einräumte.

In der Sitzung sprach sich Sabine Rieger (SPD) gegen die Änderung aus. Ihr währe es lieber, wenn es bei der einstöckigen Bebauung bleiben würde. Dichtl wies darauf hin, dass es auch entsprechende Stellungnahmen von Bürgern gibt. Konrad Sigl (Ortsliste) und Gerhard Karrer (Landliste) verlangten, den Beschluss des Vorgängergremiums beizubehalten. Sie gehen davon aus, dass unabhängig von der Vorgabe des Bebauungsplans letztendlich eine zweistöckige Bebauung möglich wird, weil es in der Nähe des Gebiets des Bebauungsplans bereits solche Gebäude gibt.