Regensburger Stadtbahn: Sind zwei „Einbahnstraßen“ im Norden die Lösung?

Von Rainer Wendl · 4. Oktober 2023 um 18:44

Wie geht die Stadtbahn-Planung im Regensburger Norden weiter? Dazu hatten Stadträte am Mittwoch eine neue Idee. Technisch machbar ist nicht gleichbedeutend mit sinnvoll. Dies wurde am Mittwoch in der Sitzung des Stadtbahn-Ausschusses deutlich, als es um die möglichen Alternativen für die umstrittene Streckenführung durch die Sandgasse ging.

Wie berichtet hatte das Planungsbüro Schüßler-Plan Anregungen aus der Bürgerschaft aufgegriffen und insgesamt fünf Varianten für den Stadtnorden geprüft. Drei davon wurden als technisch machbar erachtet. In einer vertieften Untersuchung soll nun ihre jeweilige verkehrliche Wirksamkeit ermittelt werden. Die Möglichkeit, die Stadtbahn über Nordgau-, Amberger und Chamer Straße nach Wutzlhofen zu führen, gehört zwar zu diesen drei Varianten, spielte in der Diskussion der aber keine Rolle.

Wutzlhofen bleibt gesetzt

Auch die Option, über die Donaustaufer Straße den Walhalla-Bahnhof anzusteuern, fand nur eine Erwähnung. Diese war kurz und eher negativ. „Ein Ende der Strecke am Walhalla-Bahnhof verhindert die Anbindung des künftigen Baugebiets in Wutzlhofen“, sagte Klaus Rappert (SPD). Thomas Thurow (Brücke) pflichtete ihm bei: „Wir müssen an den Verknüpfungspunkt Wutzlhofen.“ Maria Simon (Grüne) betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Erschließung von weniger Wohngebieten negativ auf die Kosten-Nutzen-Rechnung auswirke.

Von den übrigen Fraktionen ließ ebenfalls kein Stadtrat einen Zweifel daran, dass der Zielpunkt Wutzlhofen weiterhin gesetzt bleibt. Doch wie hinkommen wenn nicht über die Sandgasse? Die einleuchtendste alternative Strecke führt über die Isarstraße und die Brandlberger Brücke zur Pilsen-Allee. Den Nachteil dieser Option lieferten die Experten von Schüßler-Plan allerdings gleich mit: Die Brandlberger Brücke müsste einerseits erneuert und andererseits um eine etwa 100 Meter lange Abfahrtsrampe ergänzt werden. Die Kosten dafür belaufen sich nach heutiger Schätzung auf 9,14 Millionen Euro.

Hierauf formulierte Gabriele Opitz eine Idee, wie sich dieses Geld sparen ließe. Die FDP-Stadträtin schlug eine Lösung mit zwei „Einbahnstraßen“ vor – in Richtung Norden würde die Stadtbahn wie ursprünglich geplant durch die Sandgasse fahren, von Wutzlhofen zurück in den Süden entlang der Pilsen-Allee.

Weil so das Problem gelöst wäre, in der engen Sandgasse einen Begegnungsverkehr planen zu müssen, sprachen sich sowohl Thurow als auch Irmgard Freihoffer (Linke) für eine eingehende Prüfung dieser Anregung aus. Diese wird nun erfolgen, auch wenn Frank Steinwede vom Stadtwerk Mobilität solche Streckenschleifen als zeitintensiv und somit für die Fahrgäste eher unattraktiv bezeichnete.

„Immer einen Plan B oder C“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sagte zu dieser quasi frisch im Ausschuss geborenen Idee: „Wir machen jetzt keinen Workshop für neue Linienvarianten.“ Weil aber die einzelnen Streckenteile bereits geprüft worden seien, könne nun auch eine Kombination von beiden noch einmal genauer angeschaut werden.

„Man braucht ja immer auch einen Plan B oder C“, meinte das Stadtoberhaupt und griff damit eine Formulierung auf, die Kathrin Fuchshuber (CSU) zu einem früheren Zeitpunkt der Sitzung geäußert hatte – zusammen mit der Sorge, dass sich damit die Masterplanung weiter verzögert.