Fotoausstellung in der Stadtbücherei Neustadt a.d. Donau ist eine Zeitreise

„Neustadt an der Donau in alten Ansichten“ ist eine Ausstellung betitelt, die am 5. Oktober in der Stadtbibliothek eröffnet wird. Hinter dem harmlos klingenden Titel verbirgt sich eine Bilderschau, die zahlreiche seltene Blicke auf die Stadt wirft. Stadtarchivar Anton Metzger hat die Ausstellung mit Neustadts Büchereileiterin Brigitte Lindenstruth-Folwill zusammen gestellt.
Die ausgestellten Fotos und Postkarten, teils noch mühselig per Hand koloriert, stammen aus dem Fundus des Stadtarchivars und wurden von ihm in jahrzehntelanger Arbeit zusammen getragen. Dutzende Vorträge und Bücher sind aus Metzgers Sammelleidenschaft entstanden, bisweilen kamen mehrere hundert Zuseher zu seinen Veranstaltungen.
Allein für diese Ausstellung, die während des ganzen Oktobers in der Stadtbibliothek zu sehen sein wird, hat Anton Metzger aus mehreren hundert historischen Ansichtskarten und Stadtansichten über 80 Karten und Ansichten ausgewählt. Damit war die Arbeit für den Stadtarchivar aber noch nicht beendet. Er recherchierte zu den Motiven und beschrieb sie ausführlich. Die Ausstellung wird damit zu einer höchst informativen Reise in die Vergangenheit der Stadt.
Viele Informationen und Geschichten, die die Fotos erzählen
So gibt es zum Beispiel über Informationen über die Sattlerei von Georg Weinbauer. Der Betrieb bestand mitten in der Altstadt, heute ist er nur noch älteren Bürgerinnen und Bürgern ein Begriff. Ein anderes Foto zeigt die Bahnhofstraße an der Einmündung der Leprosenstraße. Heute gibt es hier den „Hosen-Hans“, doch wer weiß noch, wie es hier früher ausgesehen hat?
Die Fotos erzählen Geschichten. Das tun sie auch bei alltäglichen Motiven wie am Alten Friedhof. Hierzu gibt es auch eine Luftaufnahme. Beide Fotos zeigen, wie ländlich Neustadt a.d. Donau in diesem Bereich einst war. Das zeigt sich auch bei der südlichen Ansicht der Bahnhofstraße. Einst standen Bäume zu beiden Straßenseiten. Die wurden später abgeholzt, um Platz für den Verkehr zu schaffen. Inzwischen gibt es Überlegungen, im Rahmen der Altstadtsanierung neue Bäume anzupflanzen.
Manchmal zeigen sich die Unterschiede vor allem im Detail, so beispielsweise bei einem Bild der Herzog-Ludwig-Straße aus dem Jahr 1904. Die Pfarrkirche trägt hier noch ihren barocken Kirchturm. Er wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend nicht mehr originalgetreu aufgebaut.
Manchmal muss man genau hinsehen
Auch für ein Foto vom Kirchplatz gilt, dass man genau hinsehen muss. Es handelt sich bei der Aufnahme nicht nur um ein altes Bild. Gezeigt wird auch, dass es am Kirchplatz 3 einst Süßes gab. Hier bestand nämlich eine Spezerei und Konditorei.
„Neustadt an der Donau in alten Ansichten“ hat das Zeug, eine Ausstellung zu werden, die lange in Erinnerung bleiben wird. Anton Metzger ist mit Unterstützung von Brigitte Lindenstruth-Folwill ein wichtiger Beitrag zum Jubiläumsjahr rund um die Verleihung der Stadtrechte vor 750 Jahren gelungen.
Der Opa erzählte immer von früher
Auch diese Ausstellung, die am 5. Oktober eröffnet und zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbibliothek besichtigt werden kann, gründet auf Metzgers Großvater. „Der Opa hat immer von früher erzählt“, erklärt er. Wobei mit „Früher“ vor allem Geschichten aus der Heimat, ihren Menschen und ihren Erlebnissen gemeint war.
Das meiste war mündliche Überlieferung. Schriftlich gab es nicht viel, vor allem nicht über das Dritte Reich. Für Anton Metzger war beides ein Ansporn, sich eingehend mit der Geschichte seiner Heimatstadt zu beschäftigen. Er sammelte und ordnete deshalb alles, was er bekommen konnte und was ihm wichtig erschien. Urkunden, Fotos, Akten. Und wenn er auf Lücken stieß, forschte er in Archiven nach. So kam es, dass aus dem Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Neustadt a.d. Donau auch der Spezialist fürs Archiv wurde.



