Teublitz’ neuer Pfarrer ist offen für Digitales: Lucas Lobmeier wurde offiziell ins Amt eingeführt

Von Josef Schaller · 2. Oktober 2023 um 13:00

Nach dem Wechsel von Pfarrer Michael Hirmer nach Burglengenfeld war Lucas Lobmeier als sein Nachfolger in der Pfarrei Herz Jesu nach Teublitz beordert worden. Am Sonntag wurde der neue Pfarrer bei einem feierlichen Gottesdienst nun durch Dekan Hirmer offiziell in sein Amt eingeführt.

Die Blaskapelle Teublitz sowie kirchliche und weltliche Vereine begleiteten Pfarrer Lobmeier in einem Festzug zur Pfarrkirche Herz Jesu, an der er von Dekan Hirmer und der Pfarrgemeinde willkommen geheißen wurde. „In dieser Kirche, die wir gleich betreten werden, versammelt sich deine Gemeinde, die du im Auftrag deines Bischofs leiten darfst", so der Dekan bei der Begrüßung. „Wenn wir diese Türe öffnen, ist das ein Symbol dafür, dass du durch deinen Dienst den Menschen die Tür zum ewigen Leben öffnen darfst.“ Er sei stolz und freue sich, in seiner ehemaligen Pfarrgemeinde den neuen Pfarrer zu installieren, sagte Hirmer. Er freue sich auch deswegen, weil er der tiefen Überzeugung sei, dass er hierher nach Teublitz passe.

Die Menschen auf Jesus Christus verweisen

In seiner Predigt bezeichnete Hirmer seinen Nachfolger als „digitalen Pfarrer", der immer sein Tablet mit sich führe. Die Bezeichnung „digital“ werde abgeleitet vom lateinischen Wort „digitus“ (der Finger), wie der Dekan ausführte. Es sei auch ganz wichtig, dass Lobmeier als Pfarrer Fingerspitzengefühl beweise und mit seinen Fingern immer in die richtige Richtung zeige, so wie auf diese Gemeinde. Hier schlummerten viele Charismen, die Gott in Teublitz habe wachsen lassen. Auf manche Menschen müsse man jedoch genauer hinschauen und hinzeigen, so Hirmer. Nämlich auf Menschen, die krank, schwach und alt seien, Menschen, die seine heilsamen Hände bräuchten.

Der neue Pfarrer werde in einer Gesellschaft, die nicht mehr so ganz christlich sei, seine Finger und Hände auch in manche Wunden legen müssen. Das Wichtigste jedoch sei, dass er auf einen zeige, nämlich auf Jesus Christus. Lucas Lobmeier sei sich bewusst, so Hirmer, dass er die Menschen immer wieder auf Christus verweisen könne. Er sei der Fingerzeig Gottes, ein digitaler Mensch.

Leben in der Pfarrei kommt neu in den Blick

Pfarrgemeinderatssprecher Georg Niederalt sagte im Anschluss an den Gottesdienst, er freue sich, dass der Wechsel nun endlich vollzogen sei. Mit dem neuen Pfarrer wolle man das Leben in der Pfarrei neu in den Blick nehmen und dabei schauen, was man auf jeden Fall bewahren sollte, weil es sich gut bewährt habe. Ebenso gehöre es dazu, sich auch einmal von etwas zu trennen. Veränderungen seien gelegentlich zwar ungemütlich, aber manchmal müsse man alte Zöpfe abschneiden, damit etwas Neues entstehen könne.

Bürgermeister Thomas Beer bot dem neuen Pfarrer eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit an und wünschte ihm das nötige Quäntchen Zufriedenheit. Denn nur dann könne er diese auch an seine Pfarrgemeinde weitergeben.

Lobmeier sieht in Teublitz großen Zusammenhalt

Zum Schluss richtete der junge Pfarrer, der zum ersten Mal eine eigene Pfarrei leiten wird, noch persönliche Worte an die Gläubigen. Er sagte, es stimme in froh und zuversichtlich, dass er hier in einer Gemeinde sei, die nicht ständig bespielt werden müsse, sondern schon selbst wisse, wie sie ihren Glauben lebe, bewahre und weitertrage. Sein persönlicher Anspruch sei es, nahe bei den Menschen zu sein und ihnen mit klaren Worten die Botschaft des katholischen Glaubens nahezubringen. Ihm sei bewusst, dass das nicht immer gelingen werde und Zeit brauche. Aber bei einem guten Zusammenhalt wie in Teublitz werde das gelingen.

Der neue Pfarrer kam auf Umwegen zum Amt

Der gebürtige Regensburger Lucas Lobmeier wuchs in Tegernheim auf. Nach seiner Lehre zum Oberflächenbeschichter bei der Krones AG zog es ihn für drei Jahre in die nördliche Oberpfalz, wo er sein Abitur an der Spätberufenenschule Fockenfeld (Landkreis Tirschenreuth) nachholte. Anschließend trat er in das Priesterseminar in Regensburg ein und begann, nach einem Vorbereitungsjahr in Passau, das Studium der katholischen Theologie an der Universität Regensburg.

Nach seinem Abschluss im Juli 2018 landete er, nach einer Zwischenstation in der Pfarrei St. Josef in Weiden, als Kaplan in der Pfarrei St. Marien in Sulzbach-Rosenberg.

Der neue Seelsorger übernimmt im Teublitz seine erste eigene Pfarrei.