Train ist bei Bräustüberl gespalten

Bürgermeister Gerhard Zeitler will noch in diesem Jahr eine Entscheidung erreichen, wie es auf dem Zehentstadl-Areal weitergehen soll. Bei einer Bürgerversammlung am Freitagabend wollte er ein Meinungsbild aus der Bevölkerung erhalten. Es zeigte sich, dass dies ähnlich wie im Gemeinderat gespalten ist.
Das Interesse war groß an der Veranstaltung im Zehentstadl. Zeitler ging auf Nachfrage der Mittelbayerischen von rund 130 Teilnehmern aus. Anfangs referierte Planer Manfred Brennecke über die vorliegenden Alternativen zur weiteren Gestaltung des Platzes mit Schloss, Zehentstadl und Bräustüberl.
Wie berichtet gibt es den Vorschlag, das Bräustüberl zu sanieren, als Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten (zehn Gästezimmer) zu nutzen und dazu einen Dorfstadl für Veranstaltungen zu bauen, der im Norden des Platzes an das Bräustüberl anschließt. Dazu liegt als Alternative auf dem Tisch, beim Zehentstadl einen Anbau zu errichten, und das Bräustüberl zumindest erst einmal nicht zu sanieren.
Anfangs meldeten sich die Stimmen zu Wort, die einer Sanierung des Bräustüberls kritisch gegenüberstehen. Ein Bürger forderte: „Wir sollten keine Rücksicht nehmen auf die alten Mauern.“ Wenn, dann sollte das Gebäude neu gebaut werden. Ein dort integrierter Bürgersaal sei für ihn die bessere Idee als ein Dorfstadl.
Andere befürchten, für das Stüberl keinen adäquaten Pächter zu finden. Brennecke antwortete darauf, dass er sich diesbezüglich Rat bei Gastronomen geholt habe. Sein Fazit sei: Wenn der Betreiber neben der Gaststätte Einnahmen aus Übernachtungen und Veranstaltungen im Stadl habe, müsste es funktionieren.
Ein Investor würde helfen
Wieder andere mahnten die hohen Kosten von deutlich mehr als sechs Millionen Euro an, wobei ja nur ein Bruchteil davon als Förderung zu erwarten sei. „Es ist keine Pflichtaufgabe einer Kommune, Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen“, war der Tenor. In diesem Zusammenhang wurde die Idee laut, einen Investor zu suchen. Auch eine Bürgergenossenschaft sei doch denkbar. Andere betonten, darunter auch der Bürgermeister, dass man die Baumaßnahme auf mehrere Abschnitte aufteilen könne. Dann müsse nicht alles auf einmahl bezahlt werden. Die Variante ohne Sanierung des Stüberls kommt laut Brennecke auf etwa drei Millionen Euro.
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Andere Stimmen stellten für sich fest, ein Stadl im Norden des Platzes würde den Blick auf das Schloss versperren. Brennecke widersprach hier. Im Gegenteil: Es sei gerade so viel zu sehen, dass Neugierde erzeugt werde.
Es gab aber sehr wohl Stimmen, die sich für die Sanierung des Stüberls aussprachen. So stellte ein Teilnehmer, der sich als Neubürger bezeichnete, fest, das Bräustüberl im jetzigen Zustand sei ein Schandfleck. „Da muss etwas gemacht werden.“ Und Übernachtungsmöglichkeiten, etwa für Familienbesuch, wären durchaus hilfreich.
Eine andere Stimme forderte: „Der Gemeinderat sollte über seinen Schatten springen.“ Solle den das Stüberl noch 20 Jahre im jetzigen Zustand verbleiben? Diese Frage wurde mehrfach gestellt. Eine Bürgerin beklagte, in ihrer Familie hätten weder Taufen noch Kommunionen im Ort gefeiert werden können, weil es an einem Veranstaltungsort fehle. Das wäre in ihren Augen bei einem sanierten Stüberl mitsamt Dorfstadl gegeben. Brennecke sprach sich eindeutig dafür aus, das Bräustüberl zu sanieren. Immerhin sei das Fehlen einer funktionierenden Gastronomie bereits vor Jahren als das große Manko von Train festgestellt worden.
Entscheidung in diesem Jahr
Zeitler sprach sich nicht konkret für eine Variante aus. Er betonte, dass er nichts gegen den Willen der Bevölkerung beschließen wolle. In seinen Augen müsse es aber noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben. Gegenüber der Mittelbayerischen kündigte er an, im November oder Dezember das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen zu wollen.
In der Versammlung sagte er, er würde das Projekt aber nur dann weiter vorantreiben, wenn es im Rat eine klare Mehrheit für eine der Varianten gebe. Dies ist nach der Veranstaltung im Zehentstadl aber nicht wahrscheinlicher geworden.
