Jura-Garnelen: Ja zum Bauantrag – Jetzt muss das Landratsamt entscheiden

Von Dagmar Fuhrmann · 28. September 2023 um 19:00

Die Diskussion über die geplante Zucht von Garnelen währt in Berngau (Landkreis Neumarkt) schon eine lange Zeit. Jetzt hat der Gemeinderat für den Bauantrag einer Halle für Aquakultur eine Entscheidung getroffen.

Damit ist das Vorhaben „Jura-Garnelen“ in die entscheidende Phase eingetreten. Unter den Bauanträgen im Gemeinderat Berngau befand sich der Neubau einer Halle für Aquakultur, besser bekannt als das Vorhaben Jura-Garnelen in Allershofen. Der Antrag umfasst den Neubau einer Halle mit Hofladen und Mitarbeiterwohnung. Ohne jegliche Diskussion erteilte die Gemeinderäte das sogenannte gemeindliche Einvernehmen. Letztlich entscheiden wird über den Antrag das Landratsamt.

Glasfaserausbau in Berngau geht voran

Wer in der Gemeinde Berngau noch keinen Glasfaseranschluss hat, und daher eine Datenrate von weniger als 100 mbit/s im Download zur Verfügung hat, kann sich darauf einstellen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Der Gemeinderat hat die Firma Laber-Naab-Infrastruktur GmbH (LNI) ermächtigt, die weiteren Schritte einzuleiten, und Fördermittel zu beantragen. René Meyer erläuterte dem Gemeinderat das genaue Vorgehen und die Ergebnisse des Markterkundungsverfahren. LNI wird das Netz erstellen, das aber im Eigentum der Gemeinde bleibt, bespielen wird es die Telekom. Da hier öffentliche Gelder in Anspruch genommen werden, gelte der Grundsatz, dass die LNI nicht dort tätig sein darf, wo ein privater Anbieter vorhanden ist.

Das Ausbauvorhaben der Gemeinde betrifft 224 Adressen, unter anderem in der Pavelsbacher Straße, in der Tyrolsberger Straße und im Lärchenweg. Die Versorgung gehe nach dem Prinzip „von außen nach innen“. Demnach kommen die Haushalte mit der derzeit besten Versorgung als letze an die Reihe. Das Netz der Telekom sei diskriminierungsfrei, das bedeutet, dass die Telekom auch andere Netzanbieter zulassen muss. Als Baubeginn nannte Meier das Jahr 2024. Auf die Gemeinde kommen Kosten von etwa 218.000 Euro zu.

Hatte der Gemeinderat bisher gedacht, wenn er von Investoren für eine Freiflächenphotovoltaikanlage eine Hecke verlangt, dann tue er immer der Umwelt etwas Gutes, so musste er sich von Landschaftsarchitekt Max Wehner von Team 4 eines besseren belehren lassen. Es ging um die geplante PV-Anlage Lohe.

Diese liegt laut Wehner in einem Vogelhabitat, im dem sich auf jeden Fall Feldlerchen und vielleicht auch der Kiebitz wohlfühlen. Wenn die Anlage nun mit einer Hecke begrünt würde, würden die Vögel verscheucht und es müssten 1,5 Hektar Ausgleichsfläche bereitgestellt werden. Laut Wehner sei der Sichtschutz auch ohne die Hecke gewährleistet, da die Anlage keine Fernwirkung habe.

Bei den Gemeinderäten wurden Befürchtungen laut, dass künftig weitere Investoren ebenfalls auf Begrünung verzichten möchten und ihnen hierfür eine Steilvorlage geliefert werde. „Sie öffnen nicht die Büchse der Pandora, jeder Betreiber muss für seine Anlage neu die Wirkung nachweisen“, versuchte Wehner die Gemeinderäte zu überzeugen, auf die Hecke zu verzichten.

Kein Verzicht auf die Hecke

Auch das Argument, der Plan ohne Hecke sei funktionslos überzeugte die Gemeinderäte nicht. Sebastian Schrafl meinte, es sei ein Unterschied, ob die Gemeinde die Order bekomme, die Hecke wegzulassen oder ob sie freiwillig darauf verzichte.

Der Beschluss lautete schließlich, den Plan mit vorgesehener Hecke einzureichen. „So haben wir die Präzedenzwirkung nicht“, sagte Bürgermeister Thomas Meier und verabschiedete den Planer mit den Worten: „Ich weiß, das ist nicht das, was Sie sich vorgestellt haben, aber so funktioniert Demokratie.“