Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels: Warum nicht einfach umfahren?

Die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels schwebt wie ein riesiges Damoklesschwert über den Autofahrern aus Regensburg und der gesamten Umgebung. Voraussichtlich 2027 soll sie beginnen – und dann acht Jahre dauern. Acht Jahre, in denen die Verkehrssituation rund um das Nadelöhr der A93 wohl durchgehend angespannt sein wird. Ein MZ-Leser will deswegen wissen: Könnte der Verkehr nicht einfach großräumig umgeleitet werden? Die Mittelbayerische hat das Bundesverkehrsministerium gefragt.
Jupp Voit aus Kareth geht vermutlich völlig zu Recht davon aus, dass die Tunnelsanierung zu einer Zerreißprobe für den hiesigen Verkehr werden wird. Es drohen „riesige Verkehrsstaus“, glaubt er. Das Autobahnkreuz bei Regensburg könne die Masse an Fahrzeugen jetzt schon kaum verarbeiten: „Nicht zu vergessen, dass der Fernverkehr noch mehr zunehmen wird.“
Eine Option: Bei Pfatter ausfahren
Voit hat eine Idee: Autofahrer, die auf der A3 aus der Richtung Passau kommen und in Richtung Hof weiterwollen, sollten kurz vor Regensburg, etwa bei Pfatter oder Rosenhof auf eine Querverbindung umgeleitet und etwa bei Regenstauf wieder auf die A 93 gelassen werden. „Es muss doch nicht sein, dass aller Fern- und Durchgangsverkehr über das Autobahnkreuz fahren muss und Stunden im Stau verbringt“, sagt Voit. Dies könnte seiner Meinung nach auch zu einer Verringerung der Belastungen für die Umwelt beitragen.
Er wundert sich insbesondere darüber, dass bei der Planung der Sanierung auch der vorangeschaltete Bau einer dritten Röhre – die Idee wurde letztlich jedoch verworfen – im Gespräch war, um die Verkehrsprobleme zu verringern. Über eine Querverbindung als Entlastung sei aber nie gesprochen worden: „Das wäre aber doch eventuell billiger und kürzer, als eine dritte Röhre zu bauen“, sagt Voit.
Möglichkeiten zur Umfahrung wurden geprüft
Auf Anfrage teilt das Bundesverkehrsministerium nun mit, dass Querverbindungen sehr wohl geprüft worden seien. Und zwar in einer umfassenden Verkehrsuntersuchung für den Großraum Regensburg im Jahr 2005. Damals seien auch die Möglichkeiten für „großräumige West- und Ostumfahrungen im Zuge der A 93“ analysiert worden.
Die damaligen Berechnungen hätten ergeben, dass eine Nordwest- oder Westumfahrung von Regensburg „wegen zum Teil erheblicher Umwegigkeit“ nur eine sehr begrenzte Entlastung für die verkehrlich kritischen Abschnitte der A 93 in Regensburg bewirkt hätten. Die dafür notwenigen Eingriffe in Natur und Landschaft wären zudem problematisch gewesen. Die langfristige Planung einer Nordwest- oder Westumfahrung von Regensburg sei daher nicht weiterverfolgt worden.
Seit Jahren wird über Verkehrsprobleme diskutiert
Auch Nordost- oder Ostumfahrungen von Regensburg seien untersucht worden. Diese hätten rein auf den Verkehr bezogen eine „hohe Attraktivität“ gehabt. Aufgrund der „enormen Raumwiderstände sowie der fehlenden Wirtschaftlichkeit“, so wären zum Beispiel auch lange Tunnelstrecken erforderlich gewesen, seien sie letztlich aber als nicht realisierbar eingeschätzt und wieder verworfen worden.
Über Möglichkeiten, die Verkehrsprobleme während der Sanierung zumindest zu verringern, wird seit Jahren diskutiert. Zuletzt trat auch der Verkehrsbeirat A93 Pfaffenstein erstmals zusammen. In diesem sind Vertreter von Stadt und Landkreis, von Wirtschaft und Handwerk, von ÖPNV, Politik und der Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes dabei.
Kritik kommt von Peter Aumer (CSU)
Ein Mitglied des Beirats äußerte sich nach der ersten Sitzung allerdings kritisch in der Öffentlichkeit. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer teilte mit, dass das Vorgehen des Bundes „unverantwortlich“ sei und „großen Schaden für die Entwicklung der Region“ hinterlassen werde. Schließlich sei nun bereits ein Jahr seit der Vorstellung der Planung für die Sanierung vergangen, viele Fragen seien aber immer noch offen. „Entgegen mehrfacher Versprechen gibt es noch keine Verkehrsuntersuchung, die die Auswirkungen während der Bauphase untersucht und Lösungsvorschläge für den Ausweichverkehr aufzeigt“, sagt Aumer: „Auch steht weiterhin im Raum, dass Tunnel und Brücke nacheinander saniert werden, was zu einer jahrzehntelangen Baustelle mit allen Auswirkungen auf den Verkehr führt.“