Feuerwehrhaus-Sanierung auf Eis: Stadtrat Hemau will noch mal ganz neu starten

Von Daniel Pfeifer · 27. September 2023 um 19:00

Am Dienstagabend tagte der Stadtrat von Hemau (Landkreis Regensburg). Neben der Zukunft des Feuerwehrhauses war auch der Glasfaserausbau, Windkraft, konkrete Ideen für das neue Naherholungsgebiet und eine hohe Briefwahlquote Thema der Sitzung.

Fünf Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Hemau waren am Dienstagabend als Zuschauer bei der Sitzung des Stadtrates zu Gast. Aus gutem Grund: Dort besprachen die Lokalpolitiker unter anderem die Zukunft des Feuerwehrhauses. Aber auch der Ausbau von Windenergie, Pläne für ein Naherholungsgebiet und ein „Schlussstein“ für den Glasfaser-Ausbau waren Themen der Sitzung. Ein Überblick.

Alles auf Anfang beim Feuerwehrhaus Hemau

In Reih und Glied stand der Hemauer Feuerwehrnachwuchs am Dienstagabend, zeitgleich mit der Stadtratssitzung, zur Abnahme der Jugendflamme vor dem Feuerwehrhaus. Das Gebäude aus den 80ern ist in die Jahre gekommen. Bereits am 27. Juli 2021 beschloss der Stadtrat, dass eine Sanierung und ein Anbau sinnvoll sei.

Seitdem hätten explodierende Baukosten, gekürzte Förderungen und die Folgen des Ukraine-Kriegs diese Pläne durchkreuzt, sagte Hemaus Bürgermeister Herbert Tischhöfer. Aus diesem Grund beschloss der Stadtrat einstimmig, den damaligen Maßnahmenbeschluss aufzuheben und „noch einmal ganz neu durchzustarten“, wie Tischhöfer es formulierte. Geplant sei nun, schnellstmöglich eine Gesprächsrunde zu starten, bei der Mitglieder der Feuerwehr mitbestimmen. Auch ein Neubau stünde wieder im Raum.

Glasfaser für alle grauen Flecken in Hemau

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Sitzung betraf den Glasfaserausbau. Nachdem die Laber-Naab Infrastruktur GmbH (LNI) bis Mitte 2024 die „weißen Flecken“ (bislang schlechteste Abdeckung) im Breitbandnetz von Hemau angeschlossen haben will, sollen neben den „hellgrauen Flecken“ nun auch die „dunkelgrauen Flecken“ (bislang mittelmäßige Abdeckung) angepackt werden. Die wäre quasi ein „Schlussstein im Glasfaserausbau“, wie Bürgermeister Herbert Tischhöfer es nannte. Wenn die 696 „dunkelgrauen“ Anschlüsse nun auch angepackt würden, wäre man „in großen Schritten“ auf dem Weg zu einem kompletten Glasfasernetz für alle Hemauer bis zum Jahr 2030. Einstimmig beschloss der Stadtrat, die Weichen dafür zu stellen und die Telekom mittels einseitigem Optionsrecht zu verpflichten, auch hier als Netzbetreiber zu agieren.

Ideen für das künftige Naherholungsgebiet

Zu Gast beim Stadtrat war Anne Wendl vom Büro „Landimpuls“. Sie stellte Möglichkeiten vor, wie die Fläche zwischen Volksfestplatz und Sportplatz zu einem Naherholungsgebiet für alle Hemauer umgebaut werden kann. Kern der Grünen Lunge wäre ein Park und ein Spielplatz, weiter wäre ein Klimawald und ein Multifunktionsfeld, zum Beispiel für eine Skateanlage, denkbar. Einstimmig beschloss der Stadtrat, Zuwendungen und eine Flächennutzungsplanänderung zu beantragen, eine Bürgerbeteiligung zu starten und den Ideenplan als Grundlage zu billigen.

Weitere Punkte des Stadtrats

Neuer Feldgeschworener: Rudolf Schön aus Tiefenhüll wurde als neuer Feldgeschworener für die Gemarkung Berletzhof bestätigt. Sein Vorgänger Anton Rippel hört altersbedingt auf.

Briefwahlquote: Von 6876 wahlberechtigten Hemauer Bürgern haben 3134 Briefwahl für die Landtagswahl beantragt. Bei einer Wahlbeteiligung von 75 Prozent läge die Quote bereits bei 61 Prozent.

Jahresrechnung: Ausschusschef Franz Greipl berichtete: 2022 stand bei Rücklagen statt erwartetem Minus von 44000 Euro ein Plus von einer Million. Pro-Kopf-Verschuldung von Hemau sank unter 250 Euro.

Windanlagen: Der Höhenzug im Gemeindesüden bleibt begehrt. Neue Investoren haben sich gemeldet, dort Windanlagen bauen zu wollen. Abstand zu Haid/Altenlohe soll möglichst eingehalten werden.