Spatenstich für die neue Hauptfeuerwache Neumarkt: Im Herbst 2026 soll alles fertig sein

Mindestens 26 Millionen Euro kostet der Bau der neuen Hauptfeuerwache für die Neumarkter Wehr. Viel Geld, für das die Kameraden einiges bekommen. Sogar einen neuen Turm mit Atemschutz-Trainingsstrecke. Jetzt war Spatenstich.
Feuerwehr-Geschwindigkeit war es nicht gerade, mit der die Planung der neuen Hauptfeuerwache vonstatten gegangen ist, scherzte Architekt Markus Weber vom Architekturbüro Schnabel + Partner am Donnerstagnachmittag beim Spatenstich. „Wenn man an die bisherige Geschichte des Projekts denkt, kann man es gerade nicht mit einem schnellen Feuerwehr-Einsatz vergleichen. Aber jetzt ist es endlich soweit“, freute er sich ebenso wie alle übrigen Gäste des kleinen Festakts an der Obi-Kreuzung, wo schon seit einiger Zeit gebaggert wird.
Ein „Tag der Freude“ sei es auch für Oberbürgermeister Thomas Thumann, nach seinem Geschmack hätte es ebenfalls ein wenig zügiger gehen dürfen. Schließlich sei es ein Projekt, das für die Bürger sehr wichtig sei. Er blickte noch einmal kurz auf die Geschichte des Umzugs an die Obi-Kreuzung zurück. Das Grundstück habe man gewählt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Sanierung der derzeitigen Feuerwache an der Florianstraße nicht wirtschaftlich wäre. Am neuen Standort ließen sich die Einsatzzeiten optimieren: Dank der Lage am Verkehrsknotenpunkt kommen die ehrenamtlichen Kameraden schnell zur Wache und die Rettungsfahrzeuge dann ebenso schnell in alle Richtungen zum Einsatz. Positiver Nebeneffekt: Das freiwerdende Grundstück am Kanal solle später zur Refinanzierung des Neubaus beitragen.
Für den muss die Stadt nämlich tief in die Tasche greifen. Mehr als 26 Millionen sind derzeit veranschlagt, wobei zumindest ein Teil der Kosten über Förderungen refinanziert werden kann. Die Regierung der Oberpfalz habe bisher 2,16 Millionen Euro Förderung beschieden, aber: „Wir hoffen, dass wir noch mehr bekommen. Vielleicht sogar das Doppelte“, gab sich OB Thumann optimistisch.
Nicht nur die Stadt Neumarkt, sondern der ganze Landkreis profitiert vom Neubau, denn darin wird auch die Atemschutz-Strecke des Landkreises integriert. Landrat Willibald Gailler freute es, dass es mit der Zusammenarbeit geklappt hat. Der 23 Meter hohe Turm für die Übungsstrecke wird nicht nur ein prägendes Element des Gebäudes sein, sondern auch Anziehungspunkt für Floriansjünger aus weiterem Umkreis, denn: „58 Feuerwehren gibt es im Landkreis mit Atemschutzgeräte-Trägern. Und die müssen alle qualifiziert werden.“
Bis es soweit ist, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen. Zuerst werden 1000 Verdrängungsbetonsäulen in fünf bis sechs Meter Tiefe in den Boden getrieben, um ihn zu stabilisieren, erklärte Architekt Markus Weber, dann soll noch in diesem Jahr die Bodenplatte fertig werden. Nächstes Jahr startet der Rohbau, fertig soll der Komplex im Herbst 2026 werden.
Dort findet sich dann eine große Fahrzeughalle mit 20 Stellplätzen, Waschhalle, Werkstatthallen, aber auch Räume für die Einsatzabwicklung, Schulung, Verwaltung und Technik. Und freistehend, nahe der Bahngleise, der Turm mit der Atemschutz-Übungsstrecke.