Premiere für Cham: In Janahof wird ein Studentenwohnheim mit sieben Wohnungen gebaut

Eine Premiere in Cham steht an: ein erstes kleines Studentenwohnheim soll gebaut werden – und zwar in Janahof, gleich am Kreisel, wo gerade die neue Brücke über den Quadfeldmühlbach gebaut wird. Am Mittwoch stimmte der Bauausschuss dem Bauantrag einstimmig zu, der nun zur Genehmigung ans Landratsamt geht.
Das dortige Gebäude mit Schuppen, wo früher eine Gärtnerei war, soll abgerissen und durch ein Einfamilienhaus und sieben Studentenwohnungen ersetzt werden.
30 Prozent würden bleiben
Chams Bürgermeister verbindet mehr mit diesem ersten Bau als die Antwort auf die Frage, wo die laut Prognosen zunehmende Zahl vor allem ausländischer Studenten in der Hochschulstadt Cham wohnen sollen. Hierauf eine Lösung direkt vor Ort zu finden sei vielmehr auch eine Antwort auf die drängender werdende Frage, wo die Wirtschaft künftig ihre Fachkräfte herbekommt.
Denn, so Martin Stoiber, immerhin 30 Prozent der Studierenden bleibe im Landkreis und arbeite hier für Chamer Unternehmen. Würden diese Studenten der internationalen Studiengänge des Chamer Technologie Campus aber in Straubing oder Regensburg wohnen, wie es aktuell vielfach der Fall sei, weil sie in Cham keine Wohnungen finden würden, sei die Chance gering, dass diese gut ausgebildeten Fachkräfte sich hier ansiedeln und hier arbeiten würden, so Stoiber, der seinen Appell an Investoren erneuerte: „Bauen sie Studentenwohnheime!“
Eine Umfrage unter den ausländischen Studenten hatte den Bedarf an Wohnraum zuletzt noch einmal unterstrichen und deutlich gemacht, dass ein Verbleib im Landkreis auch von der Wohnsituation abhängig ist. Auch der Technologie Campus hatte bereits gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis Interessierte eingeladen, um um den Bau solcher Wohungen zu werben. „Deshalb ist mir der Bau von Studentenwohnheimen ein großes Anliegen“, so Stoiber. Er appellierte auch an Besitzer leerstehender Wohnungen, darüber nachzudenken, Studenten aufzunehmen.
Um möglichen Interessenten die Sache auch als Vermieter schmackhaft zu machen, fragte er bei Bauausschussmitglied und Stadtrat Georg Kerschberger nach, wie die Studenten denn so seien, die zumeist aus Indien kämen. Kerschberger hat bereits ausländische Studenten in seinen Immobilien als Mieter. Es seien junge Leute, die sicher an und an über die Stränge schlagen würden, doch insgesamt gesehen, seien sie freundliche und sehr hilfsbereit, beschrieb der Architekt seine Erfahrungen.
Parkplätze für Fahrräder
Im Zusammenhang mit Studentenwohnheimen sollte auch die städtische Stellplatzordnung überholt werden, denn die Studenten seien mit Fahrrad oder E-Scooter unterwegs, befand Arthur Scheurer vom Bauamt. Folglich bräuchten die Bauherren nicht so viele Stellplätze wie sonst vorgeschrieben. Wobei wichtig sei, dass diese Vorgabe an die Nutzung als Studentenwohnheim gebunden sei.
Aufträge vergeben
Klärschlamm: Der Klärschlamm der Stadt wird landbaulich verwertet, etwa um Kohlegruben zu füllen. Der Jahresauftrag für die Beseitigung des Schlamms bekam jetzt die Firma Wagenbauer aus Neuötting, das Auftragvolumen beträgt 183.000 Euro.
Löcher: Für kleine Straßensanierung hat der Bauausschuss auch den Jahresauftrag vergeben. Den bekam die Firma Rädlinger zugesprochen, der Auftragswert beträgt 247.600 Euro.
Feuerwehr: Die Elektro- und Fernmeldearbeiten am Feuerwehrhaus in Vilzing bekam die Firma Elektrotechnik Wagner aus Schönferchen zugesprochen, zum Auftragswert von 257.500 Euro.