Burglengenfeld: Gründung weiterer Krippengruppen ist vorerst gescheitert

Von Thomas Rieke · 22. September 2023 um 05:00

Die mehrfach für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichnete Stadt Burglengenfeld hat ein Problem: Auch sie schafft es nicht mehr, Eltern, die ihren Nachwuchs in eine Krippe geben möchten, ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen. Das führte jetzt im Bauausschuss zu einer nicht uninteressanten Debatte.

Sofie L. (Name der Redaktion bekannt) hatte es schon geahnt, dass es für sie schwierig werden würde, für ihre kleine Tochter(2) zum Herbst einen Krippenplatz zu ergattern. Kämmerin Elke Frieser hatte kurz vor der Sommerpause in öffentlicher Sitzung einräumen müssen, dass es eine längere Warteliste gibt. Man sei zwar fest entschlossen, weitere zwei Krippengruppen zu gründen, doch es sei durchaus nicht sicher, ob die infrage kommenden Träger das Personal dafür stellen könnten. Passend dazu gab sie bekannt, dass die von einem Verein betriebene Krippe im Neuen Stadthaus eine Gruppe habe schließen müssen – wegen Fachkräftemangels. Auch dadurch habe sich das Problem verschärft.

Die Stadtverwaltung hat schon im Juli die Karten auf den Tisch gelegt. Lesen Sie dazu: Kinder, Kinder! Schon wieder zu wenig Betreuungsplätze in Burglengenfeld

Sofie L. fand also in Burglengenfeld keinen Betreuungsplatz und versuchte es in Maxhütte-Haidhof. Doch dort habe man ihr mitgeteilt, auch hier seien Krippenplätze knapp und man nehme nur noch Kinder auf, deren Eltern im Stadtgebiet gemeldet seien.

Um ihren beruflichen Wiedereinstieg nicht noch weiter hinaus zu zögern, sah L. keinen anderen Weg, als sich auch jenseits der Landkreisgrenzen umzusehen – und wurde fündig. Tagtäglich muss sie nun allerdings 20 Kilometer (einfach) zurücklegen, um ihre Tochter in gute Hände zu übergeben.

Glatzl plädiert für Kooperation im Städtedreieck

Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) bestätigte auf Anfrage von Hans-Edmund Glatzl (BFB), dass Burglengenfeld ähnlich verfahre wie Maxhütte-Haidhof: Einheimische hätten absoluten Vorrang. Allerdings zeigte sich Gesche für Glatzls Vorschlag aufgeschlossen, das Thema in einer der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechungen auf die Tagesordnung zu setzen: Die Kommunen im Städtedreieck sollten ausloten, ob bezüglich der Kita- und Krippenplätze nicht doch eine Kooperation und Koordination zugunsten der hier ansässigen Familien möglich wäre.

Gesche bestätigte ferner, dass es nicht gelungen ist, pünktlich zum Start ins neue Betreuungsjahr die im Naabtalpark geplanten beiden zusätzlichen Krippengruppen einzurichten. Mehrere potenzielle Träger hätten abgesagt.

Ehemalige Schul-Container würden Platz bieten

Räumlichkeiten stünden indes bereit. Genutzt werden sollten Container, welche bis vor kurzem der Mittelschule als Ausweichquartier dienten. Nun hofft Gesche, dass sich die Situation zum Jahreswechsel wieder entspannt. Die stillgelegte Gruppe im Neuen Stadthaus solle bald wieder den Betrieb aufnehmen.

Nach Angaben der städtischen Pressereferentin Ulrike Pelikan-Roßmann gibt es aktuell für Krippenplätze eine Warteliste mit 50 Namen. Acht Eltern hätten es zwar zwischenzeitlich geschafft, ihren Nachwuchs andernorts unterzubringen, ein Teil aber habe klargemacht, dass man, sobald sich die Möglichkeit ergeben würde, wieder nach Burglengenfeld wechseln wolle.

13 Meldungen beziehen sich laut Pelikan-Roßmann erst auf das kommende Jahr, so dass unterm Strich aktuell 35 Mütter und Väter gezwungen gewesen seien, familienintern eine Lösung zu finden.