Kinder, Kinder! Schon wieder zu wenig Betreuungsplätze in Burglengenfeld

Noch knabbert die Stadt an den Folgen des verfrühten Baubeginns für einen Kindergarten und eine Krippe, da zeichnet sich ab, dass die Kommune nicht umhin kommen wird, ein weiteres Kinderhaus zu errichten. Kämmerin Elke Frieser skizzierte am Mittwoch in der letzten Stadtratssitzung vor der sogenannten Sommerpause die Situation bei der Betreuung des Nachwuchses.
Und die hat sich ihren Worten zufolge in den vergangenen Monaten zugespitzt. Theoretisch gibt es in der Stadt 575 Kindergartenplätze. Weil die katholische Einrichtung Don Bosco aufgrund Personalmangels aber nur drei statt wie bisher üblich vier Gruppen anbieten kann, sind es nur 550 Plätze. Nach derzeitigem Stand stehen damit rund 15 Mädchen und Buben auf der Warteliste, berichtete Frieser.
Etwas entschärft werde die Lage dadurch, dass knapp die Hälfte dieser Kinder erst im Laufe des kommenden Jahres aufgenommen werden solle. Gelänge es dem Träger des Don-Bosco-Kindergartens, doch noch bis zum Herbst genügend Fachkräfte für die vierte Gruppe zu finden, wäre die Betreuung für alle gemeldeten Knirpse im Kita-Alter gewährleistet. Doch die Hoffnung ist gering. Don Bosco sucht seit vielen Monaten nach Verstärkung – bisher ohne Erfolg.
Auch Krippe im Neuen Stadthaus meldet Gruppe ab
„Ein paar Kinder bekommen keinen Platz“, resümierte die Kämmerin und lenkte den Blick auch auf die Krippen. Hier sind alle 120 Plätze, die theoretisch zur Verfügung stehen, belegt. Allerdings kam auch hier von der Leitung der Krippe im Neuen Stadthaus die Mitteilung, dass eine Gruppe wegen fehlenden Personals geschlossen werden müsse.
Es gibt hier also ab Herbst nur 24 statt 36 Plätze. Insgesamt stehen auf der Warteliste laut Frieser sogar 58 Kinder. Einige Eltern könnten auf eine Einrichtung in Kallmünz ausweichen, neun hätten als Aufnahmedatum erst 2024 genannt. Eine deutliche Verbesserung ergäbe sich aber nur durch die Schaffung von zwei weiteren Krippengruppen, sagte Frieser.
Mit dem Bau neuer Betreuungseinrichtungen ist das so eine Sache. Die Vorbereitung dauert, die Kosten sind hoch. Auch der Druck der Eltern ist nicht zu unterschätzen. Lesen Sie dazu auch: Zuschuss-Debakel: Mahnende Worte an die Burglengenfelder Räte
Als Übergangslösung sollten die bereits vorhandenen Container im Naabtalpark dienen, die schon früher für Kinderbetreuung genutzt wurden. Trotzdem sei es alles andere als sicher, ob die genannten Krippenplätze gebucht werden können. Das Personal dafür zu finden, werde sich „als überaus schwer erweisen“, so Frieser. Im schlimmsten Falle verschärfe sich wegen der Personalknappheit die Konkurrenzsituation zwischen den bestehenden Einrichtungen.
Wie die Kämmerin ferner berichtete, gibt es in der Verwaltung bereits konkrete Überlegungen, im Bereich des Baugebiets Hussitenweg ein weiteres Kinderhaus zu errichten. Damit könnten die Interimslösung an der Ludwig-Erhard-Straße (ebenfalls Container) aufgelöst und weitere Krippenplätze geschaffen werden.
Bösl: „Wir müssen vor die Welle kommen
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„58 Kinder auf der Warteliste sind für die Stadt kein Aushängeschild“, sagte 3. Bürgermeister Sebastian Bösl (SPD). „Wir müssen besser werden.“ Die Pläne für den Hussitenweg begrüßte der Sprecher der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke. Ziel müsse es sein, bei der Kinderbetreuung wieder „vor die Welle zu kommen“. Daher sollte das neue Kinderhaus so dimensioniert sein, dass Spitzen abgefangen werden könnten. Sogar eine spätere Nutzung als Senioreneinrichtung solle bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
„Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, konstatierte Markus Huesmann, stellvertretender Sprecher der CSU-Fraktion. Leider sei es gerade bei Kindern im Vorschulalter besonders schwierig vorauszuplanen, wie groß der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen sei. In Bayern sei er für unter Dreijährige im Schnitt deutlich niedriger als in den neuen Bundesländern.
Frieser: Zahlen bieten kein Zerrbild
2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) erkundigte sich nach der Zuverlässigkeit der vorgelegten Zahlen. Ob es nicht möglich sei, dass einige Eltern ihr Kind mehrfach angemeldet hätten, um auf Nummer sicher zu gehen? In früheren Jahren habe es das ja gegeben.
Seine Hoffnung wurde schnell zerstört. Laut Kämmerin Frieser ist das neue Erfassungsportal im Internet so genau, dass doppelte Meldungen ausgeschlossen seien.