Zum halben Preis unterwegs: Das Deutschlandticket bekommt in Regensburg einen Sozialtarif

Der Regensburger Verkehrsverbund soll den Preis für das Deutschlandticket für Menschen mit geringem Einkommen halbieren. Damit spart sich die Stadt sogar Geld.
Bürger mit geringem Einkommen können auch bisher schon günstiger Bus in Regensburg fahren: Sie erhalten mit dem Stadtpass ermäßigte Monatstickets. Bald sollen sie zum halben Preis in ganz Deutschland unterwegs sein können, das schlägt die Verwaltung den Stadträten des Sozialausschusses in ihrer Sitzung am Donnerstag vor.
Deutschlandticket kommt günstiger als die Monatskarte
Der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) soll nämlich seine Sozialtarife auf das Deutschlandticket erweitern. Dessen Nutzer können bundesweit alle Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs für 49 Euro monatlich nutzen; Auszubildende, Freiwilligendienstleistende und Studierende zahlen 29 Euro. Ziel der Stadtverwaltung ist jetzt, „dass bei Vorlage des Stadtpasses eine Reduzierung des Verkaufspreises für das ,Deutschlandticket’ sowie das ,Deutschlandticket Ermäßigung’ um jeweils 50 Prozent erreicht wird“. Damit würde es für Stadtpassinhaber 24,50 Euro beziehungsweise 14,50 Euro kosten – weniger, als sie bisher für ein Monatsticket für die Regensburger Busse zahlen.
Der neue Sozialtarif soll aber nicht nur ihnen Geld sparen, sondern auch der Stadt, die dem RVV Ausgleichszahlungen überweist. „Sollten von den geschätzt circa 15.000 nachgefragten Monatstickets in 2023 künftig 50 Prozent als Deutschlandticket verkauft werden, würden sich Minderkosten von rund 19.000 Euro ergeben“, heißt es in der Beschlussvorlage. Das Regensburger Monatsticket für Stadtpassinhaber soll es weiterhin geben, als Alternative zum Deutschlandticket, das nur digital und im Abo erworben werden kann. Eben weil es nur Online-Tickets gibt, sei die Umsetzung für den RVV aufwendig, sagt Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein. Er erklärt: „Zusammenfassend glaube ich, dass wir das Ticket bis Anfang des kommenden Jahres einführen können, sofern wir gemeinsam mit dem Amt für Soziales einen unkomplizierten Weg finden, wie die digitalisierte Berechtigungsprüfung umgesetzt werden kann.“
6700 Stadtpässe sind in Regensburg im Umlauf
Derzeit sind rund 6700 gültige Stadtpässe im Umlauf. Anspruch auf den Stadtpass haben etwa Empfänger von Bürgergeld, Grundsicherung und diversen weiteren Sozialleistungen, vom Kinderzuschlag bis zur Hilfe zur Pflege, sowie Asylbewerber. Sie zahlen bisher 28,50 Euro für ein Monatsticket, 19,50 Euro für ein Ökoticket, mit dem sie außerhalb des morgendlichen Berufsverkehrs unterwegs sein können, und 16,10 Euro im Schüler- und Auszubildendentarif.
Reinhard Kellner ist Vorsitzender der Sozialen Initiativen. Er sagt, diese begrüßten die geplante Erweiterung des Stadtpasses sehr. „Von Seiten des Sozialamts wird der Stadtpass seit Jahren gut beworben und es ist anzunehmen, dass dadurch auch das Deutschlandticket gut in die Gänge kommt.“ Dank dem Stadtpass hätten mehr als 10.000 einkommensarme Regensburger Anspruch auf eine Ermäßigung auf diverse private und öffentliche Angebote, Kellner nennt ihn deshalb eine „Erfolgsgeschichte“. Inhaber können auch Museen, Schwimmbäder, das Theater, die Sing- und Musikschule, die Stadtbücherei und die Volkshochschule günstiger nutzen.