Firma Ensinger in Cham weitet Kurzarbeit in der Produktion weiter aus

Von Christoph Klöckner · 20. September 2023 um 19:00

44 Stellen wollte das Unternehmen Ensinger zuletzt in Cham einsparen. Als eine der größten Firmen im Stadtgebiet leidet Ensinger unter dem Konjunkturabschwung im Bausektor – doch nicht nur in dem Produktionsbereich schwächelt der Auftragseingang, wie jetzt eine Nachfrage ergab. Die Folge: Die Kurzarbeit wird ausgeweitet.

Das Unternehmen, das mit seinem Hauptsitz im badenwürttembergischen Nufringen ansässig ist, jedoch einen der bisher mitarbeiterstärksten Produktionsstandorte in Cham hat, hatte nach Jahren des kontinuierlichen Aufschwungs erstmals aus Spargründen Mitarbeitern ein freiwilliges Gehen bei entsprechender Vergütung angeboten.

Sparprogramm ausgeweitet

Damit sollten insgesamt 44 Arbeitsplätze im Chamer Unternehmen eingespart werden. Es werde aber keine betriebsbedingten Kündigen geben, hatte Unternehmenssprecher Jörg Franke betont. Nun gehen die Sparmaßnahmen weiter, die seit Dezember für die Bausparte und nahe Sparten laufende Kurzarbeit wird auf weitere Bereiche des Werks ausgeweitet.

Die Begründung liegt auf der Hand. „Auch ein diversifiziertes Unternehmen wie Ensinger – mit weltweiten Aktivitäten in fast allen Industriebranchen – kann sich als Investitionsgüterhersteller nicht von der globalen Wirtschaftsentwicklung abkoppeln“, so Franke. Nach zwei sehr guten Geschäftsjahren sei der Auftragsbestand im laufenden Jahr stark zurückgegangen.

Dabei sei die Sparte insulbar, die am Standort Cham Isolierprofile für Fenster, Türen und Fassaden produziert, weiterhin stark von den Auswirkungen der „sehr schwachen Baukonjunktur“ betroffen. Auch für die kommenden Monate erwarte Ensinger hier keinen Anstieg der Nachfrage. „Da sich die wirtschaftlichen Erwartungen der Industrie weiter eingetrübt haben, zeigt auch der Geschäftsbereich Shapes (Halbzeuge) eine schwache Auftragslage“, führt Franke aus. Am Standort Cham stelle Ensinger im Polyamidguss-Verfahren Kunststoffplatten und -rundstäbe her.

Der überwiegende Teil der Halbzeuge werde aber am Hauptsitz in Nufringen im Extrusionsverfahren gefertigt. Auch hier rechne die Geschäftsleitung weiterhin mit einer schwachen Auslastung der Fertigung. „Daher wird Ensinger die vor einigen Monaten eingeleiteten Sparmaßnahmen verstärken“, erläuterte der Pressesprecher.

Stellenabbau abgeschlossen

Neben Kosteneinsparungen, die in der Verantwortung der Sparten und Service-Center liegen, werde Ensinger die bereits eingeführte Kurzarbeit auf weitere Bereiche ausweiten. „Über den Einführungszeitpunkt und den Umfang der Kurzarbeit wird die Geschäftsleitung kurzfristig entscheiden“, so Franke.

Das freiwillige Abfindungsprogramm zum Stellenabbau, das im Juli am Standort Cham auf den Weg gebracht worden sei, sei von den Beschäftigten gut angenommen worden. Die meisten der angesprochenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten Aufhebungsverträge unterschrieben. Unter Einbeziehung der geplanten Nicht-Verlängerung von befristeten Verträgen habe Ensinger damit das gesteckte Ziel erreicht, „daher konnte das Freiwilligenprogramm inzwischen abgeschlossen werden.“