Strom fürs Auto gehört für Hoteliers zum Service

Das Thema E-Mobilität ist längst bei den Hotels im Landkreis Kelheim angekommen. Immer mehr Gäste suchen sich ihre Übernachtungsmöglichkeiten danach aus, ob es Ladestationen bei den Hotels gibt. Hoteliers sehen sich in der Pflicht und zeigen sich vorbereitet.
Für Margit Zettl-Feldmann ist die Sache klar. Man werde sich dem Thema nicht verschließen können. Und so gibt es seit einigen Wochen drei Ladesäulen für Gäste vom Hotel Eisvogel in Bad Gögging. Seit einigen Jahren würden Gäste konkret nach Lademöglichkeiten fragen, bevor sie Hotelzimmer buchen. Im Altstadthotel in Abensberg, das Sebastian Kneitinger betreibt, sei das genau so. Nichts anderes ist von Ludwig Schneider vom gleichnamigen Hotel im Riedenburger Ortsteil Buch zu hören.
Dass Lademöglichkeiten nachgefragt werden, ist in Schneiders Augen klar, die Reichweite von Elektroautos ist eben begrenzt. „Wenn die Gäste bei uns ankommen, ist der Akku oft leer“, berichtet er.
Guter Wille alleine reicht nicht
Guter Wille alleine reiche nicht, um den Gästen den Ladeservice bieten zu können. So benötige man erst einmal Stromanschlüsse mit entsprechender Leistungsfähigkeit. Kneitinger bringt ein anschauliches Beispiel: „Es darf nicht sein, dass im Frühstücksraum der Eierkocher ausgeht, weil jemand sein Auto ansteckt.“
Außerdem sei es schlichtweg eine Investition, die überlegt sein müsse. Schneider spricht von mehreren zehntausend Euro für die vier Stationen, die er seit etwa zwei Jahren bereithält. Starkstromkabel mussten dafür verlegt werden.
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Und so hat es beim Eisvogel bis 2023 gedauert, bis Ladesäulen montiert wurden. Mit E-Mobilität grundsätzlich hat sich Zettl-Feldmann längst schon beschäftigt. So halte man seit Jahren Ladekapazitäten für Elektrofahrräder bereit, verleihe diese Gefährte an Touristen.
Im Altstadthotel sind seit neuesten sechs Ladestationen in der hoteleigenen Tiefgarage in Betrieb. Die Zahl der Gäste mit Elektroauto steige laut Zettl-Feldmann zwar, mache aber nach wie vor weniger als zehn Prozent aller Besucher aus.
Ähnlich schätzen Kneitinger und Schneider die Situation ein. „Die Tendenz ist aber klar ansteigend“, sagt der Abensberger. Viel eindeutiger sei das Bild bei den Radfahrern, die in der Region unterwegs sind. Da seien laut Kneitinger mittlerweile 95 Prozent mit Elektrounterstützung unterwegs.
Eigeninitiative ist gefragt
Die Frage, ob diese Art von Service ein Hotelier mittlerweile einfach bieten muss, will Zettl-Feldmann nicht allgemein beantworten. Das müsse ein jeder selbst entscheiden. Kneitinger befindet, dass es nicht die Sache von Kommune oder Staat sei, hier eine Infrastruktur für Touristen zu schaffen. Es sei die Eigeninitiative der Hoteliers gefragt. Schneider stimmt ihm zu. Immerhin gebe es Beratungen zum Thema seitens des Hotel- und Gaststättenverbandes, Kneitinger berichtet von Fördergelder seitens des Bezirks.
Kostenlos ist dieser Service für die Gäste im Übrigen nicht, es muss eine Gebühr dafür entrichtet werden. Laut Kneitinger wäre es ohnehin nicht möglich, die Ausgaben für die Anlagen über einen höheren Zimmerpreis hereinzubekommen. Außerdem wäre das ja unfair anderen Gästen gegenüber.
Sinnvoll für Tourismusort
Anfragen, ob es Ladestationen gibt, laufen auch in der Touristinformation in Bad Gögging immer wieder ein. Das sagt auf Nachfrage Nina Wein, bei der Touristinformation für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Tourismusdirektor Bernhard Meyer geht im Gespräch mit der Mittelbayerischen davon aus, dass die Nachfrage hier sicherlich weiter steigen werde. „Es wäre sinnvoll, dies noch mehr ins Zentrum zu rücken“, stellt er fest. Das würde Bad Gögging sicherlich gut anstehen, weil es ja auch eine Sache von Nachhaltigkeit sei. Er lobt, dass die Kommune zusätzliche Ladesäulen errichten will. Das reiche wohl aber noch nicht aus.
In Schneiders Augen gehören Elektroautos die Zukunft. Deshalb hat er sich entschlossen, seine Ladestationen öffentlich zugänglich zu machen. Jeder, der will, dürfe dort Energie tanken – unabhängig davon, ob er Gast im Hotel ist. Abrechnen können die Nutzer an den Ladesäulen direkt mit dem Stromlieferanten.