Forscher brauchen mehr Platz in Regensburg: Die Stadt bekommt einen vierten Campus

Der Freistaat Bayern plant zwischen dem Regensburger Uniklinikum und dem Jahnstadion ein Hochschul- und Forschungsareal. Unter anderem will dort ein Fraunhofer-Institut bauen.
Der Freistaat Bayern will auf seinem Gelände östlich des Uniklinikums ein Großprojekt verwirklichen, wie Gerhard Haslbeck vom Staatlichen Bauamt Regensburg am Dienstag den Planungsausschuss des Stadtrats informierte. „Es wird ein vierter Campus werden“, sagte er.
Universität, OTH und Uniklinikum haben keinen Platz mehr
Auf den Liegenschaften von Universität, Ostbayerischer Technischer Hochschule (OTH) und Uniklinikum sei kein Platz mehr für einen Ausbau des Wissenschaftsstandorts, erläuterte Haslbeck, Leiter des Bereichs Hochschulbau am Staatlichen Bauamt. Denn der Grünraum müsse geschützt werden, dürfe nicht überbaut werden. „Wir werden neue Flächen erschließen müssen.“ Es gelte nicht nur, universitäre Ansiedlungen unterzubringen, auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen drängten nach Regensburg.
Haslbecks Stellvertreter Stefan Krabatsch konkretisierte: „Es geht um Lehreinrichtungen, Institute und zentrale Einrichtungen.“ Zwischen 1300 und 3800 Menschen könnten in dem Areal zwischen Uniklinikum und Jahnstadion einmal arbeiten, je nach Dichte der Bebauung. Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin, das in Regensburg bereits mit dem Bereich „Personalisierte Tumortherapie“ vertreten ist, sei in der Vorplanung für einen Bau auf dem Areal. Weitere Projektanträge für Forschungsbauten lägen vor. Insgesamt können laut Haslbeck auf dem Gelände zwei bis drei Projekte verwirklicht werden, „in vielen kleinen Häppchen in den nächsten Jahrzehnten“.
2024 entscheidet Preisgericht über Entwürfe für den vierten Campus
Die Planung für den vierten Campus, an dem auch die künftige Stadtbahn einmal halten soll, steht erst am Anfang. Als ersten Schritt bereitet das Staatliche Bauamt einen Ideenwettbewerb für das Areal vor. In einer ersten Runde sollen sieben Planungsbüros aus München, Stuttgart und Berlin erste Ideen und Strukturen liefern, bevor drei Gewinner eine Bebauungsstruktur planen. Einen Siegerentwurf soll das Preisgericht im Sommer 2024 küren.
Ziel ist laut Krabatsch: „Es soll ein grüner, nachhaltiger Campus werden.“ Das 12,1 Hektar große Areal soll zu 60 Prozent bebaut werden, so dass die Frischluftschneise, die sich bisher von den Friedhöfen am Galgenberg über die Flächen von Universität und OTH an den Stadtrand zieht, erhalten bleibt. Optisch soll sich der neue Campus allerdings durchaus von den bestehen Hochschulgeländen abheben. Haslbeck versicherte: „Wir müssen nicht nur in Beton bauen.“ Staatlicher Standard seien mittlerweile Holzbauten.