Ausbau statt Erneuerung: Nächste Großbaustelle in Regensburg verschlingt Millionen

Von Heike Haala · 20. September 2023 um 05:00

Der Regensburger Baustellensommer 2023 neigt sich mit den Arbeiten am Kumpfmühler Stachus seinem Ende entgegen. Nun zeichnet sich der nächste marode Verkehrsknoten ab, der eine Verjüngungskur bekommen soll.

Es ist der Abschnitt der Landshuter Straße zwischen der Kreuzung mit der Furtmayrstraße und dem Stobäusplatz, und damit nicht nur ein verkehrsumtoster halber Kilometer am Eingang zur Innenstadt, den viele Menschen am Tag passieren. Die Landshuter Straße ist hier zudem Teil der Bundesstraße B15 und fungiert als Zubringer zur Autobahn A3 bei Burgweinting, zur B16 und zum Lappersdorfer Kreisel im Stadtnorden.

Landshuter Straße erfüllt Standard von vor 40 Jahren

Eigentlich sollte diese Strecke lediglich erneuert werden, das geht aus der Vorlage hervor, über die der Planungsausschuss während seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zu beraten hatte. Das reiche inzwischen aber nicht mehr. Der Knotenpunkt bedürfe einer viel umfassenderen Verjüngungskur: Die Landshuter Straße soll an dieser Stelle ausgebaut werden. Das ist laut Vorlage notwendig, weil der Zustand der Straße dem Standard von vor 40 Jahren entspreche, aber nicht den aktuellen Regeln zur Unfallprävention und Verkehrssicherheit.

Deswegen steht fest: Es wird teurer. Das Investitionsprogramm für die Jahre 2022 bis 2026 sieht für die Erneuerung im Jahr 2024 Kosten von 500000 Euro vor. 2,25 Millionen Euro sollen laut Vorlage bei der nun anstehenden Fortschreibung für die Jahre 2023 bis 2027 stattdessen dafür eingeplant werden. Die zusätzlichen Kosten von 1,75 Millionen Euro sollen kompensiert werden. Wann genau die Baustelle den Regensburgern ins Haus steht, ist derweil noch unklar. Der Projektfortgang hänge von der Finanz- und Investitionsplanung ab, gibt Verena Bengler von der Pressestelle der Stadt Auskunft. Die Beratungen zum Investitionsprogramm 2023 bis 2027 sind aber noch nicht abgeschlossen.

Und so bat das Planungsreferat die Stadträte am Dienstag darum, die Planungen für den Ausbau fortführen zu dürfen, was das Gremium einstimmig befürwortete.

Einige Details, wie dieser Bereich der Landshuter Straße einmal aussehen soll, sind schon klar. Während die Ausbaustrecke in Richtung Norden 500 Meter umfassen soll, ist in Richtung Süden eine Ausbaustrecke von 280 Metern ab der Einmündung der Hermann-Geib-Straße geplant. Immer wieder ist in der Vorlage die Rede von der Stärkung des Umweltverbunds, also des Bereichs für Fußgänger, Bus- und Radverkehr. Etwa soll es auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung in die Leublfingstraße und der Bahnbrücke in Zukunft nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Fahrstreifen für die Autos geben. Das werde aber keine negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens haben.

Zudem soll der Platz für die Autos zugunsten der Radwege auf das Minimum reduziert werden. Im Einmündungsbereich der Leublfingstraße soll weiter ein durchgängiger Rad- und Fußweg entstehen.

Weniger Platz für Autos

Weil bei diesem Umbau auch Flächen entsiegelt werden sollen, könnten die Planungen zusätzliche Bäume, Grünflächen, Wiesen oder Beete beinhalten. Die drei Bushaltestellen entlang der Ausbaustrecke sollen einmal barrierefrei sein.

Während der Debatte meldete Stadtrat Hans Teufl (Grüne) dennoch Bedenken wegen der Grünflächen in dem Bereich an. Die verhältnismäßig jungen Bäume dort geben in seinen Augen ein trauriges Bild ab. Deswegen schlug er Rigolen als Lösung vor – was nun bei den Planungen überprüft werden soll. Sein Kollege Florian Rottke (Brücke) monierte, dass an dieser Stelle im Moment oft Autos auf dem Radweg parken. Eine Lieferzone soll dem ein Ende setzen.