Situation in Kumpfmühl bleibt verzwickt: „Selbst als Einheimischer tut man sich schwer“

Von Daniel Steffen · 12. August 2023 um 19:00

Die Kumpfmühler habe es gerade nicht leicht. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die Bischof-Wittmann-Straße wegen Bauarbeiten gesperrt war, ist die Kumpfmühler Brücke nun vollgesperrt. Einmal mehr ist Geduld gefordert – nicht nur die Ortsansässigen werden auf eine Belastungsprobe gestellt.

Seit dem Beginn der Bauarbeiten am 31. Juli zeigt sich jedoch, dass die Kumpfmühler gut mit den Einschränkungen umgehen können. Aber Schwierigkeiten bestehen.

„Müssen das Bergerl hinauf“

Diese betreffen vor allem ältere Menschen, zum Beispiel jene, die auf einen Rollator angewiesen sind. „Mal eben“ hinüber nach Kumpfmühl, das gestaltet sich für sie kompliziert. „Sie müssen jetzt das ganze Bergerl hinauf“, bringt es die Pharmazeutisch-technische Angestellte Ramona Hofherr auf den Punkt.

Nutzten viele die Haltestelle Gutenbergstraße (unter anderem mit der Linie 2), um in die Apotheke zu kommen, steht dieser Halt während der laufenden Bauarbeiten nicht zur Verfügung. Auch die Umleitung über die provisorische Ampel an der Kirchmeierstraße sei für Menschen mit eingeschränkter Mobilität beschwerlich. Zum Glück dauere die Baumaßnahme nur einige Wochen, sagt Hofherr dazu.

„Verkehrslage mittlerweile beruhigt“

Michaela Roth ist Inhaberin des Blumenladens „Das blühende Leben“. Sie spricht von einer Entspannung der Situation in der Kumpfmühler Straße: „Der erste Tag der Sperrung war noch eine Katastrophe. Was haben sich die Leute angebrüllt und was war das für ein Gehupe“, erinnert sie sich. Zunächst sei der Verkehr auch vor ihrem Geschäft über eine Spur abgewickelt worden, was zu chaotischen Szenen geführt hatte. Mittlerweile sei die Verkehrslage aber wieder ruhiger, beobachtet Roth. Die provisorisch eingerichtete Fußgänger-Ampel werde nun besser genommen.

Die Abkürzung auf Höhe des Niu-Hotels wird weiterhin genutzt, auch von Radfahrern. Dabei ist diese Spur nur als Zufahrt für das Hotel und das benachbarte Fitnessstudio gedacht. Und: Wenn abends auf der Baustelle nicht mehr gearbeitet wird, dann schieben Fußgänger gern mal eine Barriere leicht zur Seite, um die Kreuzung an gewohnter Stelle zu überqueren.

Baumaßnahme noch bis zum 8. September

Auch Alt-Kumpfmühlern ist die Baustelle weiterhin suspekt. „Da tut man sich selbst als Einheimischer schwer, selbst wenn man die Kreuzung sehr gut kennt“, sagt Stadtteilkümmerer Erich Büchl. Wie sich erst auswärtige Verkehrsteilnehmer fühlen, ließe sich nur erahnen.Unter dem Strich sei er aber froh, wenn die Kreuzung „verkehrssicherer für alle Teilnehmer“ werde. Wie die städtische Pressestelle auf MZ-Anfrage mitteilt, wird die Baumaßnahme noch bis zum 8. September andauern.

Derzeit finden die Arbeiten im nördlichen Kreuzungsbereich – und anschließend wird der südliche Bereich gesperrt. Die dann folgende zweite und letzte Bauphase erstrecke sich „bis Anfang Oktober“. Sie geht somit deutlich über die Sommerferien hinaus.

Der zweite Bauabschnitt

Während die Brücke ab dem zweiten Bauabschnitt wieder passiert werden kann, sind die Bischof-Wittmann-Straße und die Kumpfmühler Straße weiterhin von Sperrungen beziehungsweise veränderter Verkehrsführung betroffen. Im Zuge der Arbeiten müssten „die Straßenäste von und nach Kumpfmühl für fünf Wochen gekappt werden“, teilt dazu die Stadt mit. Eine Umleitungsstrecke werde über die Galgenbergstraße eingerichtet.

Ergänzend teilt Stadt-Sprecherin Juliana von Roenne-Styra mit, dass die Bischof-Wittmann-Straße und die Kumpfmühler Straße „nur im Bereich der Straßensanierungsmaßnahmen gesperrt“ würden. In der Kumpfmühler Straße sei dies bis Hausnummer 36 der Fall, in der Bischof-Wittmann-Straße bis Hausnummer 32. Außerhalb der Baustelle könnten die genannten Straßen „in beide Richtungen befahren“ werden, die Einbahnregelung werde abschnittsweise aufgehoben.