Verkehrsführung an Kumpfmühler Brücke in Regensburg: „Das provoziert ein Fehlverhalten“

Von Jürgen Scharf · 8. August 2023 um 10:00

Die Stadt Regensburg hat bei der Kennzeichnung der Verkehrsführung an der Baustelle an der Kumpfmühler Brücke noch nachgelegt. Dennoch gibt es weiter viele Verstöße gegen die dortige Regelung. An der gibt es auch Kritik von Vertretern von hiesigen Fahrrad-Verbänden.

Die Stadt ließ Ende vergangener Woche durchgestrichene Fahrradsymbole auf der provisorischen Hotelaus- und einfahrt in der Kirchmeierstraße anbringen. Diese wird aber dennoch weiter munter von Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt. Die wollen sich damit offenbar den Umweg bis zur mobilen Ampel sparen und überqueren die Autofahrspur einfach dann, wenn es eine kurze Lücke im Verkehr gibt.

„Seltsam, dass man es Fußgängern so schwer macht“

Barbara Wilfurth, Vorsitzende des Veloclub Ratisbona, hat sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. „Ich verstehe nicht, warum der neue mobile Übergang nicht näher bei der Kreuzung ist“, sagt sie. Ihr gehe es dabei auch vor allem um die Fußgänger. „Als Radfahrer machen ein paar Meter mehr dann ja nicht ganz so viel aus, als Fußgänger aber schon.“ Sie findet es „seltsam, dass man es den Fußgängern hier so schwer macht“.

Ähnlich äußert sich Ingolf Radcke aus der Vorstandschaft der Regensburger Kreisgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Regeln müssten grundsätzlich natürlich eingehalten werden, sagt er. Durch den Umweg bis zur mobilen Ampel werde hier aber „ein bisschen ein Fehlverhalten provoziert“. Eine Verkehrsführung sollte stets „so bequem wie möglich gemacht werden“. Dann sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich viele daran halten, einfach viel höher. Radcke erinnert daran, dass es solche Debatten in Regensburg auch in der Vergangenheit schon gab: „Die Stadtverwaltung hat Besserung gelobt, wir sehen jetzt aber wieder, dass es nicht umgesetzt wird.“ Radfahrer und Fußgänger würden bei der Prioritätensetzung im Vergleich zum Autoverkehr „meistens hinter runterfallen“.

Der Stadt zufolge ist keine andere Lösung möglich

Die Kumpfmühler Brücke wird wegen des Umbaus mehrere Wochen gesperrt sein. Die Stadt sagt zu der Kritik, dass für die Zu- und Ausfahrt zum Hotel und zu den dortigen Wohngebäuden keine andere Lösung möglich sei. Der Ein- und Ausfahrbereich sei so eingerichtet worden, dass die Gebäude Kirchmeierstraße 2, 4, 6, und 8 auch für Rettungsfahrzeuge anfahrbar bleiben. Die weiter westlich gelegene provisorische Fußgängerampel könne auch nicht in Richtung Kreuzung verlegt werden. Dann wäre „die Fußgängerquerung aufgrund der Rechtsabbiegespur in die Bischof-Wittmann-Straße um ein Drittel breiter, was zu längeren Grün- und Räumzeiten für die Fußgänger führt“. Die Folge wäre dann eine weitere Reduzierung der Leistungsfähigkeit des Individualverkehrs, der nur auf einer Fahrbahn pro Fahrtrichtung abgewickelt werden könne.