Kommt in Kelheim Bewegung in die „Baustelle“ Orgelmuseum?

Von Beate Weigert · 19. September 2023 um 19:00

Seit Juli ist klar: Die Zukunft des Kelheimer Orgelmuseums ist ungewiss. Zahlreiche Probleme tun sich auf, die es zu lösen gilt. Bringt eine Unterschriftenaktion einiger Mitglieder die rettende Wende aus einer augenscheinlich verfahrenen Situation?

Anfang August waren die Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung geladen. Diese war laut dem Versammlungsleiter nicht öffentlich, weshalb unsere Zeitung den Saal wieder verlassen musste.

Vorstand hat sich dezimiert

Trotz zahlreicher Mitglieder, die der Einladung folgten, fand sich dabei laut MZ-Informationen aber keine Lösung. Weder für eine neue Vereinsführung noch für weitere wichtige Aspekte, wie die offene Frage, ob es eine Brandmeldeanlage im Museum braucht oder nicht.

Seit der Versammlung hat sich der Vorstand des Fördervereins weiter dezimiert. Dem Rücktritt von 2. Vorsitzenden Ludwig Birkl im Juli folgten die Beisitzer Heinz Müller und Bernhard Ziegler.

Laut aktualisierter Homepage des Vereins bleibt derzeit eine Rumpf-Mannschaft. Sie besteht aus Schriftführer Richard Mohr, Kassierin Helga-Maria Heine, aus Museumsleiter Roman Puck-Biersack, der hauptamtlich Kirchenmusiker in der Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt ist. Des Weiteren zählen Stadtpfarrer Reinhard Röhrner als „geborenes Vorstandsmitglied“ und „ehrenhalber“ nach wie vor Oberkonservator a.D. Sixtus Lampl dazu. Lampl war vor 30 Jahren einer der „Väter“ des Kelheimer Orgelmuseums. Dessen Installation hatte einst die Franziskanerkirche vor dem Verfall gerettet und eine Sanierung erst möglich gemacht.

Jedoch ist Lampl dem Vernehmen nach seit Längerem bei Versammlungen und im aktiven Vereinsleben nicht mehr vor Ort präsent. Als einzige Beisitzerin ist noch Maria Rind an Bord.

Museumsbetrieb wurde stark reduziert

Auch der Museumsbetrieb läuft mittlerweile auf Schmalspur. Denn den Großteil des Personals, das sich um die Besucher-Betreuung kümmerte, gibt es nicht mehr. Nach MZ-Informationen hat Museumskoordinatorin Astrid Christl-Sorcan ihren Vertrag gekündigt. Auch Museumswart Frank Späth zog sich zurück. Konzerte waren nur bis Sommer geplant bzw. genehmigt.

Statt Mittwoch bis Sonntag ist seit einigen Wochen nur mehr Samstag und Sonntag (14 bis 17 Uhr) geöffnet. Ein Schild im Infokasten am Aufgang zur Franziskanerkirche weist darauf hin. Als einzig verbliebene Museumswartin stemmt Maria Mayerhofer laut Vereinshomepage den Betrieb mehr oder weniger alleine.

Für den Verein spricht derzeit offenbar niemand mehr. Schriftführer Richard Mohr sagt im Telefonat mit unserer Zeitung nur, dass noch keine Fragen gelöst seien. Noch im Herbst werde man eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumen müssen.

Pfarrer Reinhard Röhrner verweist auf die Diözese

Pfarrer Röhrner verwies am Tag der außerordentlichen Versammlung Anfang August darauf, dass die Kommunikation nur mehr über die Diözese laufe. Zur Frage der mutmaßlich seit vielen Jahren abgeschalteten Brandmeldeanlage hieß es zuletzt von dort: „Auf Bemühen der Pfarrei und des beauftragten Rechtsanwalts konnte die Frist bis Mitte September verlängert werden. Zeitgleich wurden verschiedene Wege überlegt, wie der Bescheid eventuell aufgehoben werden könnte.“

Die Schuld, dass es in dieser Frage noch keine Lösung gebe, weist man dem „Verein“ zu: „Leider hat man sich von Seiten des Orgelmuseums in der Vergangenheit nicht darum bemüht, auch nicht nachdem die Stadt ausdrücklich darauf hingewiesen hat“, teilt die Bistums-Pressestelle mit.

Seit Längerem gibt es nach MZ-Informationen verschiedene Aussagen, ob eine Brandmeldeanlage in diesem Fall überhaupt vonnöten sei oder nicht. Gefragt nach dem Status Quo heißt es von der Pressestelle des Bistums: „Ja, wir sind dabei die Wege, die der Kreisbaumeister im Frühjahr dem Verein vorgeschlagen hat, die aber alle vom Verein abgelehnt wurden, zu überprüfen, um den besten Weg zu finden, Probleme zu lösen und nicht vor sich herzutragen.“

Vonseiten des Vereins hatte es im Sommer unserer Zeitung gegenüber geheißen, dass man von Kirchenseite ausgebremst bzw. nicht eingebunden worden sei.

Um einen Nutzungsvertrag schließen zu können, brauche es „natürlich eine Vereinsführung“, die diesen schließen könne, „da dazu ja einige Fragen im Verfahren geklärt werden müssen“, betont man beim Bistum.

In Sachen Konzerte heißt es von dort, dass es Anfragen gebe, „die wir jedoch auch im Hinblick auf die Brandschutzauflagen im Herbst ermöglichen können oder spätestens 2024“.

Mitglieder starteten eine Unterschriftenaktion

Während mancher in der Stadt den Förderverein zuletzt schon kurz vor der Auflösung sah, tut sich nun augenscheinlich hinter den Kulissen etwas.

Auf Initiative von Christian Hopfner, der in früheren Jahren bereits im Vorstand des Fördervereins aktiv gewesen ist, wurden zuletzt Unterschriften gesammelt. Gemäß der Vereinssatzung können 25 Prozent der Mitglieder beim Vorstand verlangen, dass eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werde, bestätigt er. Vergangene Woche habe man eine konkrete Tagesordnung mit einem Termin im Oktober überreicht. Unter anderem findet sich der Tagesordnungspunkt „Neuwahlen“ darauf.