Oberpfälzerin vermisst: Retter suchen weiterhin im Iseosee nach der 20-jährigen Chiara

Von Isolde Stöcker-Gietl · 19. September 2023 um 11:50

Fast drei Wochen sind inzwischen vergangen, doch der Iseo-See gibt die junge Oberpfälzerin, die bei einem Bootsunglück unterging, nicht frei. Die Helfer sind seit diesem Dienstag erneut im Einsatz, um Erkenntnisse aus den Sonaraufnahmen abzuklären.

Die Einsatzkräfte am oberitalienischen Iseosee haben noch immer keine Hinweise, wo sie nach der vermissten Chiara L. aus dem westlichen Landkreis Regensburg suchen sollen. Die 20-Jährige war am 1. September von Bord eines Motorbootes gestürzt. Trotz Einsatzes mehrerer Spezialgeräte sei eine Ortung der jungen Frau bislang nicht geglückt, sagten Einsatzkräfte den italienischen Medien.

Die Suchmaßnahmen sollten nun nach einer mehrtägigen Unterbrechung zur Wartung der Unterwasserfahrzeuge fortgesetzt werden, wie das Nachrichtenportal „Prima Brescia“ berichtete. Das Hochfrequenz-Sonar und ein Tauchroboter für tiefe Gewässer, die die Taucher unterstützten, hätten bislang – außer einigen Bäumen auf dem Grund des Sees – nichts gefunden. Milano Today berichtete wiederum, dass die Sonaraufnahmen ausgewertet würden und einige Stellen entdeckt worden seien, an denen sich die Leiche der jungen Frau befinden könnte. An diesen „15 kritischen Punkten“ solle nun verstärkt gesucht werden. Die Maßnahmen konzentrierten sich bislang auf ein Gebiet vor Pisogne und die Mündung des Flusses Oglio.

Lesen Sie hier über die bisherigen Erkenntnisse: Beschuldigte zurück in der Oberpfalz

Die Familie der 20-jährigen Chiara war wenige Tage nach dem Unglück in die Oberpfalz zurückgekehrt. Die Schwester von Chiara war an Bord des Bootes Augenzeugin. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich weiterhin auf eine junge Frau, die das Steuer des 200 PS-starken Motorbootes übernommen hatte. Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte sie dabei rasant beschleunigt und damit die Tragödie ausgelöst. Es wird vermutet, dass Chiara das Gleichgewicht verlor und mit dem Schädel am Boot aufschlug, bevor sie unterging. Die Rettungsarbeiten wurden italienischen Medien zufolge auch dadurch verzögert, weil die geschockte Gruppe zunächst zum Campingplatz zurückkehrte, bevor die Einsatzkräfte alarmiert wurden. Die Fahrerin des Bootes soll keinen entsprechenden Führerschein besitzen. Zum Tatzeitpunkt hatte sie einen Blutalkoholspiegel von 0,8 Promille, hieß es in den italienischen Newsportalen. Trotz der laufenden Ermittlungen durfte auch die Beschuldigte Italien verlassen und nach Hause zurückkehren.