Klinikum Neumarkt befürchtet Millionen-Defizit: Management und Belegschaft schlagen Alarm

Von Petra Schlierf · 19. September 2023 um 11:24

Das Klinikum Neumarkt ist am Mittwoch Teil des bundesweiten Aktionstags „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“. Die zentrale Kundgebung findet in Berlin am Brandenburger Tor statt. Dort werde das Management des Neumarkter Klinikums Flagge zeigen. Denn die Situation droht auch in Neumarkt dramatisch zu werden.

Am Protesttag tragen die Klinik-Beschäftigten in Neumarkt einen Aufkleber mit der Botschaft „Alarmstufe Rot! Kliniken in Not – Wir sind trotzdem für Sie da!“, während sie sich weiter um die ihnen anvertrauten Patienten kümmern. Das teilt das Klinikum Neumarkt mit.

Zentrale Forderung des Protesttags ist ein Inflationsausgleich, der viele Kliniken in finanzielle Nöte gebracht hat, da die Kostensteigerungen bisher nicht refinanziert werden können. Auch das Neumarkter Krankenhaus sei davon betroffen, schildert Klinik-Sprecher Oliver Schwindl: „Beispielsweise belasten die steigenden Personalkosten infolge der Tarifverhandlungen, die hohen Energiepreise und weitere Preissteigerungen im Sachkostenbereich unser Haus weit mehr als dass diese auf der Erlösseite gegenfinanziert werden. Die Kosten-Erlös-Schere weitet sich immer mehr.“

Während das Jahr 2022 noch mit einem Überschuss von rund einer Million Euro abgeschlossen werden konnte, was vor allem noch in staatlicher Unterstützung in Folge der Corona-Pandemie begründet gelegen habe, gehe das Haus für das laufende Jahr „von einem Defizit im mittleren siebenstelligen Bereich aus, je nachdem wie hoch die Belegung im Herbst sein wird“.

Auf diese dramatische Situation will die Belegschaft und die gesamte deutsche Kliniklandschaft am Protesttag aufmerksam machen.

„Wir sind Teil des Protests und machen am Aktionstag auf die dramatische Situation aufmerksam, weil die massive Unterfinanzierung ein Ende haben muss; wir brauchen endlich wieder Verlässlichkeit. Nur so können wir die Versorgung der Patientinnen und Patienten auch in Zukunft garantieren und dem Personal unseres Klinikums zuverlässige Perspektiven bieten,“ so Vorstand Markus Graf.

Während das Team in Neumarkt die Versorgung aufrecht erhält, reist das Management nicht nur zur Protestaktion vor dem Brandenburger Tor in die Hauptstadt, sondern nutzt den Besuch auch, um mit zahlreichen bayerischen Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen und sich bei der Politik Gehör zu verschaffen, denn: „Die bewährte Versorgung unserer Patientinnen und Patienten steht auf der Kippe, wenn wir nicht fair dafür bezahlt werden, um unsere Rechnungen begleichen und unsere Beschäftigten entlohnen zu können,“ so Klinik-Vorstand Graf.