Für Hotellerie und Pflegebranche: 21 kirgisische Azubis im Landkreis Cham begrüßt

Es war nicht nur ein besonderer Tag, sondern auch ein nachdenkens- werter – und auch ein Nachmittag, der in die Geschichte des Landkreises Cham eingehen wird. Landrat Franz Löffler hieß am Freitagnachmittag im Hotel Randsbergerhof 21 junge Menschen aus Kirgisistan offiziell willkommen.
Sie haben am 1. September im Landkreis ihre Ausbildung als Elektroniker, Koch, Hotelfachfrau oder -mann oder Pflegefachhelfer begonnen. Die Wichtigkeit dieses geopolitischen Projekts unterstrich der Besuch des Botschafters der Kirgisischen Republik, Omurbek Tekebaev, der zur Feierstunde eigens aus Berlin angereist war.
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Landrat Löffler zeigte sich über den Besuch des Botschafters erfreut. Bei einem ersten Treffen vor einigen Monaten habe sich Tekebaev sehr aufgeschlossen für die Region und unsere Kultur gezeigt, so der Landkreischef. Er sehe viele Gemeinsamkeiten beider Länder und hoffe, dass man am Beginn einer erfolgreichen und langjährigen guten Zusammenarbeit stehe.
Eine herausfordernde Zeit
Mit Sicherheit sei der Ausbildungsbeginn für die jungen Menschen etwas Besonderes gewesen. Es sei nicht leicht und selbstverständlich, sich für eine Ausbildung, die über 6000 Kilometer von der Heimat und den Familien entfernt stattfindet, zu entscheiden.
Der Landrat erinnerte an die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und den demografischer Wandel in Deutschland. Deshalb seien Projekte wie dieses essenziell für unsere Heimat, denn durch gezielte Fachkräftezuwanderung könne man die Attraktivität als starker Wirtschaftsstandort aufrechterhalten. Für die kirgisischen Auszubildenden sei es eine aktuell herausfordernde Zeit mit Umzug, dem Zurechtfinden in Deutschland und mit neuen Abläufen, Regeln, neuer Sprache und neuem sozialen Umfeld.
Löffler nannte die Integration eine wichtige Aufgabe für alle Beteiligten, denn sie sei ein kontinuierliches Geben und Nehmen. Man wolle den jungen Menschen beruflich und privat alle Möglichkeiten bieten. Auch der Kontakt zur Heimat dürfe nie verloren gehen. „Wir werden Sie wertschätzen, so dass Sie das Gefühl haben, gleichwertig in unserer Gesellschaft angenommen und akzeptiert werden“, betonte der Landrat mit dem Wunsch, dass diese Aktion das Startprojekt für die Zusammenarbeit beider Länder sei.
Botschafter Omurbek Tekebaev stellte mit Botschaftsrätin Ainura Tursumbaeva als Dolmetscherin die Bedeutung dieses Projektes für sein Land heraus. Kirgisistan sei an einer erfolgreichen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert, das zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Ländern Europas und der Welt gehöre.
Für Siegfried Bäumler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit aus Schwandorf, den Landrat Löffler Initiator und Geburtshelfer des Projekts nannte, ist es „wichtig, einfach zu beginnen“. Er nannte aus eigener Erfahrung die Kirgisen sehr verlässliche Menschen. Bäumler rief alle auf, zur guten Integration der jungen Menschen in Deutschland beizutragen, und verwies darauf, dass versucht werde, das gemeinsame Projekt weiter zu forcieren.
Der Höhepunkt der Feierstunde war die Vorstellung der 21 Azubis aus der Republik Kirgisistan mit ihren Ausbildungsbetrieben. Sie sind beschäftigt bei der Mühlbauer Group in Roding, im Hotel Ulrichshof in Zettisch, im Restaurant La Esquina in Cham, im Hotel Brunner Hof in Arnschwang, im Hotel Randsbergerhof in Cham, in Bodenmais, bei Seniorenbetreuung und Pflegedienst Grassl in Miltach sowie beim Bayerischen Roten Kreuz, Senioren-, Wohn- und Pflegeheim Waldmünchen.
Traum geht in Erfüllung
Alle 21 Azubis stellten sich in deutscher Sprache in angenehmer Weise den Gästen vor. Ihnen war Freundlichkeit, Empathie und Anstand ins Gesicht geschrieben. Alle zeigten sich motiviert und präsentierten Leidenschaft für ihre Ausbildung mit einem klaren Ziel vor Augen. Sie dankten für die Unterstützung. „Uns gefällt alles“, stellten sie einhellig fest, und die meisten sprachen davon, dass für sie mit der Ausbildung in Deutschland ein Traum in Erfüllung gehe.
Eine besondere Überraschung hatte ein junger Kirgise parat. Da Musik in der kirgisischen Tradition eine große Rolle spielt, zeigte er sich als virtuoser Könner am Instrument Komuz und erhielt dafür großen Applaus.
Der kirgisische Botschafter hatte für Franz Löffler und Siegfried Bäumler einen kirgisischen Kopfschmuck, eine Filzmütze, als Geschenk mitgebracht. Löffler bedankte sich mit einem einheimischen Whiskey und einem Geschenk für die Ehefrau. Alle 21 Azubis durften sich über ein Starterset mit Infos über den Landkreis freuen.
