Dorfbühne Schwaig spielt wieder den „Hochstandsjosef“ – wie vor 20 Jahren

Von Mittelbayerische Zeitung · 18. September 2023 um 11:00

Das Erstlingswerk des Münchner Theaterautors Gerhard Löw war vor genau 20 Jahren das erste Bühnenstück der 2003 noch jungen Schwoagara Dorfbühne Kunst und Kultur. Zwei Jahrzehnte nach der Premiere von „Da Hochstandsjosef“ wird der Mundart-Klassiker von Gerhard Loew erneut im Kulturzentrum der Appel Seitz Stiftung in Schwaig zu sehen sein.

„Das Stück ist damals schon sehr gut angekommen“, erklärt Christian Hauber, der bereits beim ersten Mal in der Rolle des Hochstandsjosef auf der Bühne stand. „Heute sind wir genau im richtigen Alter für unsere Rollen als ältere Spitzbuam“, sagt Hauber und spricht auch für Roland Straka (Bauer Froschhammer) und Fred Döring (Wirt Roßfeichtl), die ebenfalls 20 Jahre später wieder in ihre damaligen Rollen schlüpfen. Die weiteren sechs Rollen werden von altbekannten Charakterköpfen und von talentierten, jungen Nachwuchsleuten besetzt. Die Dorfbühne schöpft mittlerweile aus einem schier endlosen Spieler-Reservoir: 230 Mitglieder sind es derzeit, davon mehr als 100 Aktive auf und neben der Bühne, teilt Gisela Preis mit.

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Exakt dort, wo die Dorfbühne heute auf einer hoch flexiblen und technisch ausgereiften Amateurbühne seit mehr als 15 Jahren größte Erfolge feiert, musste damals im alten Stadl der Appel Seitz Stiftung unter primitivsten Bedingungen noch kräftig improvisiert werden.

Improvisierte Bühne

Mit gemieteten Baugerüsten wurde die Bühne erstellt und der Zuschauerraum nach hinten erhöht. Abfallbretter des nahe gelegenen Sägewerks dienten als Verkleidung der Bühnenfront und ein geliehenes Heizgebläse sorgte im zugigen Stadl zumindest für überschlagene Temperaturen. Der Vorhang wurde noch per Hand gezogen und die Beleuchtung beschränkte sich auf vier Scheinwerfer. Tontechnik war schlicht nicht vorhanden.

Seit dem Neubau des Bühnentrakts mit Theatersaal im Jahr 2006 investierte die Dorfbühne bedarfsgerecht und strategisch in ihre Zukunft. Insgesamt wurde bis heute eine sechsstellige Summe in modernste Licht-, Ton-, Projektions- und Bühnentechnik investiert. Parallel dazu wurde damals wie heute großer Wert auf eine kontinuierliche Förderung musisch interessierter Kinder und Jugendlicher im Verein gelegt.

Durch diese weitsichtige und konsequente Priorisierung und der gezielten Weiterentwicklung von Technik und dem darstellenden Spiel, konnten zunehmend aufwändigere Märchen- und Familienstücke, wie das Dschungelbuch, Peter Pan, Weihnachtsg‘schicht, Kloane Hex, Aladdin, Schöne und das Biest) inszeniert werden. Die Dorfbühne hat sich somit über zwei Jahrzehnte hinweg einen hervorragenden Ruf in der Region erarbeitet.

Stück mit urbayerischem Witz

Mit urbayerischem Witz Doch trotz aller technischen Möglichkeiten besinnen sich die Verantwortlichen der Dorfbühne immer wieder auf ihre Wurzeln, die im traditionellen Volks- und Bauerntheater liegen. Denn eines hat sich trotz aller technischen Raffinessen auf der Bühne bis heut nicht im Geringsten verändert. Am Ende geht es immer um ein ausdrucksstarkes und authentisches Zusammenspiel aller Darsteller. Das war auch der ausschlaggebende Punkt für die Neu-Inszenierung des Hochstandsjosef.

Mit urbayerischem Witz, unverwechselbarem Spiel und einer gewissen Hinterfotzigkeit will die Dorfbühne der bayerischen Bühnensprache und dem regionalen Dialekt wieder zu ihrer unverblümten Deftigkeit verhelfen und der klischeehaften Bayerntümelei entgegentreten.

Spieltermine und Vorverkauf

Premiere ist am 28. Oktober, 19.30 Uhr. Die weiteren Termine: 29. Oktober, 19.30 Uhr; 31.Oktober, 19.30 Uhr; 3. November, 19.30 Uhr; 4. November, 19.30 Uhr; 5. November, 16 Uhr; 10. November, 19.30 Uhr; 11. November, 19.30 Uhr; 12. November 16 Uhr; Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Einlass ist jeweils eine Stunde vorher.

Ab 7. Oktober gibt es Karten online bei okticket sowie bei den Vorverkaufsstellen Geschenkhaus Rampl in Vohburg, Tourismusinfo Vohburg, Schreibwaren Bauer, Geisenfeld, Stadt Geisenfeld, Reisebüro Hierl, Kelheim, Weinmayer e.K., Mainburg, und Schlossgaststätte Schmid, Hexenagger, sowie am 14. und 21. Oktober um 14 Uhr in der Appel-Seitz-Stiftung. Die Karten kosten 15 Euro.

Weitere Infos über das Theater gibt es auf der Homepage der Dorfbühne www.dorfbuehne-schwaig.de.