Boom der Elektromobilität: So sehr steht der Landkreis Kelheim unter Strom

Von Daniel Pfeifer · 16. September 2023 um 09:55

Landkreis. Wie viele E-Autos und wie viele Ladesäulen gibt es im Landkreis Kelheim? Welche Gemeinde hat die Nase vorn? Und was plant der Landkreis für die Zukunft? All diese Fragen beantworten unsere Reporter mit zahlreichen Beiträgen in unserer Themenwoche „E-Mobilität im Landkreis Kelheim“.

Früher waren sie noch Exoten, inzwischen sind sie im Landkreis Kelheim längst Alltag: Elektrofahrzeuge. Wenn E-Kleinwagen über Supermarkt-Parkplätze surren, fällt es kaum noch auf. Und dass Postfahrzeuge oder Busse lautlos daherkommen und Mopeds leise schnurren statt knattern, ist keine Seltenheit mehr. Und Pedelecs sind in der hügeligen Region ja schon fast Standard.

Doch diese elektrisierende Alltäglichkeit war nicht immer so: Läppische sieben Elektro- und Hybridautos gab es vor 15 Jahren im ganzen Landkreis. Heutzutage gibt es Parkplätze,

auf denen mehr zu finden sind. Allein zwischen Januar und August 2023 stieg die Zahl reiner Elektro-PKW von 1769 auf 2087 landkreisweit. Dazu kommen noch 934 Plug-in-Hybride, die für Langstrecken auch einen Verbrenner verbaut haben. Die Zahl reiner Benzin-, Gas- und Diesel-Autos sinkt hingegen.

Nachbar Ingolstadt liegt bei Elektroautos vorn

Schon an diesen Zahlen sieht man: Die Elektromobilität ist mit großen Schritten angekommen. Dennoch lag Kelheim bei der letzten Vergleichserhebung zu batteriebetriebenen PKW 2022 im bayerischen Durchschnitt von rund zweieinhalb Prozent, weit hinter Spitzenreiter Ingolstadt, wo sieben Prozent aller Autos rein elektrisch fahren.

„Meine Überzeugung, wonach die Themen, die Elektromobilität und autonomes Fahren umfassen, in Zukunft immer bedeutender und zentraler werden, ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Kelheims Landrat Martin Neumeyer mit Blick auf die Zukunft der Mobilität im Landkreis. Dies gelte sowohl für private E-Autos als auch für den ÖPNV. Als konkretes Beispiel nennt er die autonomen Busse, die derzeit getestet werden. Dabei mahnt er zur Geduld: „Die technischen Fortschritte benötigen Zeit.“

Während Batterie-PKW immer beliebter werden, ist der Boom bei anderen Fahrzeugen noch nicht angekommen – bei Mopeds, LKW oder Traktoren. Denn während aktuell 6,2 Prozent aller Autos Hybride oder Stromer sind, liegt die Quote beim Rest des Fuhrparks der Landkreisbürger bei mageren 0,9 Prozent. Hier ist man von einer Mobilitätswende noch weit entfernt, nicht zuletzt, weil es für viele Fahrzeug-Typen gar keine elektrischen Alternativen gibt. Aber immerhin: Die Bahnstrecke durch Kelheim ist längst elektrifiziert, abgesehen von der kleinen historischen Diesel-Lokalbahn zwischen Langquaid und Schierling.

Auch in Sachen Ladeinfrastruktur geht es voran. Die Stadtwerke Kelheim zum Beispiel baute 2022 und 2023 zahlreiche Ladesäulen in der Kreisstadt. Im August 2023 entschied der Stadtrat von Neustadt a. d. Donau, für 181.000 Euro insgesamt 16 neue Ladepunkte zu errichten. Doch auch in kleinen Orten wie Großmuß oder Herrnwahlthann gibt es öffentliche Lademöglichkeiten, an der Kirche oder mit großem Hinweisschild auf einem privaten Hof.

Bereit für Verbot der Verbrenner?

Und auch für Pedelecs wird das Ladenetzwerk immer dichter. Allein in Kelheim und Weltenburg zählt die Stadtverwaltung bereits 15 Ladestationen für elektrisch unterstützte Fahrräder. Deren Verkaufszahlen schießen seit Jahren ebenso stark in die Höhe, wie die von Elektroautos – europaweit wie auch im Landkreis Kelheim.

Seit sich am 27. Oktober 2022 die EU-Unterhändler geeinigt haben, ab 2035 nur noch emissionsfreie PKW zuzulassen, ist diese Mobilitätswende für viele Menschen alternativlos. Doch wenn der derzeitige Elektro-Boom so weitergeht, sollte das für die Menschen im Landkreis Kelheim kein Problem sein. Und wer weiß – vielleicht ist in einigen Jahren eher der röhrende Benziner ein Exot auf Kelheims Straßen und nicht mehr der Stromer.

Themenwoche zur Elektromobilität

Jeden Tag beleuchtet unsere Themenwoche „E-Mobilität im Landkreis Kelheim“ neue Aspekte zu Elektroautos in der Region. Alle Artikel finden Sie online auf www.mittelbayerische.de/kelheim