Erste Hilfe im Pflegefall: Caritas-Sozialstation stellt neue Beraterin für Angehörige vor

Von Mittelbayerische Zeitung · 14. September 2023 um 05:00

„Ich mache das jetzt zu meiner Lebensaufgabe“, sagt Andrea Knappe-Bänke. Die Krankenschwester ist neue Angehörigen-Beraterin der Caritas-Sozialstation Neumarkt. Diese wird auch die Sozialstation Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Geschäftsführer Josef Bogner informierte am Mittwoch, was geplant ist.

Wird ein Mensch plötzlich pflegebedürftig, stünden Angehörige vor vielen Fragen, weiß Bogner: Wo gibt es Hilfsmittel? Wie erfolgt die Einstufung in Pflegegrade? Wo gibt es Förderungen? Die Arbeit der Angehörigen-Beraterin setze genau da an.

Sie kläre auf, weise auf Netzwerke zum Thema Pflege hin und vermittle auch Laienhelfer, die einspringen, wenn Angehörige beispielsweise einen wichtigen Termin wahrnehmen müssten. Patienten und Angehörige könnten die Angehörigenberatung kostenlos in Anspruch nehmen, so der Caritas-Geschäftsführer weiter. Die Aufwendungen trage zum größten Teil die Sozialstation, 30 Prozent Zuschuss zahlt das Amt für Pflege in Bayern. Der Beratungsbedarf sei hoch, weiß Bogner. Rund 40 Anrufe zählt Andrea Knappe-Bänke bisher pro Woche. Sie betont, wieviel Freude ihr die neue Aufgabe bereitet: „Ich möchte Menschen, die in so eine Notsituation kommen, das Leben erleichtern.“

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Für ihre Tätigkeit hat sich die Krankenschwester umfassend weitergebildet. Schulungen werden auch für ehrenamtliche Laienhelfer angeboten. Von ihnen unterstützen aktuell 80 die rund 200 hauptamtlichen Mitarbeiter der Caritas. Weitere seien sehr willkommen, betont Bogner. Die Ehrenamtlichen leisteten unglaublich wertvolle Arbeit. Vorstandsvorsitzender Karl Heinz Ferstl unterstrich, wie groß der Bedarf an Unterstützung vor allem im ländlichen Raum sei.

Sprechzeiten hat Andrea Knappe-Bänke montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr. Zu erreichen ist sie unter Telefon (0163)7476550 sowie (ab 1. Oktober) per Mail an angehoerigenberatung@sozialstationneumarkt.de.

Ausbauen wird die Caritas Neumarkt ihren Service im Raum Sulzbach-Rosenberg, kündigt der Geschäftsführer an. Als größte Sozialstation der Diözese Eichstätt werde sie mit der in Neukirchen zum 1. Januar 2024 die kleinste integrieren. Dabei handle es sich um einen kleinen ambulanten Pflegedienst, der mit zehn Mitarbeitern den Gemeindebereich mit ambulanter Pflege versorge.

Bürokratische Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr

Der Grund sei, dass die Pflege immer mehr Regularien ausgesetzt sei und die bürokratischen Anforderungen von Jahr zu Jahr stiegen, so Bogner. Das könnten kleine Pflegedienste nicht mehr leisten. „Die Verbindung gewährleistet die langfristige Versorgung in Neukirchen und bringt viele Synergieeffekte“, meint Bogner. Der operative Teil werde auch in Zukunft in Neukirchen erfolgen, der „Overhead“ und die strategische Ausrichtung in Neumarkt.

Treffpunkt für „Junge demenzerkrankte Menschen“

Aufmerksam machte der Geschäftsführer nochmals auf den Treffpunkt für „Junge demenzerkrankte Menschen“, den die Caritas-Sozialstation in Neumarkt anbietet. Er zeigte sich „ein bisschen enttäuscht“, dass im Augenblick nur sechs der zehn vorhandenen Plätze belegt seien. Weitere Patienten seien jederzeit gerne willkommen.

Zum Erfahrungsaustausch gebe es auch eine Gruppe für Angehörige. Betroffene könnten bei Fragen und Informationsbedarf jederzeit – auch anonym – Kontakt mit der Sozialstation aufnehmen unter Telefon (0151)70731543.