Neuer Vorzeigebau der Grundschule kann pünktlich bezogen werden – teilweise

Von Thomas Rieke · 11. September 2023 um 17:00

Für die Eltern mehrerer Hundert Kinder, die die Grundschule besuchen, stellt sich zum Schulstart die spannende Frage: Wo wird mein Sprössling unterrichtet? In einem regulären Klassenzimmer oder einem Ausweichquartier? In einem Container – oder etwa doch in einem der neuen Räume des Erweiterungsbaus? Die Antwort dürfte Freude auslösen.

Tatsächlich haben die Verantwortlichen rund um Stadtbaumeister Franz Haneder am Mittwoch vergangener Woche nach einer Besichtigung beschlossen, den Ergänzungsbau der Grundschule wenigstens teilweise pünktlich zum Schulstart in Betrieb zu nehmen.

Im Erdgeschoss wird noch bis Mitte November gearbeitet

Das heißt: Kindern und Lehrern stehen im Obergeschoss acht neue und mit modernster Technik ausgestattete Klassenzimmer sowie ebenso viele Intensivierungsräume zur Verfügung. Darüber hinaus bietet der sogenannte Marktplatz, um den herum all die genannten Räume gruppiert sind, reichlich Gelegenheit, sich zu bewegen und zu begegnen, aber auch um sich auszuruhen.

Bis auf Weiteres noch gesperrt bleibt das Untergeschoss, wo die neue Mensa ihren Platz haben wird. Dort sieht es noch ziemlich ungemütlich aus. Hauptproblem ist laut Haneder, dass der Fliesenleger wegen anderer Verpflichtungen in Verzug geraten sei. Solange der seinen Job nicht erledigt habe, könne auch die Küche nicht installiert werden.

Kinder müssen Baustelle nicht betreten

Für die Schüler sei das aber nicht weiter tragisch, versichert der Stadtbaumeister. Von den Bauarbeiten, die noch bis Mitte November dauern dürften, würden sie im Stockwerk darüber nichts mitbekommen. Und dank des Verbindungstrakts zum alten Schulhaus könnten die Kinder in die neuen Räume gelangen, ohne auch nur einen Fuß auf die Baustelle zu setzen. Der Mittagstisch werde vorübergehend weiter in den gewohnten Räumen der bisherigen Mensa eingenommen.

Ebenfalls geklärt ist, wer für den Mittagstisch der Grund- und Mittelschüler sorgen wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Erweiterungsbau der Grundschule ist das umfangreichste Projekt der Stadt in den vergangenen zehn Jahren. Es kostet nicht nur deutlich mehr als ursprünglich geplant (neuester Stand: rund 15,7 Millionen Euro), die Bauphase hat auch rund ein Jahr länger gedauert, als ursprünglich vorgesehen. Das hat, wie Haneder beteuert, vor allem mit den Auswirkungen der Pandemie, aber auch des Ukraine-Kriegs zu tun. Handwerker fielen aus, Preise schossen in die Höhe.

Was am Ende wirklich zählt

Insgesamt hat der Bau allen Beteiligten alles abverlangt. Kurz vor den Sommerferien hatte Haneder noch anklingen lassen, dass es mit der Fertigstellung zum Schulbeginn knapp werden könnte, trotz Verträgen mit strengen Fristen. Bei einer der letzten Begehungen sei er aber zu der Einschätzung gekommen, dass das Ziel zu erreichen sei, wenn sich nur alle ins Zeug legten. Dementsprechend habe er die Parole ausgegeben: „Wir schaffen das!“

Zeitdruck hin, Ärger wegen Unwägbarkeiten her – unterm Strich zählt für Haneder, dass ein Schulgebäude übergeben wird, auf das alle stolz sein könnten. Wer schon einmal die Gelegenheit gehabt habe, die Räume zu inspizieren, sei aus dem Staunen nicht heraus gekommen. Die dominierenden Farben Rot, Grün und Gelb seien im Übrigen natürlich kein politisches Statement, sondern gewählt worden, weil sie sich wunderbar ergänzten und die Wohlfühlatmosphäre stärkten.

Lob an die Stadträte und die Schulleiter

In diesem Zusammenhang versäumt es Haneder nicht, ein Lob an den Stadtrat zu richten. Trotz mancher Differenzen und Kritik an den erhöhten Kosten hätten die Mandatsträger in entscheidenden Momenten der Verwaltung den Rücken gestärkt. Ein dickes Dankeschön gebühre auch den Leitungen von Grund- und Mittelschule. Sie hätten sich stets kooperativ gezeigt – auch als es galt, für den Fall der Fälle einen Plan B zu entwickeln. Wäre der Erweiterungsbau nämlich nicht rechtzeitig nutzbar geworden, hätte dies weitreichende Folgen gehabt. Zahlreiche Grundschüler hätten doch wieder in die Mittelschule und sogar in Container ausweichen müssen.

Ingrid Donaubauer, Rektorin der Grundschule, bestätigt, dass sie spannende Wochen hinter sich hat: „Wir haben wirklich gebangt.“ Täglich sei sie im Austausch mit der Stadt gewesen, und bei vielen Begehungen habe sie deutlich gemacht, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssten, um im neuen Gebäude einen gelungen Start zu ermöglichen. Als vergangene Woche das entsprechende Signal gegeben worden sei, „war die Erleichterung riesengroß“.

Die Klassenzimmer sind bestens ausgestattet. Jedes hat auch eine Lüftungsanlage. Foto: Thomas Rieke
Blick in das Erdgeschoss der Schule, wo noch einiges zu erledigen ist. Foto: Thomas Rieke