Bad Gögging lockt immer mehr Fahrradfahrer an

Urlauber haben Bad Gögging mit ihrem Fahrrad erreicht. Sie sehen sich um und stellen fest: „Hier ist es doch wunderbar.“ Flugs tauchen sie bei der Touristinformation auf und fragen nach einer Übernachtungsmöglichkeit, die sie zuvor gar nicht eingeplant hatten.
So oder so ähnlich spielt es sich laut Fiorentina Casale, Projektmanagerin bei der Touristinformation, immer wieder in Bad Gögging ab. Dazu passt, dass Zeitgenossen, die sich regelmäßig im Gemeindegebiet von Neustadt aufhalten, den Eindruck haben, die Zahl der Fahrradfahrer, die den Ort ansteuern, sei gestiegen.
Das wiederum bestätigt Tourismusdirektor Bernhard Meyer im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Im Vergleich zur Zeit vor Corona habe ihre Bedeutung im Vergleich zur Gesamtgästezahl zugenommen.
Wobei nach wie nach wie vor das Hauptklientel aus dem Kur- und Rehabereich stamme. Meyer schätzt die Prozentzahl der Fahrradtouristen, die Bad Gögging ansteuern, oder von hier aus unterwegs sind, auf zehn bis 15 Prozent von der Gesamtzahl ein.
Der entscheidende Mehrwert
Was auf den ersten Blick nicht viel zu sein scheint, könne aber bei einzelnen Beherbergungsbetrieben der entscheidende Mehrwert sein, um wirtschaftlich sinnvoll agieren zu können. Außerdem sei es ein eher finanzstarkes Klientel, wie Meyer herausgefunden haben will. Es seien ja nicht etwa Leute, die sich keinen anderen Urlaub leisten können, sondern die eben diese Art wollen und für entsprechenden Service zu zahlen bereit seien.
Laut Meyer und Casale gibt es sowohl Touristen, die auf einer Tour Bad Gögging als Etappenziel auswählen als auch solche, die den Kurort als Standquartier wollen und von hier aus zu verschiedenen Touren starten.
Hoteliers sind mit dabei
Und die Hoteliers im Ort scheinen diese Botschaft auch verstanden zu haben. So berichtet Margit Zettl-Feldmann, die das Eisvogel betreibt, dass das Verleihen von Fahrrädern seit einigen Jahren zu ihrem Service gehört. Casale freut sich, dass mittlerweile sieben Hotels das Siegel Fahrradfreundlicher Gastbetrieb erworben haben, das der Allgemeinde Deutsche Fahrrad Club vergibt.
Und den einen oder anderen kleinen Baustein setzt dann auch die Touristinformation. So gibt es mittlerweile laut Casale eine Fahrradservicestation in Bad Gögging. Sie dient für den Fall, dass Radler ihr Werkzeug vergessen oder verloren haben. Meyer betont, dass das Personal der Touristinformation auf Fahrradklientel vorbereitet wird.
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Zum Beispiel dadurch, dass man die verschiedenen Radwege rund um Bad Gögging gut erklären könne. Längst gibt es einen speziellen Reiseprospekt für das Radfahren rund um Bad Gögging. Meyer glaubt, den Grund für diese Entwicklung zu kennen. Seit Corona sei Urlaub in Deutschland wieder mehr gefragt. Und dann sei der gedankliche Weg auf den Fahrradsessel auch nicht mehr so groß. Wobei es mittlerweile auch Gäste aus dem Ausland gebe, die in Bad Gögging auflaufen. Meyer berichtet von Amerikanern, Franzosen und Niederländern, die in der Touristinformation schon vorstellig geworden sind.
Oftmals wollen die Urlauber mittlerweile sogar nicht mehr allzu weite Wege zum Urlaubsort zurücklegen. „Gäste aus der Region Augsburg etwa haben mir gesagt, Orte wie Bad Füssing seien ihnen zu weit“, berichtet Meyer. Es gebe den Trend, aktiv in der Natur zu sein. Und da sei Bad Gögging eben ein gutes Ziel.
Donau und Abens reizvoll
Allein schon die Fahrradwege entlang der Donau und der Abens seien wegen der Flüsse reizvoll. Außerdem würden die Kommunen in der Region die Radwege gut pflegen. Da kenne Meyer an anderer Stelle ganz andere Beispiele. Diesbezüglich werde durchaus Lob im Ort hinterlassen.
Außerdem sei Bad Gögging mit seiner Lage durchaus gesegnet. Es ist gut an überregionale Radwege angeschlossen, die noch dazu verschiedene Streckenlängen hergeben. So haben Menschen verschiedener Kondition ihre Angebote. Der Abensradweg von Freising her ist mit 66 Kilometer relativ kurz. Will man den gesamten Donauradweg von Donaueschingen nach Passau bewältigen, muss man 580 Kilometer schaffen. Das interessante Städte wie Regensburg oder Ingolstadt von Bad Gögging auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen sind, helfe zudem.
Ein weiterer Grund, den Meyer für den Anstieg der Radfahrer ausgemacht hat, sind Räder mit elektrischer Unterstützung. Auf so eines schwinge man sich für eine Tour wohl eher als auf ein klassisches Fahrrad.
Tipps – auch für Einheimische
Radservicestation: Sie ist an der Ecke Heiligenstädter und Konrad-Zoller-Straße zu finden. Sie kann nach den Worten von Projektmanagerin Fiorentina Casale rund um die Uhr mit einem Einkaufschip oder einer Münze geöffnet werden. Hinter der Tür befinden sich Werkzeuge und eine Standpumpe, mit denen kleinere Reparaturen am Fahrrad durchgeführt werden können.
Führung: Seit geraumer Zeit gibt es laut Casale eine kostenlose geführte Radtour durch die Natur rund um Bad Gögging. Sie sei auch für weniger sportliche Radler geeignet. Die Leitung hat Karl Necker, Treffpunkt ist jeweils bei der Touristinformation. Beispielsweise gibt es an jedem Freitag in diesem September von 14 bis 16.30 Uhr diese Führung.
Tour: Als Geheimtipp bezeichnet Tourismusdirektor Bernhard Meyer die rund 25 Kilometer lange Römertour. Sie könne in zwei Stunden bewältigt werden. Die Strecke führt entlang der Zeugnisse der Römerzeit. Zu nennen sind das Bademuseum in Bad Gögging, das Kastell Abusina sowie der Wachturm bei Hienheim. Dort in der Nähe sind auch Reste des Limes zu sehen.