13-Millionen-Projekt in Neustadt startet endgültig

Von Wolfgang Abeltshauser · 7. September 2023 um 11:00

Vor einigen Wochen waren Bagger beim Seniorenheim St. Josef vorgefahren, um den Altbau, der früher das Krankenhaus beherbergte, abzureißen. Das ist jetzt geschafft. Der lange erwartete Neubau für die Einrichtung in Neustadt kann starten, nachdem er sich monatelang verzögert hatte.

Der Bauherr muss mit denselben Problemen kämpfen, die in der Region auch bei anderen Großprojekten auftreten. Fachfirmen sind oft ausgebucht, Preise steigen, weil Baustoffe mehr kosten als bisher.

Die ursprünglichen Planungen gingen von einem Baubeginn noch in 2022 aus, letztendlich begann der Abbruch des ehemaligen Krankenhausgebäudes erst im Sommer diesen Jahres.

„Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die stark gestiegenen Baukosten und Bauzinsen, haben uns die Realisierung der Baumaßnahme erschwert“, räumt Maximilian Meiler ein. Auch bei anderen Bauprojekten mussten in diesen Tagen die Bauherren erneut kalkulieren, weil sich finanzielle Voraussetzungen geändert haben.

Meiler ist Geschäftsführer des Katholischen Wohnungsbau- und Siedlungswerks (KWS) in Regensburg. Das Unternehmen ist Immobilienverwalter und Baubetreuer im Bistum Regensburg und damit zuständig für kirchliche Bauvorhaben. Nachdem die Caritas mittlerweile Träger des Altenheims ist, ist die KWS zuständig für die Baumaßnahme in Neustadt.

Über eine Million mehr

Wegen der genannten Schwierigkeiten musste nach seinen Worten der geplante Baubeginn verschoben werden. Nun sei man froh, dass ein Rahmen gefunden werden konnte, um das Projekt zu realisieren. Er spricht von Baukosten in Höhe von fast 13 Millionen Euro. Vor rund einem Jahr war noch von 11,4 Millionen Euro die Rede. Immerhin war die Kommune Neustadt für die Abbrucharbeiten aufgekommen.

„Der Abbruch des Krankenhaustraktes ist quasi abgeschlossen“, beschreibt Meiler den aktuellen Stand. Nun können die eigentlichen Bauarbeiten endlich beginnen. Sie sollen laut leitenden Architekten Markus Donhauser noch in diesem Monat beginnen.

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Das ist höchste Zeit, denn die alten Mauern genügten längst nicht mehr modernen Standards. Entstehen soll laut KWS ein energetisch hochwertiger Neubau. Er wird im KfW-55-Standard errichtet. Das bedeutet, der Energiebedarf wird künftig 45 Prozent niedriger sein als bei einem Gebäude ohne Energiesparmaßnahmen. Auf dem Dach des Neubaus wird eine Photovoltaikanlage installiert. Geheizt werde das Heimes künftig über Fernwärme. „Kontinuität und Nachhaltigkeit haben wir auf unsere Fahne geschrieben“, erläutert Donhauser.

Er spricht von größeren, barrierefreien Zimmern, die im Neubau entstehen sollen. Wie berichtet soll das Seniorenheim nach der Maßnahme über 80 Zimmer verfügen.

Laut Meiler rechnet man mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Donauer geht davon aus, dass der Rohbau im April 2024 steht.

Wie schon in der Zeit der Abbrucharbeiten läuft der Betrieb im Seniorenheim weiter. „Sicherlich ist es keine leichte Aufgabe für das gesamte Projektteam, die vorliegende Baumaßnahme im laufenden Betrieb eines Altenpflegeheimes umzusetzen“, stellt Meiler fest. Man habe sich ausführlich mit dieser Tatsache auseinandergesetzt. Die Heimleitung sei eng eingebunden.

Zimmer werden angepasst

Nach der Fertigstellung, die Donauer für den März 2025 anvisiert hat, soll es bis Juli 2025 im Bestandsbau weitergehen. Hier sollen laut Architekt die südlichen Zimmer angepasst werden. Es handle sich hier aber nur noch um kleinere Maßnahmen. Überlegungen für Veränderungen beim Seniorenheim gab es schon länger. Verschiedene Ideen wurden diskutiert. Ein Vorschlag lautete, den früheren Kindergarten St. Laurentius, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenheims befindet, abzureißen und auf dem damit frei werdenden Grundstück einen Neubau zu errichten.

Obwohl der Kindergarten umgezogen ist, ist das alte Grundstück nicht frei. Inzwischen ist hier der Kindergarten Sachensucher untergebracht. Ein Neubau in Bad Gögging erschien als nicht sinnvoll, weil vom jetzigen Standort etwa Banken und Einkaufsmöglichkeiten nicht weit entfernt liegen.