Arbeiten für provisorische Rampe laufen: Neue Brücke soll ab Spätherbst nutzbar sein

Von Oliver Hausladen · 30. August 2023 um 17:26

Schon seit Mai überspannt die neue Geh- und Radwegbrücke den Regen zwischen Roding und Mitterdorf, benutzt werden kann sie aber bisher nicht: An der Mitterdorfer Seite fehlt aufgrund von Verzögerungen beim Bau des Hochwasserschutzes durch das Wasserwirtschaftsamt der Anschluss.

Nun steht zumindest fest, ab wann das filigrane Bauwerk, das von einem Londoner Architekturbüro entworfen wurde, seinen Zweck erfüllen soll. Die Arbeiten für eine provisorische Rampe laufen, ab Mitte November soll die Brücke nutzbar sein, sagte 2. Bürgermeister Reinhold Schoierer am Mittwochnachmittag bei einem Termin vor Ort.

Stadt wollte nicht warten

Am Montag haben die Arbeiten, die von der Baufirma Dankerl aus dem Chamer Stadtteil Selling ausgeführt werden, begonnen. Die Stadt habe nicht länger warten wollen, weil das Wasserwirtschaftsamt auch keinen Termin genannt habe, wann es mit dem Hochwasserschutz in Mitterdorf und damit mit der eigentlich angedachten Zuwegung beginnen wird. „Wir haben die Brücke fertig hier stehen, nun soll sie auch genutzt werden“, betonte Schoierer.

Ganz so einfach gestaltet sich die Angelegenheit nicht: Das Provisorium muss so angelegt werden, dass es auch einem Hochwasser standhalten kann. Die Rampe beruhe auf dem Konstruktionsprinzip „geokunststoffbewehrte Erde“, erklärte Stadtbaumeister Helmut Wanninger. Sie besteht aus Stahlgitter-Elementen, einer Bewehrung aus Geogitter und einer Erosionsschutzmatte. Die Geogitter-Lagen werden auf einem ebenflächigen und verdichteten Erdplanum verlegt. Die Stahlgitter-Matten, bestehend aus Boden- und Frontgitter, werden miteinander verbunden. Anschließend wird die Erosionsschutzmatte über das Frontgitter gelegt, das Verfüllmaterial lagenweise von der Front aus zum freien Geogitter-Ende hin eingebaut und verdichtet. Die spätere Verkehrsfläche wird nach Herstellung einer Frostschutzschicht asphaltiert. Auf die Fronten wird kulturfähiger Oberboden aufgebracht, um eine schnelle Begrünung zu ermöglichen.

Voraussichtlich bis Ende September wird es dauern, bis die Rampe, die etwa 130.000 Euro kosten wird, fertig ist. Danach wird auf die bestehende Stützmauer eine Absturzsicherung mit einem Sichtschutz montiert und auf der gegenüberliegenden Seite ein Geländer angebracht.

Ziel: vor Winter fertig sein

Für diese beiden Maßnahmen seien die Aufträge noch nicht erteilt, sagte Schoierer, weil das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Nach Abschluss dieser Arbeiten werde die Brücke dann nutzbar sein, dies soll Mitte November der Fall sein. „Wir wollen auf jeden Fall vor dem Winter fertig werden“, unterstrich der zweite Bürgermeister.

Die Baufirma werde alles dafür tun, damit dieser Termin gehalten werden kann, sagte Geschäftsführerin Barbara Dankerl. Das Unternehmen sei schon oft in Roding tätig gewesen, bisher sei die Zusammenarbeit immer reibungslos verlaufen und alles habe funktioniert.

Technische Daten, Vorgeschichte und Einhub

Technische Daten: Die Brücke ist 130 Meter lang und wiegt 300 Tonnen.

Architektenwettbewerb: Die Brücke ist nach dem Siegerentwurf eines Büros aus London bei einem Architekturwettbewerb gefertigt worden.

Probleme im Vorfeld: Nachdem es zunächst große Probleme bei der Realisierung gegeben hatte, weil der Spezialstahl aus einem Werk in Mariupol wegen des Ukraine-Kriegs 2022 nicht mehr geliefert werden konnte, schien das Projekt danach doch noch nach Wunsch zu laufen.

In Schweden wurde ein Ersatz-Hersteller für den Cortenstahl gefunden.

Fertigung und Einhub liefen reibungslos: Die Fertigung bei der Werner-Rädlinger-Gruppe in Windischbergerdorf als auch die Lieferung und der spektakuläre Einhub der insgesamt sechs Tonnen schweren Brückenteile liefen reibungslos.

Die Verantwortlichen hoffen, dass beim Bau der provisorischen Rampe alles nach Plan läuft. Foto: Oliver Hausladen