Deutscher Jugendfeuerwehrtag in Burglengenfeld: Organisatoren profitieren vom Teamgeist der Helfer

Von Thomas Rieke · 31. August 2023 um 05:00

Erneut wird die Burglengenfelder Innenstadt für ein Großereignis gesperrt. Diesmal für den Deutschen Jugendfeuerwehrtag. Kreisjugendwart Tobias Sebast schildert, was das für ein Aufwand ist – und was es bedeutet, dass der Ministerpräsident Schirmherr ist.

Herr Sebast, der Countdown für das Großereignis Deutscher Jugendfeuerwehrtag vom 1. bis 3.September in Burglengenfeld läuft. Haben Sie als Kreisjugendwart und Gastgeber Lampenfieber?

Tobias Sebast: Lampenfieber ist vielleicht nicht der passende Ausdruck, weil ich selbst ja nicht im Mittelpunkt stehe, sondern die gesamte Jugendfeuerwehr. Allerdings ist eine Portion Nervosität dabei, die aktuell bei allen Beteiligten des Planungsstabes mitschwingt.

Die Vorbereitungen dürften weit gediehen sein. Wurden diese durch das regnerische Wetter der vergangenen Tage erschwert?

Sebast: Die Vorbereitungen laufen natürlich auf Hochtouren. Es gibt täglich Arbeitseinsätze. Das Wetter kam uns dabei noch nicht in die Quere. Es wird ja auch wieder besser. Außerdem sind wir alle Feuerwehrler und können mit solchen Situationen gut umgehen.

Wie viele Leute sind an Organisation und Umsetzung des Programms insgesamt beteiligt?

Sebast: Der Führungs- bzw. Planungsstab umfasst rund 20Personen aus dem Landkreis und von der Feuerwehr Burglengenfeld. Die Helfer für das Event werden aus dem ganzen Kreisgebiet zusammenkommen – etwa 280 Personen an der Zahl. Dazu kommen alleine von der FF Burglengenfeld nochmal circa 60 Personen.

War es schwierig, so viele Kräfte zu mobilisieren?

Sebast: Es war nicht einfach, aber hier konnte man auf die Strukturen der Feuerwehr im Landkreis zurückgreifen und so die Aufgaben verteilen.

Zum Auftakt am Freitagabend erwarten Sie und Ihre Kameraden Ministerpräsident Markus Söder. Was bedeutet das für Sie und die Feuerwehr, dass er die Schirmherrschaft übernommen hat?

Sebast: Wir freuen uns wahnsinnig über die Zusage und über seinen Besuch. Für uns ist es eine Ehre, ihn im Landkreis und in Burglengenfeld begrüßen zu dürfen. Außerdem zeigt es ja das Interesse an der Jugendfeuerwehr und den Feuerwehren im Allgemeinen.

Im Anschluss steigt eine Party mit der Bayern-3-Band. Sind Sie selbst Fan von deren Musik?

Sebast: Selbstverständlich gefällt mir auch die Musik, die diese Band spielt. Ich konnte auch schon einen Blick auf die Playlist werfen.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Sebast: Das ist natürlich stark wetterabhängig. Aber ich halte 5000 für realistisch. Es könnten aber auch 8000 werden.

Natürlich bringt ein Großereignis auch Nachteile mit sich. Lesen Sie dazu: Jugendfeuerwehrtag: Viele Höhepunkte und einige Einschränkungen

Getoppt dürfte das durch die Blaulichtmeile am Samstag am Marktplatz werden. Warum trumpfen Sie so groß auf?

Sebast: Dies soll ein großer Aktionstag für die Besucher werden, bei dem man einfach mal alles sehen kann, was es so bei der Feuerwehr und den anderen Blaulicht-Organisationen gibt. Letztlich dient es aber auch der Mitglieder- und Nachwuchswerbung für die Ehrenämter.

Der dritte Tag steht im Zeichen der Deutschen Meisterschaft im Internationalen Wettbewerb des sogenannten CTIF. Was verbirgt sich hinter diesem Kürzel?

Sebast: Die Abkürzung steht für das Comité Technique International de prévention et d’extinction du Feu. Dabei handelt es sich um eine Internationale Organisation, welche die Zusammenarbeit von Feuerwehren bzw. -verbänden fördert. Aktuell gehören 40 Mitgliedsstaaten dazu.

Bitte skizzieren Sie den Ablauf des Wettkampfs im Burglengenfelder Stadion. Was ist konkret zu tun, worauf kommt es besonders an?

Sebast: Der Wettkampf besteht aus zwei Teilen. Beim Staffellauf sind über 400 Meter verschiedene Hindernisse zu überwinden. Ferner sind technische Aufgaben wie das Kuppeln von Schläuchen zu lösen. Hierbei kommt es auf jede Sekunde und eine fehlerfreie Durchführung an. Sonst gibt es Punktabzug. Der zweite Teil ist eine Hindernisübung. Sie beginnt mit dem Verlegen einer Schlauchleitung über einen Wassergraben, durch eine Hürde und einen Tunnel sowie am Laufbrett vorbei. Im Anschluss müssen die Teilnehmer, welche die Leitung verlegt haben, verschiedene Knoten knüpfen. Die andere Hälfte des Teams begibt sich ebenfalls über die Hindernisse, muss aber mittels einer Kübelspritze fünf Liter Wasser durch eine Wand spritzen und im Anschluss ein paar Gerätschaften sortieren. Auch hier zählt die Zeit, und mindestens fünf Wertungsrichter achten gleichzeitig auf Fehler.

Sind Sie traurig, dass sich für die Teilnahme keine Mannschaft aus der Region qualifiziert hat?

Sebast: Unser Landkreis war beim Landesentscheid in Altenerding sehr stark vertreten. Die Konkurrenz in Bayern ist allerdings sehr groß, so dass wir nur den 14. Platz in den Landkreis holen konnten.

Es gibt noch eine weitere Veranstaltung von Relevanz, die Delegiertenversammlung in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof, die allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Worum geht es dabei?

Sebast: Hier treffen sich die Delegierten aller Bundesländer, um sozusagen die Vollversammlung auf Bundesebene abzuhalten. Es wird über das vergangene Jahr berichtet und über die Planungen für die Zukunft abgestimmt. Ferner geht es um Kampagnen der Deutschen Jugendfeuerwehr, Zuschüsse und verschiedene Veranstaltungen.

Schon vor knapp zwei Monaten berichteten die Organisatoren erstmals exklusiv, was es mit dem Jugendfeuerwehrtag auf sich hat. Mehr dazu lesen Sie hier.

In Burglengenfeld sind am Wochenende 750 junge Feuerwehrmitglieder zu Gast. Wo werden sie untergebracht und wie werden sie versorgt?

Sebast: Das können wir nur in Zusammenarbeit mit der Stadt Burglengenfeld realisieren. Sie stellt uns nämlich die Klassenräume der Grund- und Mittelschule zur Verfügung. Die Versorgung wird teils von uns, größtenteils aber von der Wirtin der Stadthalle übernommen.

Der Deutsche Jugendfeuerwehrtag soll die größte Veranstaltung sein, welche die Feuerwehr im Landkreis bisher durchgeführt hat.

Sebast: Das ist definitiv der Fall. Die Vorbereitungen dafür machen aber Spaß, weil die Feuerwehren im Allgemeinen ja unglaublich gute Teamplayer sind und sich gegenseitig unter die Arme greifen. Allerdings sind wir auch ein kleines bisschen froh, wenn wir es jetzt dann geschafft haben.

Sie sind ja nicht nur ehrenamtlich in der Feuerwehr engagiert, sondern haben als Heizungsbaumeister auch noch einen anstrengenden Beruf. Wie ist Ihr persönlicher Akku-Stand?

Sebast: Die Selbstständigkeit lügt an der Stelle nicht, und ich gebe zu, dass dies aktuell schon eine ziemliche Belastung darstellt. Der Akkustand wandert langsam Richtung Reserve. Allerdings wird das ja bald wieder besser.

Was machen Sie am Sonntag ab 14 Uhr, wenn mit der Siegerehrung die Veranstaltung zu Ende gegangen ist?

Sebast: Dann beginnt für uns das Koordinieren der Aufräumarbeiten und der Abreise der Gruppen. Wir hoffen, dass auch das gut über die Bühne geht und wir den Tag mit einem gemütlichen Abendessen ausklingen lassen können.