Dult in Regensburg: Beschicker trotzen dem Regen – Besucher-Zahlen könnten besser sein

Von Christian Eckl · 27. August 2023 um 19:00

Ganz so gut hat es der Wettergott nicht gemeint mit den Dult-Beschickern an diesem ersten Wochenende. Ächzte Regensburg in den vergangenen zwei Wochen unter der Hitze, sorgte Regen am Wochenende für schwächere Umsätze. Doch es lief dennoch besser als bei dem Wetter erwartet.

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„Die Dult hat begonnen – und damit auch die Regenzeit“, scherzte Walter Metzger, der Vorsitzende der Marktkaufleute und Schausteller in Regensburg. „Wir sind das schon gewohnt, zumindest immer ein paar Regentage zu haben.“ An der Fröhlichkeit, mit der die Beschicker gerade auch der Warendult die Volksfest-Zeit verbringen, ändere das aber nichts. „Natürlich waren weniger Besucher da, dafür aber sind die Interessierten gekommen“, sagte Metzger. Die, die trotz des Schnürlregens auf das Dult-Gelände kämen, „die kommen auch gezielt, um sich schnell noch eine Pfanne zu kaufen, oder ein paar Gewürze oder Dinge für den täglichen Gebrauch“. Metzger sagte auch: „Am letzten Tag wird zusammengerechnet!“

Dult in Regensburg: „Abgerechnet wird am Ende“

So sieht das auch Festwirt Alfred Glöckl. „Die Dult dauert 17 Tage lang. Wie sie gelaufen ist, das kann man auch erst am letzten Tag sagen.“ Am Freitag startete das Volksfest ohnehin fulminant, sagte Glöckl. „Am Samstag ist der Regen leider drei Stunden zu früh gekommen.“ Doch es sei „friedlich zugegangen, das ist das Wichtigste“. Der Besuch der Regensburger Notstandsküche, finanziert vom Fürstlichen Haus und betrieben seit 1951 von der Caritas, war für Glöckl wieder ein besonderes Ereignis. „Es ist schön, diese Menschen bei uns zu begrüßen, die es nicht so einfach haben.“ Man habe den Besuch diesmal im Hinblick auf den Terminkalender der Fürstin auf das erste Dult-Wochenende gelegt, doch Gloria von Thurn und Taxis kam die Habsburger-Hochzeit in Sünching dazwischen. Sie wurde vertreten vom Leiter der Hofbibliothek, Peter Styra.

Am Sonntag zelebrierte Festwirt Michael Hahn den ersten Höhepunkt seines Dult-Jubiläums. 30 Jahre ist die Familie Hahn nun auf der Dult.

Regensburg: Besonderer Gottesdienst auf der Dult

Am Sonntag kam Hahn dann in den traditionellen Gottesdienst, den Stadtpfarrer Roman Gerl im Hahnzelt zelebrierte. „Der Auftakt am Freitag war sehr, sehr schön. Am Samstagabend kam zwar das Gewitter, aber im Zelt und im überdachten Biergarten waren trotzdem sehr viele Gäste“, sagte Hahn. „Die Temperaturen passen ja auch.“

Auch heuer war der Gottesdienst im Festzelt ganz besonders. „Das Ambiente ist für die Menschen toll“, sagte Pfarrer Roman Gerl vor dem Gottesdienst. „Wir befinden uns hier nicht in einer Kirche, sondern in einem ganz besonders schön gestalteten Festzelt.“ Als er vor Jahren die Dult-Gottesdienste übernahm, da war Gerl noch skeptisch, sagte er.

„Dass wir von einer Blasmusik-Kapelle begleitet werden, das ist schon mal anders als in der Kirche“, schilderte Gerl. „Ich erlebe die Gläubigen bei diesem Gottesdienst auch immer als besonders innig.“

Dass der Gottesdienst dann auch besonders feierlich war, das lag auch heuer wieder an den Schaustellern. Denn immer dann, wenn ein Schausteller-Kind geboren wird, dann wird es auch auf einem Volksfest getauft. Diesmal war die kleine Liz Mathilde an der Reihe: Sie ist ein Jahr und drei Monate alt und ihre Eltern sind auf Volksfesten aufgewachsen. „Ich bin hier aufgewachsen auf der Dult und uns ist es eine Ehre, dass Liz hier getauft wird“, sagte ihre Mutter Nina Triska.

Ihre Familie betreibt ein Geschäft für Baumstriezel – und für die kleine Liz ist es auch bereits die dritte Dult. Doch diesmal stand sie zusammen mit Papa Marvin Toni, der ebenfalls aus einer Schausteller-Familie kommt, im Mittelpunkt des Gottesdienstes.

Bislang war es friedlich auf der Regensburger Herbstdult

Wie das erste Dult-Wochenende aus polizeilicher Sicht verlief, konnte man bei der Polizeiinspektion Nord nicht mitteilen. „Das wird immer Montagvormittag aufgearbeitet, wenn auch die Dienststellenleitung wieder im Haus ist“, sagte ein Beamter auf Anfrage. Bislang waren – bis auf die üblichen Gröler, die nach Dult-Schluss vor allem Freitagnacht durch die Altstadtgassen zogen – keine größeren Vorfälle bekannt geworden. Der Polizeibericht vom Sonntag vermeldete auch „keine relevanten Meldungen“.

Pfarrer Roman Gerl taufte das Kind von Nina Triska und Marvin Toni, die kleine Liz. Foto: Steffen