Emmi und Guido Kollross aus Lam haben einen idyllischen Garten mit Laufenten

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. August 2023 um 11:15

Emmi und Guido Kollross stehen in ihrem idyllischen Garten – so bezeichnen Urlauber im Bayerischen Wald den Naturgarten, wie sie erzählen. Die beiden sind Besitzer eines vor Kurzem vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau zertifizierten Naturgartens. Durch Zufall seien sie dazu gekommen, diesen auszeichnen zu lassen.

„Konrad Weinzierl, der die Zertifizierungen mit durchführt, hat uns dazu geraten“, erzählt Emmi Kollross. In ihren Garten leben zwei Laufenten. „Seit wir die Enten haben, sind in unserem Garten viel weniger Schnecken. Der Boden ist sehr feucht, weswegen sich diese hier sehr wohlfühlen. In die Gemüsebeete kann man die Laufenten allerdings nicht lassen, da sie dann nicht nur die Schnecken, sondern auch den Salat und das Gemüse fressen“, berichtet Emmi Kollross.

Gartenarbeit und -anbau

Die Arbeit im Garten ist klar zwischen den beiden Naturgartenbesitzern aufgeteilt. Guido Kollross kümmert sich um den Gemüseanbau und Emmi Kollross pflegt die Blumen. „Der Naturgarten hat sich bei uns einfach so entwickelt, da wir auch nicht so viel Zeit für die Pflege haben. Außerdem ist es bei der derzeitigen Hitze kaum möglich, im Garten zu arbeiten“, erklärt Guido Kollross. Der Nachteil sei dabei, dass ein Naturgarten für den Betrachter von Außen vielleicht nicht so gepflegt aussieht.

Lesen Sie hier: Ein Paradies für Insekten: Martina und Joseph Hausladen schätzen das Grün in ihren Garten

Im Gemüsebeet wachsen Gurken, Salat, Zuckererbsen, Rucola, Zucchini, Meerrettich und Schnittlauch. Auf dem Balkon pflegen sie zudem noch Tomaten. Das Gemüse verzehren die beiden Lamer selbst oder machen es haltbar. „Wir haben gerade erst fünf Eimer Gurken geernet. Von diesen wird ein Teil als sauere Gurken eingeweckt“, erzählen sie.

Nicht nur Gemüse wächst in dem Garten. Neben zahlreichen Blumen wie beispielsweise Geranien, Wildrosen oder Nachtkerzen sind Zwetschgenbäume, Apfelbäume, Birnbäume, ein Kirschbaum, Weinstöcke, ein Holunderstrauch, Jostabeeren (eine Kreuzung zwischen Johannisbeere und Stachelbeere), Johannisbeeren und Heidelbeeren. Auch das Obst verarbeiten Emmi und Guido Kollross selbst, zumindest soweit sie es selbst verwerten können. „Alles zu verarbeiten macht viel Arbeit und außerdem ist es meist auch zu viel. Allerdings kann man es auch gut an Freunde und Bekannte verschenken“, erklärt die Naturgartenbesitzerin. Aus den Beeren machen sie beispielsweise Marmelade, aus dem Holunder Saft und aus den Äpfeln Apfelsaft und -most. „Leider sind viele der Äpfel dieses Jahr wurmig“, erzählt Guido Kollross.

Auch muss darauf geachtet werden, dass nichts überhand nimmt. „Der große Weinstock muss wieder zugeschnitten werden, denn sonst gehen die Birnbäume daneben ein, da er zu viel Wasser benötigt“, berichten die beiden. Das Gleiche gelte auch für den Efeu am Zwetschgenbaum.

Trotzdem darf in dem Naturgarten einiges von selbst wachsen wie beispielsweise Ringelblumen oder Nachtkerzen. Letztere blühen in der Nacht und sogar bei Regen.

Ein Komposthaufen im Garten der beiden dient als Dünger für die Pflanzen. Chemischen Dünger verwenden sie gar nicht. Dies ist in einem Naturgarten auch nicht erlaubt. Das Gleiche gilt für chemischen Pflanzenschutz. Guido Kollross sieht es locker: „Wenn etwas kaputt geht, muss man es eben ausreißen. Was wächst, das wächst. Es kann schon mal sein, dass Blattläuse an einer Pflanze sind.“ Da auch der sparsame Umgang mit Wasser ein Thema des Naturgartens ist, verwenden Emmi und Guido Kollross zum Gießen nur Quell- und Regenwasser.

Lebensraum für Tiere

Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind im Garten der Kollross’ zahlreich vorhanden. Besonders im Gemüsebeet, wo auch Unkraut wächst, fühlen sich diese wohl. „Wir mähen das Gras maximal zweimal im Jahr. Das Gras bekommt dann ein Bekannter“, erzählt Emmi Kollross.

Der Garten bietet mit einem Steinhaufen und einer Steinmauer aus Naturstein, die nicht betoniert wurde, auch viele Verstecke für Kleintiere wie beispielsweise Eidechsen.

Ein selbstgemachter Flechtzaun ziert den Garten.
Naturgarten Familie Kollross Lam
Blumen blühen im Naturgarten.