Ein Paradies für Insekten: Martina und Joseph Hausladen schätzen das Grün in ihren Garten

Von Mittelbayerische Zeitung · 23. August 2023 um 15:00

Joseph und Martina Hausladen stehen inmitten ihres Gartens.

Martina und Joseph Hausladen gehen durch ihren Garten voller heimischer Pflanzen. Sie besitzen eines vor Kurzem vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau ausgezeichneten Naturgartens. „Die Nachbarn bezeichnen unseren Garten als den Wald in der Siedlung“, erzählt Joseph Hausladen. Das kommt daher, dass das Grundstück möglichst naturbelassen ist.

An den Hühnerstall, der von Brennnesseln umgeben ist, grenzt eine Naturwiese. Diese wird von den Hausladens nur einmal im Jahr gemäht, somit ist die Wiese ein Paradies für Schmetterlinge, Hummelarten von der Roten Liste und viele andere Insekten. Hier ist unter anderem der Wiesenknopf-Ameisenbläuling zuhause. Dieser fühlt sich dort deswegen so wohl, da der Große Wiesenknopf auf der Wildwiese blüht. Die Falter ernähren sich nicht nur von der Pflanze, sondern paaren und übernächtigen auch auf dieser. Zudem legen sie dort ihre Eier ab. Außerdem dient der Große Wiesenknopf den jungen Raupen als Futterpflanze und Versteck. Später ernähren sich die Raupen von Ameisenlarven.

Ein Paradies für Kleintiere

„Die Insekten sind uns wichtig, deswegen haben wir unseren Garten möglichst insektenfreundlich gestaltet“, erklären Martina und Joseph Hausladen. So sind im Naturgarten der Familie nicht nur ein Kräuter- und Blumengarten zu finden, sondern auch Insektenhotels. „Mit den Insektenhotels ist es gar nicht so einfach. Man muss dabei einiges beachten, denn die Tierchen möchten sich nicht ihre Flügel verletzen, beispielsweise an Holzspänen. Hier bei uns funktionieren sie gut und die Hotels sind stark besucht“, berichtet Joseph Hausladen. Doch auch andere Tiere können sich im Garten der Hausladens wohlfühlen. Hochbeete aus Naturstein, eine Gartenmauer aus alten Dachziegeln, eine Totholzecke sowie eine Steinmauer bieten viele Verstecke für Eidechsen, Käfer oder Igel.

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„Wir haben auch viele verschiedene Vogelarten in unserem Garten, sogar einen Buntspecht und einen Grünspecht“, erzählt Martina Hausladen. Familie Hausladen pflanzt allerdings nicht nur für Insekten und andere Tiere. Auch für sich selbst haben sie verschiedenes Gemüse wie beispielsweise Zucchini, Auberginen, Salat, Tomaten und verschiedene Kohlarten angebaut. Mit dem Gemüse kochen sie oder es wird auch haltbar gemacht, z.B. durch Einwecken. „Wir sind keine Selbstversorger, aber was saisonal im Garten wächst, wird verarbeitet“, erklären die beiden. Neben dem Gemüse wachsen auch verschiedene Beeren und ein großer Weinstock im Garten. Dieser dient nicht nur der Fassadenbegrünung des Hauses. Aus den Weintrauben machen die Hausladens Saft. Die letzte Ernte ergab insgesamt 65 Liter Traubensaft. „Damit der Weinstock so groß geworden ist, haben wir ihn in einem nährstoffarmen Boden gepflanzt und gießen und düngen die Pflanze nicht“, erzählt Joseph Hausladen.

Düngen ohne Chemie

Da in einem Naturgarten nicht mit chemischen Stoffen gedüngt wird, verwenden Martina und Joseph Hausladen Kompost aus dem eigenen Garten, Hornspäne und Terra Preta (Pflanzenkohle). Zum Gießen verwenden sie nur Wasser aus dem eigenen Garten, wie das Regenwasser vom Dach und aus der Zisterne. „Eine gewisse Pflege ist natürlich auch nötig, denn ein Naturgarten ist nicht gleich ein verwildeter Garten“, stellt Joseph Hausladen klar.

Ihren Garten würden sie nun seit etwa zehn Jahren naturnah pflegen. Viel von ihrem Wissen habe Martina Hausladen von ihrer Mutter und der Hauswirtschaftsschule, doch einiges habe sie sich auch aus eigenem Interesse angeeignet. Für die ästhetische Gestaltung des Gartens sei wiederum ihr Mann zuständig.

Martina Hausladen zeigt ihren Kräuter- und Blumengarten. Fotos: Simon Tschannerl
Der Weinstock begrünt die Hausfassade.