Massive Risse in der Fassade des Salzstadels machen den Regensburgern Sorgen

Von Rainer Wendl · 20. August 2023 um 05:00

Werden die nicht immer größer? Es gibt Neuigkeiten zu den Rissen an der Ostfassade des Regensburger Salzstadels.

Regensburger schauen genau auf ihre Stadt. Wenn sich an einem Wahrzeichen ein scheinbar immer größer werdender Riss auftut, nehmen sie das wahr – und machen sich Sorgen. So wie MZ-Leser Thomas Schwesig, den die Furchen an der Ostfassade des Salzstadels beunruhigen. „Weiß man schon die Ursache dafür?“, wollte er wissen.

Die Auskunft der Stadt dürfte ihn beruhigen. Denn die Risse sind weitestgehend harmlos, stehen unter ständiger Beobachtung und werden demnächst beseitigt.

Bereits im März dieses Jahres waren die Schäden im Mauerwerk, die sich über vier Etagen erstrecken, Stadtgespräch. Damals fielen die Risse erstmals deutlich ins Auge, weil sie auf Veranlassung der Stadt freigelegt worden waren. Durch diese Maßnahme sollte das Herunterstürzen von losen Putzteilen auf den meist sehr belebten Platz vor der Historischen Wurstkuchl verhindert werden.

Monitoring zeigt keine Veränderung

Die Risse selbst gibt es freilich schon viel länger. Weil der Salzstadel auf zwei unterschiedlichen Bodenabschnitten gründet, die unterschiedliches Setzungsverhalten zeigen, ist das Gebäude einer ständigen minimalen Schwankung ausgesetzt. Als Folge davon reißt die Fassade immer wieder auf, was das Bauwerk an sich aber nicht bedroht.

„Der Stadel ist nicht einsturzgefährdet. Es handelt sich um sogenannte konstruktive Risse, die einer gewissen Bewegung unterliegen. Die hohe Masse des Gebäudes stabilisiert die Gesamtkonstruktion“, erklärt die Stadt.

Zur Sicherheit werden die Veränderungen am Salzstadel bereits seit dem Jahr 2020 durch ein Monitoring beobachtet. Die beiden letzten Ablesungen fanden am 7. Dezember 2022 sowie am 23. Mai 2023 statt – und entgegen des optischen Eindrucks kam es in diesem Zeitraum zu keinerlei Veränderung der Rissbreiten. Dennoch schreitet die Stadt jetzt zur Tat.

Sanierung vor der Kälteperiode

„Die Risse werden vor der nächsten Kälteperiode mit Mörtel geschlossen und überputzt. Zusätzlich wird durch vorhergehenden Farbstufenabgleich am Bestand eine passende Farbe gemischt, um die geschlossenen Risse zu überstreichen“, lautet die Ankündigung. Im Zuge dieser Arbeiten wird zudem von einem Ingenieurbüro geprüft, ob eine zusätzliche Vernadelung sinnvoll ist. Passieren soll dies alles zwischen Mitte September und Mitte Oktober, die dafür veranschlagten Kosten belaufen sich auf etwa 16 000 Euro.