Die Wasserqualität in Rötz ist ausgezeichnet – das wird genau kontrolliert

Ob das Wasser aus den Rötzer Leitungen ebenso gut kontrolliert ist wie dasjenige aus den Flaschen im Supermarkt? Für diese Frage haben Josef Semmelbauer und Marco Tölzer, die für die Wasserversorgung im Stadtgebiet zuständig sind, nur ein Lächeln übrig.
Als Anschauungsmaterial zeigen sie die Kalibrierflüssigkeiten für die Messung der Trübung: Sogar klarer als die laut Trinkwasserverordnung erlaubten 1 NTU (der nephelometrische Trübungswert – je kleiner dieser ist, desto besser) liege das Rötzer Wasser bei einem Wert von 0,06, erklärt Tölzer. Auch von einem unabhängigen Institut wird das Wasser auf verschiedene Parameter untersucht, die Ergebnisse werden direkt ans Landratsamt übermittelt.
Quellen und Tiefbrunnen
Und ganz nebenbei: Günstiger ist das Wasser aus den Rötzer Quellen und dem Tiefbrunnen auch: Für 1,35 Euro könnte man ungefähr 1000 Liter davon trinken, rechnet Semmelbauer.
Beim Treffen am Hochbehälter bei der Rabenmühle erklärt er, welche Ortsteile versorgt werden: Neben dem Stadtgebiet sind das Wenzenried, Bauhof, Trobelsdorf, Hetzmannsdorf, Grassersdorf, Berndorf-Gmünd und Paadorf.
Die insgesamt 21 Quellen in drei Quellgebieten liegen im Wasserschutzgebiet und laufen in Quellschächten zusammen. Das Wasser könnte man zwar schon dort bedenkenlos trinken – Vorsicht ist dennoch geboten: Bevor die Wasserwarte in den Schacht hinabsteigen, um eine Probe zu nehmen, führen sie eine CO2-Messung durch. Und tatsächlich schlägt das Messgerät gleich doppelt Alarm: Zu viel Kohlendioxid hat sich gesammelt, zu wenig Sauerstoff ist vorhanden. Ein Aufenthalt im Schacht wäre lebensgefährlich.
Erst nachdem ausreichend Frischluft zugeführt worden ist, darf man hinabsteigen. Außerdem dürfen die Schächte nur zu zweit angefahren werden, und die Eingänge sind über Schlüssel doppelt gesichert.
Quellfassungen gebaut
In den Neunziger Jahren herrschte in Rötz ein Wassermangel. Daraufhin wurden 2003 die Quellfassungen gebaut. Das Quellwasser hat viele Mineralien und einen niedrigen pH-Wert. In den Räumen, in denen die Hochbehälter stehen, ist es sehr kühl – und das bei schwül-heißen Außentemperaturen und ganz ohne Klimaanlage. „Das Wasser kommt mit 9 Grad an, und so werden die Räume von ganz allein so stark abgekühlt“, erklärt Semmelbauer.
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Nach Grob- und Feinfilter, der UV-Anlage zur Desinfektion und der Entsäuerung mit Marmorkies wird das in einen der beiden jeweils 400 Kubikmeter fassenden Hochbehälter befördert. Von dort aus geht es für die Ortsversorgung in das Leitungsnetz.
Am PC im Büro werden alle Daten erfasst, von dort aus können sämtliche Parameter reguliert werden. Gerade ist eine Pumpe für den Ortsteil Bauhof aktiv, daneben gibt es noch eine für Wenzenried. Durch den Höhenunterschied zum Hochbehälter werden für die anderen Ortsteile keine Pumpen benötigt. Auch Störungen laufen hier auf und werden auf das Handy des Wasserwartes übermittelt, der gerade Bereitschaft hat.
Wenn der Bedarf sehr hoch sei, zum Beispiel, falls ein größerer Rohrbruch auftreten sollte oder Reparaturarbeiten durchgeführt werden, gibt es einen Notverbund zu Heinrichskirchen und umgekehrt bis Pillmersried.
Außerdem ist eine Verbundsleitung zu den Kreiswasserwerken vorhanden, sollte einmal ein Mangel an Wasser herrschen. Das sei aber nur in sehr trockenen Jahren vorgekommen, so Tölzer. Denn neben den Quellen im Wald gibt es auch noch einen Tiefbrunnen, der Richtung Grub liegt.
Ein 56 Meter tiefer Schacht
Der Schacht ist insgesamt 56 Meter tief, in 42 Metern Tiefe liegt eine Tauchpumpe, die arbeitet, wenn Wasser benötigt wird. Die Aufbereitung ist hier aufwendiger, zunächst wird das Wasser im Voroxidator und im Oxidator mit Luft angereichert. Nach einer Filterung mit Marmorkies wird im Verdüsungsraum nochmals Frischluft zugeführt, es folgt eine Entsäuerung, wieder mit Marmorkies, und das Einpumpen ins Leitungsnetz.
Generell ist der Verbrauch im Juli und August am höchsten: das Gießen der Pflanzen, der Verbrauch in der Landwirtschaft und andere Faktoren. Der Regen der vergangenen Wochen habe, wenn überhaupt, nur einen kurzfristigen Einfluss auf die Grundwassersituation, so Semmelbauer.
Man muss einen längeren Zeitraum betrachten: Vergleicht man die Quellschüttungen in den Julimonaten der vergangenen drei Jahre miteinander, haben sich die Quellen wieder gut mit Grundwasser gefüllt. Entscheidend für die Grundwasser-Neubildung sei eigentlich der Winter, erklärt Tölzer. Dass der Wasserverbrauch bei Regen zurückgehe, merke man hingegen sofort.




