„Obacht - da hapert’s“ im Rathaus Roding

Wie inklusiv ist Roding? Wo gibt es Stolperfallen für Menschen mit Behinderung im Stadtgebiet? Bei der Aktion „Obacht - da hapert’s“ rufen Franz Marchl, Behindertenbeauftragter der Stadt Roding, und Renate Hecht, Behindertenbeauftragte des Landkreises Cham, zusammen mit dem zweiten Bürgermeister Reinhold Schoierer die Bürger auf, sich einzubringen.
Ein kleiner Kasten mit Briefschlitz oben, darauf steht „Obacht da haperts“, an der Seite sind Flyer mit der gleichen Aufschrift. Etwas über 20 solcher Briefkästen gibt es im Landkreis. Und die gehen regelmäßig auf Wanderschaft und werden jeweils alle paar Wochen an einem anderen Ort aufgestellt. Jetzt steht ein solcher bis Mitte Oktober im Rathaus Roding.
Orte für alle schaffen
„Barrieren abbauen – Orte für alle schaffen“, heißt es im Flyer. Die Bürger sollen auf Barrieren im Alltag achten und diese anzeigen und so dafür sorgen, dass die Gemeinden diese beseitigen können. Konkret wird nach Stufen vor Eingängen, wild geparkten Autos, die den Weg versperren, Problemen mit Behindertenparkplätzen und fehlenden Behindertentoiletten gefragt. Auf diese sollen die Menschen achten.„Die Leute sehen was, das können sie eintragen und dann hier niederschwellig reinwerfen“, sagt Hecht.
Gerne unterstütze die Stadt die Aktion mit den Kästen, sagt Schoierer. Denn es sei ein wichtiges Anliegen, das Leben der Menschen mit Behinderung leichter und einfacher zu machen. Mit seinem Anliegen habe Marchl bei der Stadt offene Türen eingerannt.
Ziel der Aktion „Obacht - da hapert’s“ sei, mit Hilfe der Bürger Barrieren im Alltag ausfindig zu machen, um diese dann zu beseitigen. Aber nicht nur für Behinderte seien die Behindertenbeauftragten da, sagt Marchl. Denn Mütter mit Kinderwagen hätten die gleichen Probleme mit zu hohen Bordsteinkanten und holperigem Kopfsteinpflaster. Auch wenn Hecht weiß, dass nicht alle Barrieren abgebaut werden können. Wichtig sei, zumindest einige abzubauen und es so für Behinderte im Alltag leichter zu machen. Aber nicht nur das. „Wir wollen mit der Aktion auch in der Bevölkerung ein Bewusstsein schaffen für Menschen mit Behinderung“, so Marchl.
Die Aktion werde gut angenommen, sagt der Behindertenbeauftragte. Dabei sei schon einiges an Hinweisen zusammengekommen. So haben beispielsweise Bürger auf fehlende Behindertentoiletten in der Stadt hingewiesen oder auf das Fehlen von Behindertenparkplätzen während der Messe. Wobei das mit den Behindertentoiletten nicht stimme, sagt Marchl. Im Stadtgebiet gebe es fünf, drei davon in öffentlich zugänglichen Einkaufszentren, eine an der Fronfeste und seit kurzem eine weitere am Esper. Aber die Menschen müssten auch davon erfahren, auch das sei wichtig.
Blockierte Parkplätze
Das Problem mit den fehlenden Parkplätzen für Behinderte werde auch durch das „Wildparken“ verschärft, wie der Behindertenbeauftragte es formuliert. Damit meinte er, dass auch andere auf diesen Parkplätzen parken würden, die dazu gar nicht berechtigt sind. Nur wer im Ausweis ein „AG“ aufweisen kann, darf auf diesen Plätzen parken, ein minderer Behinderungsgrad, mit einem „G“ gekennzeichnet, reiche nicht. Aber das wüssten viele nicht, sagen Marchl und Hecht unisono. Auch hier sei es wichtig, mehr Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen, sagen sie.