Anson’s verspricht sich viel von Regensburg: Eröffnungstermin steht fest

Das Haus am Neupfarrplatz gehört zu den prominentesten Immobilien in der Regensburger Altstadt. Seit vielen Wochen ist hier Baustelle. Der Zara-Nachfolger Anson’s verspricht sich viel von Regensburg. Der MZ hat das Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen gewährt.
Im ersten Stock des ehemaligen Zara-Gebäudes ist das Parkett verlegt. Grün, Blau und dazwischen Weiß dominieren die Wände. Elektriker auf Leitern strecken sich zur Decke und schließen Lampen an. Mittendrin steht Geschäftsleiter Jan Lievertz. „Wir bekommen Originalshops der Marken“, sagt der 31-Jährige. Er deutet auf eine weiß-blaue Ecke. „Hier kommt Polo Ralph Lauren rein. Das ist eines unserer Highlights neben Boss und Tommy Hilfiger.“
Am Freitag, 28. September, wird der Herrenausstatter Anson’s am Neupfarrplatz eröffnen, ein Tochter-Unternehmen des Düsseldorfer Modehändlers Peek & Cloppenburg. Damit füllt sich ein Leerstand an prominenter Stelle. Anson’s bietet auf 1300 Quadratmetern Männermode für Job, Freizeit und festliche Anlässe. Viele bekannte Marken werden in dem Altstadthaus zu haben sein.
Die Entscheidung fiel leicht
Die Handwerker haben alle Zwischenwände herausgerissen. Entstanden sind helle, weitläufige Flächen. Noch sind die Schaufenster mit Werbebotschaften zugeklebt. Auch das wird sich ändern: Künftig werden sie den Blick auf die Innenräume freigeben.
Anson’s betreibt bundesweit Standorte, darunter in Berlin, Hamburg und Frankfurt. In Bayern gibt es den Herrenausstatter bisher nur in der Nürnberger Altstadt.
Warum Regensburg? „Uns werden immer wieder Immobilien angeboten“, sagt Jan Lievertz. „Regensburg hat uns sofort zugesagt.“ Er schwärmt vom italienischen Flair. Als Weltkulturerbe ziehe die Stadt zahlreiche Touristen an. „Auf diesem Markt wollen wir Fuß fassen.“ Über die Passantenfrequenz macht sich Lievertz keine Gedanken. „Ich bin seit eineinhalb Wochen hier. Gerade wenn die Sonne strahlt, boomt ja die Altstadt.“ Die vier Abteilungsleiter für den Neupfarrplatz sind bereits eingestellt. Etwa 30 Beschäftigte will Anson‘s noch anheuern.
Lievertz geht von hoher Anziehungskraft seines Hauses aus
Jan Lievertz, ein gelernter Einzelhandelskaufmann, wohnt gegenwärtig im Elaya Hotel in der Maximilianstraße (früher Arthotel Ana Aurel). Eine Mietwohnung hat er gefunden. Es musste die Altstadt sein. „Ich will die Atmosphäre aufsaugen“, sagt Lievertz. Anfang September wird er einziehen. Zuletzt hat der 31-Jährige in Köln gelebt und dort die Anson’s-Filiale im Rhein-Center geleitet. Bei dem Herrenmodehaus hat Jan Lievertz Anfang 2021 angefangen. Davor war er mehr als acht Jahre beim Mutterkonzern Peek & Cloppenburg Düsseldorf tätig. Ein Abstecher führte ihn für acht Monate zur Textilkette H&M.
Die Leerstände am Neupfarrplatz, in der Drei-Helm-Gasse und Pfauengasse kümmern den Geschäftsleiter nicht. Lievertz geht von einer hohen Anziehungskraft seines Hauses aus. In der gesamten Altstadt sind es nach einer Mitteilung von Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra vom Donnerstag 7,3 Prozent der Verkaufsfläche.
Auch der Leerstand wegen Umbaumaßnahmen ist eingeflossen in diese Zahl. 447 Einzelhandelsbetriebe gibt es im Welterbe. 39 Geschäfte waren bei der letzten Erhebung im Herbst 2022 verwaist. Die Stadt engagiert sich enorm, um das Zentrum attraktiver zu gestalten.
Bepflanzung kommt gut an
Zu den mobilen Bepflanzungen mit Buchen und Blumen in der Maximilianstraße, am Neupfarrplatz und am Marc-Aurel-Ufer habe sie fast ausnahmslos positive Rückmeldungen von Bürgern erhalten, heißt es aus dem Rathaus.
Ebenso erfreulich sei das Feedback aus dem Quartier südliche Obere Bachgasse. Dort schenkt dieses Jahr das begrünte „Deggideck“ mehr Aufenthaltsqualität. Es handelt sich um ein Parklet, das sind Stadtmöbel auf ehemaligen Parkplätzen, auf denen sich Passanten niederlassen können.
Die Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf hat im März Insolvenz angemeldet. Unter anderem, weil der Onlinehandel die Erwartungen nicht erfüllt hat. Das Unternehmen startete ein Schutzschirmverfahren, um sich für die Zukunft neu aufzustellen. Es soll vor Jahresende abgeschlossen werden.
„Die über 160 europaweiten Stores und die Online-Shops der Peek & Cloppenburg Gruppe Düsseldorf stehen weiterhin und ohne Einschränkung für die Kunden und Kundinnen zur Verfügung“, sagt eine Sprecherin. Dazu zählt auch das Geschäft im Donau-Einkaufszentrum. Das eigenständige Unternehmen Anson‘s sei nicht vom Verfahren betroffen.
Anson‘s wird sich am kommenden Freitag und Samstag mit einem Stand am Neupfarrplatz vorstellen.
